Tag 14 Wale, Wasser und Würstchen im Bad
Heute sind wir schon früh aufgestanden – schließlich wollten wir ja pünktlich bei den Walen sein. Treffpunkt war in Québec. Eigentlich hatte ich gar keine Lust auf drei Stunden...


Veröffentlicht: 16.07.2025























Heute sind wir weitergereist – auf unserem Weg zur Prince-Edward-Island. Unser nächster Zwischenstopp heißt Rimouski. Für mich klingt das irgendwie russisch, aber ich bin ziemlich sicher, dass es damit nichts zu tun hat.
Die Fahrt war heute angenehm – entspannte Autobahn, kein Stau. Links von uns begleitete uns fast durchgehend der Sankt-Lorenz-Strom. Leider war die Landschaft nicht ganz so spektakulär wie gestern auf der anderen Seite des Flusses – aber trotzdem schön.
Kurz vor unserem Ziel sah ich ein Schild zum Parc national du Bic – darüber hatte ich gelesen, also wollte ich unbedingt einen kurzen Stopp einlegen. Am Eingang war ein kleines Wärterhäuschen, dort zahlt man Eintritt. Wir kamen zu einem Parkplatz, der zur Baie (Bucht) des Ha! Ha! gehörte. Leider war gerade Ebbe, sodass man die Schönheit der Bucht nur erahnen konnte – aber trotzdem hatte der Ort etwas Besonderes.
Der Sand war dunkelgrau, fast schwarz, und überall lagen Schiefersteine herum – das hatte ich so noch nie gesehen. Große Schieferfelsen rahmten die Bucht, und der Boden war übersät mit kleinen, flachen Platten. Dazwischen überall helles Treibholz über den Strand verstreut – ein wunderschöner Kontrast zum dunklen Sand und des Schiefers.
Mika war ganz begeistert – der Stein war leicht, ließ sich schichtenweise abblättern und fühlte sich irgendwie „unfertig“ an. Viele hatten offensichtlich Freude daran gehabt: Überall waren kleine Türme gebaut, Zeichnungen in den Stein geritzt – sogar ein kleines Beil hatte jemand aus Schieferteilen gebastelt.
Wir liefen weiter durch den Park und kamen an eine weitere Bucht, die bei Flut sicher wie ein kleiner Fjord wirkt. Jetzt aber war alles Watt – also liefen wir mittendurch zwischen Pfützen und Schlick, und waren am Ende ziemlich dreckig. So ging’s dann weiter nach Rimouski.
Der Ort selbst ist sehr maritim – mit einem hübschen Hafen, vielen Möwen, die kreischend über uns flogen, und einem historischen Leuchtturm direkt am Wasser. Den wollten wir gemeinsam besteigen – aber ich musste schon nach einem Drittel der engen Stufen passen. Diese steilen Wendeltreppen und die Höhe sind einfach nicht meins. Ich dachte, ich hätte die Höhenangst überwunden….Also ging Mika allein weiter – und bekam oben eine kleine Privatführung auf Englisch. Ich wartete unten und genoss derweil die Aussicht von unten nach oben.
Zum Abschluss sind wir noch etwas essen gegangen. Mika hatte sich Burger gewünscht – und in einem ganz netten kleinen Restaurant sind wir fündig geworden. Wir sitzen draußen, die Sonne geht langsam unter, das Licht ist einfach schön – und um uns herum sprechen alle Französisch. Immer noch in der Provinz Québec, mit der Aufschrift „je me souviens“ auf jedem Nummerschild. Es ist der offizielle Wahlspruch der Provinz Québec. Wörtlich heißt es: Ich erinnere mich. Aber in Québec bedeutet es mehr als das, was es heißt. Es meint:
Ich erinnere mich an unsere Geschichte.Ich vergesse nicht, wo ich herkomme. Ich trage unsere Sprache, Kultur und Herkunft weiter. Ich weiß, wer ich bin – und bleibe mir treu.
Irgendwie finde ich das schön. ☺️
Heute war…
– Ein Schild mit dem Namen Baie des Ha! Ha! (ja, wirklich).
– Schwarzer Schiefer, der zu Kreativität anregte.
– Schöne Buchten ohne Wasser.
– Ein schöner Leuchtturm mit vielen offenen Treppen und Mika, der mutig alleine seine Einzelführung antrat.
– Möwen über Rimouski, laut und überall.
– Leckere Burger mit super netter Bedienung.
– Sonnenuntergang. Französisch um uns herum. Wir mittendrin.
Erkenntnis des Tages:
Manchmal fühlt sich „nichts Besonderes“ ganz schön besonders an –man merkt es nur erst, wenn man es aufschreibt.
