Von
der zweitgrößten Stadt fuhren wir weiter Richtung Nordwesten in die
größte und Hauptstadt von Bulgarien. Sofia ist außerdem eine der
ältesten Städte des Balkan, bereits in der Jungsteinzeit war die
Hochebene von Sofia bewohnt. Es wurden seither immer wieder
Siedlungen gebaut, die langsam zu einer Stadt zusammenwuchsen.
Verschiedene Völker und Großmächte beherrschten die Stadt und
benannten sie immer wieder um. Ihren heutigen Namen hat die Stadt der
Kirche Heilige Sofia zu verdanken. Im Jahr 2000 hat man am Platz der
Unabhängigkeit die weithin sichtbare Schutzpatronin mit dem Namen
Sofia aufgestellt. Sie blickt in Richtung des ehemaligen Parteihauses
der Bulgarischen Kommunistischen Partei, heute befindet sich ein Teil
des Parlaments darin. Wir wohnten ganz in der Nähe und konnten die
Statue fast von der Haustür aus sehen. Wir spazierten über den
Platz der Unabhängigkeit bis zum Alexander-Newski-Platz. Dieser und
die hier befindliche Alexander-Newski-Kathedrale wurden nach dem
Nationalheiligen Bulgariens benannt. Der monumentale Kuppelbau ist
Sitz des bulgarischen Patriarchen, des Oberhauptes der
bulgarisch-orthodoxen Kirche. Der prachtvolle Bau bietet Platz für
bis zu 10.000 Gläubige und ist die zweitgrößte orthodoxe Kirche
auf der Balkan-Halbinsel. Mit den zahlreichen Rundbögen, der
riesigen vergoldeten Kuppel und dem ebenfalls vergoldetem Glockenturm
wirkt die Kathedrale eher wie ein Palast. Die
Alexander-Newski-Kathedrale gilt heute als das Wahrzeichen der Stadt.
Im Knyazheska Garden fanden wir wieder ein riesiges Denkmal. Auf
einem 40 Meter hohen Pfeiler reckt ein Mann seine Waffe über die
Häupter einer Bäuerin und eines Arbeiters. Am Sockel zeigen drei
Reliefs die Geschichte der Roten Armee. Das Denkmal erinnert an den
9. September 1944, an dem die Rote Armee Bulgarien befreite oder
besetzte, je nach Sichtweise. Nur wenige hundert Meter entfernt
befinden sich weitere Denkmäler mit Kampfszenen. Diese sind heute
auch ganz beliebt bei Skateboardern und Trickbikern, denn es wurden
verschiedene Rampen und eine Halfpipe aufgebaut. Direkt davor
befindet sich die Adlerbrücke mit je einem bronzenen Adler an den
vier Ecken der Brücke. Zum Bau der Brücke von 1889 bis 1891 befand
sie sich am Stadtrand, heute liegt sie im Stadtzentrum. Entlang der
Einkaufsstraße und der Straßenbahnlinie liefen wir bis zur Rotunde
des heiligen George. Das ist eine frühchristliche Kirche aus rotem
Backstein inmitten von weiteren historischen Überresten der antiken
Stadt. Sie wird als das älteste Gebäude in Sofia betrachtet. Von
hier ging es dann langsam wieder in unsere Unterkunft zurück, denn
heute hieß es mal wieder selbst kochen.
anne & ben um die weltFolge diesem Blog und verpasse keine neuen Beiträge.