achim_aufm_ev12_teil_1_schottland
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Orkney

Veröffentlicht: 22.06.2025

Unterkunft
Jugendherberge in Kirkwall
Hostel · Kirkwall
Attraktion
St. Magnus Cathedral
Kirkwall, Schottland
Attraktion
Scapa Distillery
Kirkwall, Schottland
Attraktion
Maeshowe
Orkney, Schottland
Attraktion
Standing Stones of Stenness
Orkney, Schottland
Attraktion
Ring of Brodgar
Orkney, Schottland
Unterkunft
Grainbank Mews
Hotel · Kirkwall · Booking
Attraktion
Skara Brae
Orkney, Schottland
Attraktion
Skaill House
Orkney, Schottland
Attraktion
Birsay Earl's Palace
Birsay, Schottland
Attraktion
Italian Chapel
Orkney, Schottland
Essen
Restaurant in St. Margaret's Hope
$ · Abendessen
Am 11.06. gegen 23 h betreten wir "orkadischen" Boden. Die Inselbewohner nennen sich "orkadian". Die Sonne ist noch gar nicht lange untergegangen, es ist gut hell. Wir radeln zur Jugendherberge, etwas außerhalb des Stadtzentrums. Seit 1982 hat sich zumindest außen nicht viel geändert, damals war ich auf einem meiner Interrailtrips hier zu Gast. Überhaupt werden die folgenden Tage ein Trip in die Vergangenheit, aber davon später mehr. Für Spätankömmlinge gibt es einen eigenen Service: der Zimmerschlüssel wird in einem Umschlag in einem Kästchen neben dem Eingang deponiert und mit dem Namen gekennzeichnet. Hat geklappt! Die Räder kommen in die Abstellkammer neben der Rezeption, es stehen schon einige drin. Das Zweibettzimmer ist schlicht aber groß. Waschraum und Toiletten sind nach Geschlechter getrennt, wie damals. Ob es noch die Räume mit Stockbetten gibt? Ich forsche nicht...

Donnerstag, 12.06.2025
Nach einem erholsamen Schlaf (auf der Fähre bin ich zwar eingenickt, aber erholsam würde ich das nicht nennen) machen wir uns ein einfaches Frühstück aus zur Verfügung gestellten Nahrungsmitteln der JuHe (Müsli, Brot, Tee, Marmelade...) zum Preis von 5,95 GBP, ein non-profit-Preis. Es sitzen noch ein paar Leute rum, wir waren nicht die ältesten.
Lagebesprechung wegen des Wetters. Heute ist Sturm angesagt, aber kein Regen. Der Plan sieht also eine kleine Stadtbesichtigung von Kirkwall vor und dann eine Fahrt nach Stromness mit Besuch der "Musts" vor. Die St. Magnus Kathedrale ist beeindruckend, nix Pompöses. Ich setze mich wie immer bei Kirchenbesichtigungen in eine Bank und lasse das Ganze auf mich wirken. Es sind 16 "Wandteppiche" aufgespannt, die von orkadischen Kreuzfahrern kunde tun. Ganz verstanden habe ich es nicht, aber es hat eine tolle Stimmung in die Kirche gebracht. Noch ein bisschen die Fussgänerzone durch bis zum Hafen, dann los, dem EV12 folgend, bis er in den Norden abzweigt. Wenn alles gut geht, fahren wir die "Nordrunde" morgen.
Die Landschaft hat sich gegenüber Shetland verändert: es ist weicher geworden, das Meer dominiert nicht mehr. Schafe und Lämmer gibt es aber weiterhin genug, meist hinter einem Zaun. Auf der Weide stehen deutlich mehr Kühe.
Ein kurzer Besuch in der Scapa Destillery, ein nettes Gespräch mit zwei Angestellten, die sich für unsere Reise interessieren. Leider kann ich den Whisky nicht probieren (muss ja radeln), und kaufen gleich gar nicht (müsste ich mit mir rumschleppen). Die 2 Männer haben Verständnis...
Der Wind wird unangenehm, ausser an den wenigen Stellen, wo er von hinten kommt. Wir ziehen Regenkleidung an, die hält den Wind etwas ab vom Durchgeblasenwerden. Man muss sich wahnsinnig konzentrieren, wenn Laster überholen, es reisst einem den Lenker weg. Christa schiebt sogar ein Stück, als der Wind genau von der Seite kommt.
Das erste Must - Maeshowe, ein Hügelgrab mit Grabkammer - müssen wir auslassen. Ist nur gegen Eintritt zu besichtigen, es ist alles ausgebucht, erklärt uns eine Führerin, die gerade mit ihrer Gruppe vom Besucherzentrum kommt (ungefähr eine Meile entfernt, es fährt ein Bus). Dann eben nicht.
Weiter geht es zu den Standing Stones of Stennes, ellipsenförmig angeordnete bis zu 5,7 m hohe Steine, die rund 3.100 ad aufgestellt wurden, etwa zur gleichen Zeit, in der Maeshowe entstanden ist. Am heutigen Tag ihr grösster Vorteil: dahinter ist es windstill. Noch ein paar Hundert Meter weiter kommt der Ring of Brodgar, ein Steinkreis mit einem Durchmesser von 104 m, grösser als Stonehenge. Ein striktes Wegegebot sorgt dafür, dass die Touristen nicht alles niedertrampeln.
Wir kämpfen uns gegen den Wind an unser Ziel Stromness, ein kleines Hafenstädtchen, in dem ich 1982 schon stand. Keine Erinnerung an Details, nur dass ich auf Anraten meines Fahrers (ich war hitchhiker) mit der Fähre nach Hoy übergesetzt und eine Wanderung zum Old Man of Hoy gemacht habe. Der Old Man ist sowas wie die Anna auf Helgoland. Wir haben im Hotel gebucht, das bestimmt eine grosse Vergangenheit hatte; es strahlt jedenfalls sowas aus. Ich würde es als "renovierungsbedürftig" bezeichnen, der Wind pfeift durchs Mauerwerk und die einfach verglasten Fenster. Aber sonst passt alles. Wir holen uns aus dem Coop was zu essen und lassen den Tag mit einem Spaziergang ausklingen.

Freitag, 13.06.2025
Der Wetterbericht sagt weniger Wind mit Regenschauern. Zuerst aber Frühstück, die englische Variante. Frühstück war nicht gebucht, ich will bezahlen, aber es ging aufs Haus. Das Trinkgeld war dann großzügig... Die Fahrräder verbrachten die Nacht im Eingangsflur, als wir sie fertig machen, blinzelt die Sonne.
Erstes Ziel: Skara Brae, jetzt mit Visitor Centre. Die Fahrt dorthin war sonnig, windgeschützt, kein Vergleich zum Tag vorher. Grosser Parkplatz mit Busstellplätzen. Schön gemachtes Centre, tolle Ausstellung, wir gehen nach etwas Überlegung rein. Ich zum dritten (1982, 89), Christa zum zweiten Mal nach 1989. Der Touristenstrom muss gelenkt werden, keine Frage, aber overtourism ist es bis auf Stosszeiten doch noch nicht. Die Ausgrabungen sind auch jetzt wieder beeindruckend, schon erstaunlich, wie unsere Vorfahren vor mehreren tausend Jahren gelebt haben. Das alte Eingangshäuschen steht noch, ich kann es fast nicht glauben. Noch ein kurzer Abstecher zum Skaill House. In diesem Landhaus hat der Hausherr seinerzeit nach einem Orkan den Schatz in seinem Garten entdeckt. Jetzt ist es ein grossartiges Zeugnis, wie der Gutsherr gelebt hat. Grosser Kontrast zu seinen Landpächtern...
Wir radeln weiter, kommen mit mehr oder weniger Wind nach Birsay am Norwestzipfel der orkadischen Hauptinsel. Die kleine vorgelagerte Insel kann durch einen Steg bei Ebbe besucht werden, habe ich auch noch nicht gesehen. Wir machen windgeschützt Brotzeit, ignorieren den Tearoom, an dem wir kurz vorher vorbeigeradelt sind. Dafür noch ein kurzer Besuch bei Birsay Earl's Palace, der Ruine eines anderen Gutsherrn, der auch gewusst hatte zu leben, und zwar auf Kosten anderer.
Wir folgen jetzt der Nordküste ostwärts, nachdem wir uns wegen der Sonne noch mal eingecremt haben. Ich fahre in kurzen Hosen ud vergesse meine Waden beim Cremen. Ein guter Sonnenbrand ist die Folge. Durch den Wind spürt man die Kraft der Sonne nicht so...
Ein Laden mit eigener kleinen Kaffeerösterei zwingt uns zum Halt. Ich sitze neben einem "Einheimischen" auf der Bank und komme ins Gespräch. Wesentlicher Inhalt: sein 18 Jahre alter VW (nachdem ich mich als Deutscher zu erkennen gegeben habe) und die "thousands of tourists". Die Rückfahrt nach Kirkwall machen wir uns halbwegs bequem (soweit das beim Wind und dem auf und ab möglich ist), es fehlt jetzt ein kleines Stück EV 12 auf meiner gefahrenen Route.
Müde trudeln wir nach 18 h im gebuchten B&B Grainbank Mews ein, das Aileen und Albert samt 4 Kindern und Hund betreiben. Sie haben dafür das Anwesen gekauft und mit viel Eigenarbeit und Liebe ihren Traum wahr gemacht. Es ist ziemlich neu, toll eingerichtet. Der genaue Frühstückswunsch muss noch ausgefüllt werden, schon ist Aileen wieder weg.

Samstag, 14.06.2025
Fürs Frühstück ist Albert zuständig, auch er stammt aus der Gastronomie und macht das sehr routiniert und trotzdem herzlich. Regen ist angesagt, es nieselt schon. Wir müssen zur Fähre nach St. Margrets Hope, die letzte fährt um 5. Wieder geht die Strasse durch den Flugplatz, aber nicht über die Landebahn. Höhepunkt ist die Italienische Kapelle, mittlerweile fast schon ein Wallfahrtsort. Von italienischen Kriegsgefangenen (aus den Kämpfen in Nordafrika) erbaut ist sie ein Zeugnis, wie der Umgang mit den Gefangenen auch aussehen kann. Sie mussten zwar hart arbeiten (nach dem verheerenden Angriff eines deutschen U-Boots auf einen britischen Zerstörer mit 833 Toten wurde Scapa Flow schwer geschützt), aber sie bekamen die Gelegenheit, sich eine Kapelle zu bauen, indem zwei Baracken hintereinander gestellt wurden. Kostet jetzt Eintritt, 1982 war da nur die Kapelle...
Jetzt regnet es richtig, das Inselhüpfen über Dämme und Brücken konnten wir nicht geniessen. Pitschenass gehen wir in eine Restaurant in St. Margrets Hope, die Fischplatte für 80 GBP mit Hummer und ähnlichem verkneifen wir uns leider und essen Haddock mit Chips.
Wieder in die Regenkleidung (die von aussen gut trocken hält) und weiter zum Hafen, die Überfahrt wird gebucht. Es gibt einen Warteraum, den wir uns mit einer deutschen Radlerin und unseren 3 Rädern teilen. Dann dürfen wir an Bord. Am Anfang noch fast allein, aber dann wirds richtig voll. Der Fussballverein von John o'Groats war auf Orkney mit seiner D- und C-Jugend (schätze ich mal). Jedenfalls war Leben in der Bude! Nach 70 Minuten Fahrt kommen wir aufs schottische Festland.

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
3 Tage
Wetter
Sommer
Begleitung
Zu zweit (2)
KulturellAbenteuerlich
  • St. Magnus Cathedral in Kirkwall
  • Standing Stones of Stenness
  • Ring of Brodgar
  • Skara Brae
  • Italian Chapel
FahrradRegenkleidungSonnencreme
StadtKulturEssenTransitGeschichte
  • Frühstück in der Jugendherberge6 £
  • Fischgericht in St. Margaret's Hope80 £
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