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Nur in Berlin

Veröffentlicht: 23.08.2017

Zugegeben, es gibt hier alles, was es sonstwo auch gibt und natürlich umgekehrt. Nichts wirklich ungewöhnliches. Außer vielleicht...

Auf jeden Einwohner, jede Einwohnerin kommen nach Aussage der Senatsverwaltung drei Ratten. Das Spatzenverhältnis wurde nicht errechnet. In unserer Wahrnehmung muss es mindestens 10:1 betragen. Im Westen, wie man hier sagt, sind es in vielen Gegenden, z. B. in Köln, immer weniger geworden. Die müssen alle hier sein und führen sich, wie Teile der menschlichen Zuwanderer auch,  tierisch auf. Sogar in unsere Lieblingspizzaria verfolgen sie uns, klauen unser Brot und lassen sich nicht einfangen.

Dem Prenzlauer Berg wird nachgesagt, dass dort die Buggydichte und die Geburtenrate besonders hoch seien. Der Prenzlauer Berg ist aber offenbar überall. Das sagenumwobene Kreuzberg steht nicht zurück.

Wir besuchen dort auf Empfehlung der BZ eine echt italienische Eisdiele, die nur natürliche Zutaten verwendet. Das Eis schmeckt nebenbei bemerkt sehr gut und dementsprechend ist der Betrieb.

Wir kriegen einen Platz auf einer Bank draußen und sitzen dort eine halbe Stunde. Im Minutentakt kommen  Kinderwagen schiebende in weit überwiegendem Maß deutschstämmige Menschen vorbei, die entweder wieder schwanger sind oder Laufradkinder domptieren. Das Durchschnittsalter ist Anfang 30 mit Uniabschluss.

Kaum dem Revolutionsalter entwachsen sind sie schon total normal. Wir stellen uns vor, dass einige von ihnen noch vor fünf Jahren  Nächte in Absturzkneipen verbracht und beim Heimgang Wände beschmiert haben, sich jetzt über den Krach und die Radfahrer beschweren. Warum solls denen besser gehen als uns.

Was gibt es noch reichlich? Offenbar sehr viel Platz, obwohl die Bevölkerungszahl auf vier Millionen zusteuert.

Aus Werbespots und Fernsehkrimis sind z. B. die Ruinen der ehmaligen Abhöranlage auf dem Teufelsberg bekannt. Wir müssen soweit garnicht gehen. Direkt auf der anderen Straßenseite liegt das ehemallige Spaßbad BLUB. In den 80er Jahren war das ein echter Hotspot für Familien mit Kindern. Heute ist es ein echter Hotspot für Wohnungslose, Skater und Vandalen, die sich bei Einbruch der Dunkelheit mit reichlich Billigbier in die Büsche schlagen.

Der Betrieb war um die Jahrhtausendwende eingestellt worden. Irgendwann vor einem Jahr wurde endlich ein Zaun drumherumgezogen. Zu spät und zu wenig. Die Gebäude waren schon weitgehend zerstört und kriegen jetzt den Rest. Der Zaun liegt schon lange wieder flach. Ein Wohnbauprojekt liegt seit fünf Jahren auf Eis.

Dann ist da der Spreepark in Treptow. Auch hier war ein Zaun drumherum die einzige Baumaßnahme in den letzten 10 Jahren. Ein kompletter Vergnügungspark aus der DDR- und der Nachwendezeit wächst langsam zu und wird allenfalls für Dreharbeiten benutzt.

Das hier wird schon ein wenig lang. Wir werden weiter berichten. Abschließend noch ein Blick auf das einmalige Warenangebot der Stadt.



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