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Tag 16 New Richmond

Veröffentlicht: 17.07.2025

Essen
Hotelkette
$$ · Frühstück
Fahrt
New Richmond → Prince Edward Island
Canada
Unterkunft
Hotelkette
Hotel · New Richmond
Tour
Kajakfahren auf dem Fluss
Wassersport
Sehenswert
alte Eisenbahnbrücke
New Richmond, Canada

Ich glaube, heute gibt es gar nicht so viel zu erzählen – wir sind ja immer noch auf dem Weg nach Prince Edward Island. Und doch: Es war ein Tag, an dem wir uns wirklich  einfach treiben ließen. 

Der Morgen begann mit einem Frühstück in unserer Hotelkette – diesmal leider noch schlechter als beim letzten Mal. In Deutschland würde man vermutlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen: alles in Plastik verpackt, nur weiches, labberiges Toast, kein frisches Obst, keine Milch – nur kleine abgepackte Päckchen, abgepackte Eier. Es gab kaum etwas bis nichts, was man gerne essen mochte. Von Nachhaltigkeit ganz zu schweigen: Der Müllberg nach einem Frühstück – unfassbar. Und für Veganer/innen wäre wirklich gar nichts dabei gewesen. Außer Weißbrot. Na ja.

Wir machten uns also auf den Weg und entschieden uns für die kürzere Strecke durchs Landesinnere – und das war eine sehr gute Wahl. Es fühlte sich an wie eine Fahrt durch den Schwarzwald: sanfte Berge, viele Tannen, ab und zu ein See und immer wieder Flüsse, die die Straße begleiteten. Eine ruhige, schöne Strecke – von Küste zu Tannengrün und wieder zurück zur Küste.

Inzwischen gehören Hotels ja fast zu unserem Alltag – und jedes Mal sind wir gespannt, was uns erwartet. Besonders schön ist es, wenn es im Zimmer eine Kaffeemaschine gibt (ich sammle die Kapseln der verschiedenen Systeme – bisher habe ich schon vier Sorten!). Noch besser: wenn es dazu echte Milch gibt und kein Pulver.

Mika freut sich über einen Wasserkocher – dann kann er zwischendurch seine geliebten Yum-Yum-Asiatischen Nudeln essen, so ähnlich wie die 5-Minuten-Terrinen. Ein Kühlschrank ist super. Und eine Duschabtrennung statt Vorhang macht schon viel aus. Wenn es einen Grill gibt, ist das ein echtes Highlight!

Und dann gibt es da noch die wichtigste Disziplin beim Ankommen: WLAN finden.

Mika scannt bereits beim Betreten der Lobby mit Blicken den Raum nach einem WLAN-Code ab – und hat ihn meist schon eingetippt, bevor man überhaupt „Bonjour“ sagen kann. Sehr effizient. Sehr zuverlässig. 

Was wir allerdings wirklich nicht mögen: diese typisch nordamerikanischen Bettdecken – IMMER besteht das Ganze aus einem Laken mit einer irgendwie eingewickelten Decke dazwischen. Mika flippt fast jedes Mal aus.

Klimaanlagen gibt es in jedem Zimmer, aber Fenster zum Öffnen? Selten.

Meistens haben wir zwei französische Betten – und insgesamt acht Kissen. Für zwei Leute. 🙄

Dieses Hotel heute wurde uns jedenfalls angepriesen – mit Pool, Flusslage und kostenlosen Kajaks. Der Pool war eher winzig, aber nett – rund, flach, man konnte sogar darin stehen.

Dort saß ein junger Mann, der offenbar die Aufsicht hatte. Er war eher zurückhaltend, wirkte ein bisschen unsicher, aber nahm seinen Job sehr gewissenhaft. Sobald jemand nur einen Fuß ins Wasser setzte, stand er auf und stellte sich mit ernster Miene an den Beckenrand – bereit, falls jemand in Gefahr geraten sollte. Es war fast ein bisschen rührend. Nicht unangenehm, eher sympathisch ernst gemeint – und vielleicht mussten sie das ja auch so machen, schließlich hatten wir heute noch keine Haftungserklärung unterschrieben.Wer weiß.

Immerhin bekamen wir ganz unkompliziert ein Kajak. Mika war begeistert: Das Wasser war so klar, dass man bis auf den Grund sehen konnte. Wir hatten das Handy vorsichtshalber nicht mitgenommen – daher leider keine Fotos. Schon das Einsteigen war eine kleine Comedy – sogar vorbeifahrende Kajakfahrer grinsten, als ich versuchte, mich möglichst würdevoll hineinzubegeben.

Dann paddelten wir los – und es war herrlich: still, friedlich, Vogelstimmen ringsum. Was uns sofort auffiel: Entlang des Ufers lagen unzählige abgestorbene Bäume – teils angespült, teils wie umgekippt. Die lagen da aber schon länger - hatten die Farbe von Treibholz, ganz hell. 

Wir hielten an einer kleinen Kiesbank, warfen Steine ins Wasser und versuchten, sie übers Wasser hüpfen zu lassen. Mika konnte es besser als ich und übte ausdauernd. Ich eher nicht. Aber es war schön.

Auf dem Rückweg kam mein Schockmoment des Tages: Menschen kletterten auf eine alte Eisenbahnbrücke – und nicht nur auf die Brücke selbst, sondern ganz oben auf die stählernen Verstrebungen, die normalerweise das Dach der Konstruktion bilden. Dort balancierten sie auf dem Fachwerk, um dann von ganz oben in den Fluss zu springen. Es war bestimmt zehn Meter hoch – wenn nicht mehr – und ich fand den Fluss ehrlich gesagt nicht mal besonders tief. Das fand ich etwas gruselig. Es passierte aber Nix - zum Glück. Sie schienen das auch nicht zum ersten Mal zu machen. 

Wir beschlossen, den Abend im Hotel zu verbringen. Mika unterhielt uns beim Essen mit Quizfragen – das war richtig nett.

Jetzt sitzen wir gemütlich im Hotelzimmer, draußen regnet es leise vor sich hin – unser dritter Regenschauer überhaupt seit Reisebeginn. Ansonsten hatten wir durchgehend 25 bis 32 Grad, oft schwül – ganz anders als das durchwachsene Wetter, von dem wir aus Deutschland hören.

Und so freuen wir uns jetzt auf die nächsten Etappen – und ein bisschen ganz besonders auf Prince Edward Island und die Afrikaner, die wir übermorgen wiedersehen. 

Erkenntnis des Tages:

Ich sollte so oft wie möglich Kajak fahren – es bringt einfach unfassbar viel Spaß.



Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
1 Tag
Wetter
Sommer · 25–32°C
Begleitung
Zu zweit (2)
EntspannendAbenteuerlich
  • Frühstück im Hotel
  • Fahrt durchs Landesinnere
  • Kajakfahren auf dem Fluss
  • Sprung von der alten Eisenbahnbrücke beobachtet
  • Regen am Abend
Kajak
RoadtripNaturTransit
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Antworten (2)

Eymardvor etwa 1 Jahr
Wir haben uns so amüsiert mit deiner Bericht.

vor etwa 1 Jahr
Oh, das freut mich sehr 😘

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