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Ein letztes Wort

Veröffentlicht: 13.02.2019

Dies wird vermutlich mein letzter Beitrag aus Caynaba sein. Mein Einsatz hier geht langsam aber sicher dem Ende entgegen und am Montag sitze ich im Flieger nach Deutschland. 

Nach fast 6 Monaten in Somaliland geht es also wieder zurück nach Deutschland, zurück ins alte Leben, zurück in ein Leben in dem ich Nahrungsmittel im Überfluss habe, mir keine Gedanken darüber machen muss, wo ich mein Wasser her bekomme und ein Leben in dem ich nicht rund um die Uhr unter Polizeischutz stehe. Doch was bleibt eigentlich von einem, wenn man ein halbes Jahr in einem anderen Land verbracht hat?  In erster Linie hoffe ich viele schöne Erinnerungen die ich mit den Menschen hier teilen konnte, aber natürlich hoffe ich auch das ich dem ein oder anderen ein bisschen was mitgeben konnte für seinen weiteren Weg im Caynaba General Hospital. Neben den Erinnerungen bleiben natürlich auch ein Health Post und eine Isolationsstation die wir vor ein paar Tagen offiziell eröffnen konnten und von der die Menschen hier hoffentlich noch eine lange Zeit profitieren werden. Was ich selbst aus der Arbeit hier mitnehmen kann, werde ich vermutlich erst die nächsten Monate feststellen, jedenfalls weiß ich das privilegierte Leben das wir in Deutschland führen jetzt noch mehr zu schätzen, als ich es ohnehin schon getan habe.

Alles in allem hat mir die Arbeit hier in Somaililand sehr gut gefallen, man hilft nicht nur den Menschen vor Ort, sondern lernt auch viel über andere Kulturen, Gewohnheiten und sich selbst. Man kommt auch mal in Situationen an denen man an seine Grenzen geht. Oft stellt man sich ja die Frage, ob so ein Projekt einen auch irgendwie verändert hat. Auch das werde ich vermutlich erst in einigen Monaten feststellen. Ich habe hier jedenfalls gemerkt wie gut mir ein Leben ohne Schichtdienst tut, mit geregelten Essens- und Aufstehzeiten und einem geregelten Tagesablauf. Das alleine wird mich vermutlich aber nicht zu einem anderen Menschen machen, aber warum soll man auch immer alles ändern, statt sich einfach mal selbst zu akzeptieren?! 

Caynaba verlasse ich mit ganz gemischten Gefühlen. Einerseits freue ich mich natürlich riesig auf zu Hause, auf all die besonderen Menschen die ich wieder treffen werde und auf neue Herausforderungen die auf mich warten, andererseits fällt es auch schwer die Menschen zurück zu lassen mit denen man ein halbes Jahr verbracht hat, von denen manche zu Freunden geworden sind und von denen man nicht weiß ob man sie jemals wieder sieht. Viele von ihnen haben den Traum irgendwann nach Deutschland zu kommen und ich wünsche mir für sie, dass der ein oder andere seinen Traum vielleicht wahr machen kann und wir uns in Deutschland wieder treffen. Aber vielleicht ist es auch kein Abschied für immer und man sieht mich schneller wieder in Cayanaba als gedacht.

Mit dem  vorläufigen Ende meines Aufenthalts in Somaliland endet auch mein kleiner Blog von Somaliland. Danke an alle die mehr oder weniger interessiert verfolgt haben, was ich hier in Caynaba erlebt habe. Wahrscheinlich gibt es noch viel mehr zu berichten als die paar Worte die ich hier geschrieben habe, vielleicht erzähle ich die anderen Geschichten bei dem ein oder anderen Bier. 

"....Und dann lebte er vergnügt bis ans Ende seiner Tage."


#AlexleavesSomaliland

Antworten (1)

Angie
Ich freue mich auch das Du wieder nach Hause kommst, bin aber auch traurig das ich nicht da sein kann umdih zu umarmen! Ich bin wahnsinnig stolz auf dich,den Mensch zu dem du herangewachsen bist ❤ Ich wünsche Dir eine sichere Reise zurück ins Heimatland kleiner Bruder! Ich hab dich lieb!!