In
Budapest wurden wir mit einem riesigen Feuerwerk begrüßt. Das
hatten wir uns nach diesem Tag aber auch verdient ;-). Zum
Nationalfeiertag, am 20. August, dem Tag des Heiligen Stephan, des
Staatsgründers Ungarns, findet jährlich ein Feuerwerk in Budapest
statt. An diesem Tag wurde aber Unwetter mit Starkregen und Gewitter
erwartet. So haben die Ungarn das Feuerwerk auf den 27. August
verlegt. Glück für uns. 21 Uhr startete das 35-minütige Schauspiel
auf 1.7 Kilometer entlang der Donau. Es knallte zwischen den
Häuserzeilen und der Himmel wurde bunt erleuchtet. Wir kamen gar
nicht bis ans Flussufer, denn es waren Menschenmassen da. Von unserem
Standpunkt hatten wir aber eine gute Sicht auf das Parlament auf der
gegenüberliegenden Flussseite. Die Show war sehr beeindruckend, es
wurde auf ungarisch eine Geschichte erzählt, mit Musik unterlegt,
das Parlament wurde mit einer Lasershow beleuchtet und die Feuerwerk
Einheiten wurden zum Ende hin immer spektakulärer. Vielen Dank für
das ehrenwerte Willkommen.
Für
den nächsten Morgen hatten wir uns eine 2.5-stündige Tour durch
Pest und das Judenviertel gebucht. Wir wohnten in Buda, also auf der
anderen Seite der Donau. Wir liefen entlang des Flussufers,
überquerten die Donau über die Margaretenbrücke und liefen bis zum
Parlament. Hier trafen wir Gabor, unseren Reiseleiter, und zwei
weitere Touristen. Er hat uns erst einmal einen Überblick über die
Stadtgeschichte gegeben und dann starteten wir mit dem Spaziergang
durch die quirlige und moderne Seite der Stadt. Er zeigte uns
interessante Häuser aus früheren Zeiten, erzählte über die
Nutzung, Modernisierung und ihre Bewohner. Wir kamen zur ehemaligen
Königlichen Postsparkasse. Das Gebäude hatte eine besondere Fassade
und Dachbedeckung. Hier lernten wir viel über den ungarischen
Jugendstil, den sogenannten Budapester Szecesszio. Wir stellten fest,
dass die Häuser mit ihren bunten Kacheln und floralen Mustern in
Subotica genau diesem Baustil entsprachen. Die Ziegel auf den Dächern
sind bunt glasiert, von langer Lebensdauer und wurden, trotz ihrer
immensen Kosten, bereits in verschiedene Orte der Welt exportiert.
Wir kamen zur St. Stephans Basilika und auf die Straße
Bajcsy-Zsilinszky Ut. Schon früher haben hier die Reichen und
Schönen gewohnt und die erste Straßenbahn sollte auf der
Prachtstraße gebaut werden. Die Einwohner wollten jedoch keinen Lärm
und Schmutz vor ihrer Türe haben. So hat man die Straße aufgerissen
und in 4 Metern unter der Erde die erste Metrolinie der Stadt gebaut,
die M1. Von der breiten Straßen ging es nun langsam ins Judenviertel
der Stadt Budapest. Wir kamen zum Haus Gozsdu Udvar. Gozsdu war ein
rumänischer Jurist, der hier nicht nur ein Haus, sondern einen
großen Gebäudekomplex mit zusammenhängenden Hinterhöfen und
Gebäuden gebaut hat. In der Vorderansicht kann man das gar nicht
erkennen. Wir sind also mitten durch diesen Treffpunkt der Stadt mit
vielen Restaurants und Cafes gelaufen. Heute war hier gerade Markt
mit vielen kleinen Ständen für Schmuck und Dekoration. Die Straßen
wurden enger und die Häuser waren nicht mehr so prunkvoll. Gabor gab
uns den ein oder anderen Restauranttipp, erzählte vom Leben der
Juden und zeigte uns von außen die größte Synagoge Europas. Der
Innenraum wurde ähnlich dem einer katholischen Kirche gebaut und im
Anbau befindet sich eine Orgel. Sehr untypisch, denn laut Glauben,
gehört kein Instrument in eine Synagoge. Im Hof konnten wir eine
große stählerne Trauerweide sehen. Auf den Blättern sind die Namen
der Holocaustopfer eingraviert. Unseren letzten Stopp machten wir an
einem ziemlich alten Haus. Irgendjemand hat es mal für ganz kleines
Geld gekauft, den lockeren Putz abgeklopft, Innenwände
herausgenommen und Fundstücke rein gestellt. Seid dieser Tage ist es
eine bunt zusammengewürfelte Kneipe mit Besuchern von Nah und Fern.
Am Sonntag Vormittag findet auch hier immer ein Markt statt. Es gab
frisches Obst und Gemüse, aber auch kleine Küchen mit vielen
Leckereien. Wir verabschiedeten uns von Gabor und bedankten uns für
seine tolle und lehrreiche Stadtführung. Wir schlenderten noch etwas
über die Märkte und probierten typisch ungarisches Essen in einem
der empfohlenen Restaurants. Wir fuhren nun mit der Metro zu unserer
Wohnung und machten ein Mittagspause. Am späten Nachmittag schauten
wir uns den Stadtteil Buda an. 1873 entstand Budapest aus den zuvor
selbstständigen Städten Buda und Pest. Buda, der ruhigere
Stadtteil, liegt am westlichen Ufer der Donau und unterscheidet sich
komplett vom trendigen Viertel Pest. Das Burgviertel ist hügelig und
voller historischer Gebäude im barocken Stil. Dazu gehören der
Palast, das Theater, der Garten, die Matthiaskirche und die
Fischerbastei, von der aus wir den besten Blick über die Donau in
der Dämmerung genießen konnten. Das Viertel wurde schon zweimal
fast völlig zerstört und im Moment wird hier an allen Ecken und
Enden gebaut.
Am
Montag Morgen packten wir all unsere Sachen wieder zusammen, fuhren
jedoch noch nicht ab. Die Metro brachte uns zur großen Markthalle
der Stadt. Hier gibt es auf drei Etagen frische Lebensmittel, jede
Menge Souvenirs und Mitbringsel. In der wohl schönsten
Straßenbahnlinie fuhren wir zurück, direkt am Ufer der Donau
entlang und noch einmal am Parlament vorbei. Wir tranken noch einen
Abschiedskaffee in einer kleinen Bar und sagten der schönen Stadt
Budapest „Auf Wiedersehen“.