Igor
rief morgens an und teilte uns mit, dass er nach seiner Arbeit einen
neuen Schlauch für unser Auto abholen wird, zur Werkstatt bringt und
das Auto gegen 15 Uhr wieder startklar ist. Wir hatten also noch
genügend Zeit für Unternehmungen. Wir fuhren mit dem öffentlichen
Bus von dem kleinen Vorort Lesce nach Bled. Wir spazierten an der
Promenade entlang, genossen die Aussicht über den glasklaren See,
bis zur Insel, die mitten im See liegt, und hoch auf die Burg von Bled.
Wirklich ein schönes Urlaubsziel. Noch schöner wahrscheinlich, wenn
nicht alles voller Menschen ist ;-). Die Fahrt zur Schlucht fiel
heute auch wieder aus, denn wir hatten kein Auto. Wir gingen also
noch eine typische Köstlichkeit essen – Blejska Kremsnita. Die
Cremeschnitte besteht aus Blätterteig, einem Belag aus Vanillecreme
und einem mit Puderzucker bestäubten Deckblatt aus knusprigem
Blätterteig. Die Bleder haben seit 1953 bereits 15 Millionen
Cremeschnitten hergestellt, sie können es also perfekt und so
schmeckte unsere Schnitte auch. Mit dem Bus fuhren wir zur Unterkunft
zurück, kochten noch eine Kleinigkeit, packten alle Sachen wieder
zusammen und warteten auf Igor. Er kam mit der Nachricht nach Hause,
dass im Auto auch noch ein kaputter Riemen getauscht werden muss. Das
war der, der unseren Schlauch kaputt gemacht hat. Unsere Abfahrt
verschob sich also nochmal um eine Stunde. Igor bekam während des
Wartens einen Anruf von seiner Frau Magdalena, dass wir nicht auf der
Autobahn entlang fahren sollen, weil dort ein Flugzeug gelandet ist
und Stau herrscht. Igor brachte uns 16 Uhr mit allem Gepäck zur
Werkstatt. Auf dem Weg dorthin, sahen wir das kleine Flugzeug
kopfüber auf der Autobahn liegen. Hoffentlich geht’s dem Piloten
gut! Das Auto war repariert, wir luden alle Sachen um und machten uns
auf den Weg in die Hauptstadt und gleichzeitig größte Stadt des
Landes. Gegen 17 Uhr sind wir in Ljubljana angekommen und bezogen
eine kleine Wohnung. Mit dem Bus fuhren wir in die Innenstadt. Noch
immer stand die Sonne sehr hoch und es war heiß in den Straßen.
Trotzdem machte es Spaß die schöne Innenstadt mit ihren
sehenswerten Häusern und vielen Brücken zu entdecken. Wir kamen auf
den Preserenplatz, einen runden Hauptplatz in der Fußgängerzone,
der als Treffpunkt sehr beliebt ist. Und da hier viele Menschen
zusammenkommen, hat man in circa 10 Metern Höhe Wasserleitungen
angebracht mit denen zur Erfrischung künstlicher Regen erzeugt wird.
Sehr einfallsreich. An den Platz grenzt eine der wichtigsten
Sehenswürdigkeiten der Stadt, die „Drei Brücken“. Eigentlich
ist es die Brücke Tromostovje aus dem 19. Jahrhundert. Später
wurden noch zwei Fußgängerbrücken daneben gebaut, die jeweils
schräg auf die mittlere Brücke zulaufen. Von hier ist es gar nicht
weit zum zentralen Marktplatz. Jeden Freitag von März bis Oktober
findet hier ein Markt mit offenen Küchen statt. Die verschiedenen
Restaurants der Stadt bieten ihre Leckereien an. Da konnten wir
natürlich nicht dran vorbei laufen. Unser Spaziergang ging weiter
zur Drachenbrücke, eine der vielen Brücken die den Fluss
Ljubljanica queren. Auf jeder Seite der Brücke bewachen zwei
Drachen. Einer Legende nach soll in grauer Vorzeit ein Drache über
die Stadt Ljubljana geherrscht haben, so ist er das Wahrzeichen und
das Wappentier der Stadt. Weiter ging es zum Laibacher Schloss,
natürlich auch eine der wichtigen Sehenswürdigkeit der Stadt. Das
Schloss thront über der Stadt und ist von unten schon nicht zu
übersehen. Man kann hoch laufen, wir entschieden uns jedoch für den
Schrägaufzug, der uns in wenigen Minuten nach oben brachte. Einige
Teile des Schlosses konnten wir sogar kostenfrei besichtigen und
einen tollen Blick über die Stadt genießen. Unten wieder
angekommen, liefen wir am Flussufer entlang. Unzählige Cafés, Bars
und Restaurants säumten die Promenade und freuten sich über die
zahlreichen Besucher. Wir kamen auf den Kongressplatz, eine riesige
Freifläche, neben der sich der Kongresspark und die Slowenische
Philharmonie befindet. Sie wurde bereits 1701 gegründet und ist
damit eine der ältesten Philharmonien der Welt. Wir kehrten wieder
zu den Drei Brücken zurück, denn abends sollen sie schön
beleuchtet sein. In einer Bar direkt nebenan spielte ein Duo. Wir
ließen hier den Abend bei einem Getränk und Livemusik ausklingen
und konnten die Stadt und ihre besondere Brücken auch noch bei
Dunkelheit bewundern.
anne & ben um die weltFolge diesem Blog und verpasse keine neuen Beiträge.