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Tag 10 Big Island – Sunset auf dem Mauna Kea & Star Gazing


1. August 2022

Heute geht’s zuerst an den Strand. Wir starten morgens nach dem Frühstück in Richtung Norden, vorbei am Flughafen und kurz danach links ab auf die Schotterpiste zum Kekaha Kai State Beach. Vor uns quält sich schon ein Ford SUV über die steinige Piste, da hängen wir uns direkt dran. Es ist wirklich ganz schön holprig, aber wir schaffen es quer durch die Lavafelder, mit landenden Flugzeugen um Hintergrund, auf den Parkplatz. Genau diese Piste hatte ich aus dem Flieger gesehen. Eigentlich wollen wir weiter zum Mahai'ula Beach bzw. sogar zum Makalawena Beach, aber die Piste, die weiter zum ersten Strand führt, ist durch eine Schranke gesperrt. Einige Urlauber setzen den Weg zu Fuß fort, aber so richtig Lust haben wir darauf jetzt auch wieder nicht. Hinzu kommt, dass es diesig ist, die Sonne nicht so will wie wir und wir noch nicht wirklich in Badelaune sind.

Wir belassen es also bei dem Kekaha Kai State Beach vor unserer Nase und hoffen auf einen „Sea Monk“, nachdem wir das Hinweisschild gesehen haben. Am Strand ist leider keiner zu sehen. Wir erkunden einige Tidenpools und fahren dann weiter. Schließlich haben wir heute noch so einiges vor!

Auf dem Rückweg kommt uns auf der Piste ein Cabrio entgegen!!!! Brave Man! Unfassbar – der kommt nie und nimmer unbeschadet auf dem Parkplatz an 😱🙈🤦🏻‍♀️

Pünktlich um 12 Uhr erreichen wir den Anaehoʻomalu Beach beim Waikōloa Village. Kaum auf den Parkplatz gefahren und alles ausgeladen, ertönt eine Sirene. Wir lauschen kurz – immer die gleichen Abstände. Andere Touris scheinen ebenfalls zu überlegen, was das zu bedeuten hat. Ein einheimisches Rentnerpärchen läuft an uns vorbei uns sagt uns, das wäre nur eine Tsunami Übung.

Oha – Tsunami!? Sicher nur eine Übung??? Sie lachen und bestätigen, dass es ganz sicher nur eine Übung sei – pünktlich um 12 Uhr. Na dann….

Am Strand ist gut was los. Wir wollen hier gar nicht lange Wurzeln schlagen, da die Kids bereits erste Hungergefühle anmelden, also Badesachen an und auf ins kühle Nass.

Optisch ein netter Strand, allerdings ist das Wasser leicht milchig und überall tritt man auf teils große und spitze Steine. Wir wackeln vorsichtig ins tiefere Wasser und schwimmen weiter raus, wo kaum noch Steine sind und wir trotzdem stehen können. Um uns herum schnorcheln viele Touris, aber als ich die Kamera mal unter Wasser halte, sehe ich nur Steine. Hm….

Während wir im Wasser sind, frischt der Wind ziemlich auf, daher bleiben wir nicht ewig drin und fahren nach dem trocknen rüber ins Waikōloa Village zum Mittagessen. Wir entscheiden uns für die gesunde und leckere „Salat“Bar Variante und holen uns leckere Bowls bei „Island Greens“. Wirklich sau lecker!!!

Als Nachtisch muss es heute unbedingt ein echtes hawaiianisches Shave Eis sein. Das gibt’s direkt nebenan und der Preis von 5,50$ pro Eis scheint fair zu sein – auf Maui haben wir einen Stand mit 8,50 $ gesehen. Wir sind die einzigen Gäste im Eisladen, weshalb die Dame an der Theke fleißig mit uns plaudert. Sie findet es mega spanend, dass wir 4 Wochen auf Hawaii verbringen, gibt uns noch Tipps und betont, wie gerne sie mal nach Europa reisen würde.

Unser Eis genießen wir draußen neben dem Koi Teich. Lecker! Und so schön bunt 😜

Ich kann nicht widerstehen und muss meine Insta 360 samt Unterwassergehäuse mal kurz zu den neugieren Kois ins Wasser halten und ein paar Videos und Fotos machen 🤭

In der fetten Nachmittagshitze geben wir uns dann noch die Waikōloa Petroglyphs, unweite des Waikōloa Village zwischen Golf Platz, Outrigger Hotel und Industriegebäude. Wir parken frech auf dem Parkplatz des Industriegebäudes. Steht zumindest nicht, dass man hier NICHT parken darf und steigen direkt vom Parkplatz ins Lavafeld, wo sich die Petroglyphen befinden. Wir laufen den kleinen Rundweg und kürzen dann wieder über das Lavafeld ab, um zu unserem Auto zu gelangen.

Kurz was trinken und rein ins Auto, Klimaanlage an und weiter geht’s!

Es ist 15:30, wir haben noch Zeit, daher machen wir einen Zwischenstopp etwas südlich beim Four Seasons Hotel. Hier kann man sich kostenfrei einen „Beachpass“ am Security Gate geben lassen und dann als Tagesgast den „Kukio Beach“ nutzen. Ob wir schwimmen wollen und die Zeit dazu reicht, wissen wir nicht, aber wir sind neugierig.

Am Strand angekommen, sind wir aber eher enttäuscht. Wirklich schön ist der nicht. Kleine Felsenbuchten und massig Steine im Wasser. Hm, n. hier muss ich nicht schwimmen gehen. Wir laufen den Weg am Resort ein Stück entlang und kehren dann wieder um. Rentiert sich nicht, also weiter geht’s.

Wir fahren über die Saddle Road Richtung Mauna Kea. Die Landschaft verändert sich schlagartig von grün zu gelb-weiß, vertrocknete Hügel wie im Auenland von Herr der Ringe.

Neben der Straße stehen überall Ziegen und Schafe. Hoffentlich verirrt sich keines der Tierchen vors Auto, teilweise stehen die besorgniserregend nah am Straßenrand….

Wir passieren das Bradshaw Army Airfield und stoppen an der Mauna Kea State Recreation Area. Jetzt ist Umziehen angesagt. Zwar ist es (noch) nicht wirklich kalt, aber wir wollen ja noch etwas hher heute Abend. Wir tauschen unsere Strandoutfits gegen lange Hosen und können uns einen Zwischenstopp auf dem Spielplatz nebenan nicht verkneifen. Da wird auch die 18 Jährige Tochter wieder zum Kind 😁 Fürs Klettern ist man schließlich nie zu alt.

Um 17:20 passieren wir die Kreuzung zum Mauna Kea. Es ist mittlerweile so neblig geworden, dass wir den Pu'u Huluhulu Cinder Cone samt Parkplatz auf der anderen Seite der Straße kaum sehen.

Durch den Nebel fahren wir die kurvige Straße weiter zum Onizuka Visitor Center. Hier ist vorerst Ende. Die Straße zum Mauna Kea ist teilweise gesperrt, es stehen parallel zur Straße mehrere Ranger Fahrzeuge und Ranger kontrollieren ganz genau, wer hier rauf fahren darf und wer nicht. Fette Hinweisschilder mit 4 Wheel Drive only und „No Drones Zone“ zieren die Straße.

Wir biegen auf den Parkplatz ab und wollen erst mal nachhaken, wie das nun weitergeht. Im Visitor Center erklärt man uns, dass wir (wenn wir einen 4 WD haben), mind. 30 Minuten hier auf der Höhe bleiben müssen, um uns zu akklimatisieren. Danach dürfen wir uns in die Autoschlange zum Gipfel einreihen, am Ende der Schlange prüfen Ranger den Wagen und entscheiden, ob wir auf den Mauna Kea dürfen oder nicht.

Ui, spannend! Wir fahren ja einen „AWD“, aber keinen 4WD – schauen wir mal….

Ein paar Autos vor uns steht genau das der gleiche GMC SUV Terrain AWD – dieser darf nach kurzer Kontrolle weiterfahren. Das sieht doch gut aus! Ganz im Gegensatz zu dem Auto vor uns – ein Mustang Cabrio!? Echt jetzt????

Natürlich darf das Cabrio nicht weiterfahren und muss noch vor der eigentlichen Kontrolle durch die Ranger abbiegen und die Schlange verlassen.

Meine Nervosität steigt. In diversen Foren im Internet wurde immer wieder geschrieben, dass man NUR mit einem Wranger Jeep hier hoch kommt. Für mich eine totale Abzocke… Nur wegen dem Mauna Kea einen so überteuerten Mietwagen zu mieten, kam eh nicht in Frage. Jetzt, wo ich aber so viele andere SUVs hinter uns in der Schlange sehe, bin ich zuversichtlich. Vor uns fahren 3 Jeep Wrangler – die dürfen nachc kurzer Anleitung auch die „Blockade“ passieren. Jetzt sind wir dran.

Der Ranger schaut durchs Fenster ins Auto, fragt nach dem „4 WD“. Wir zeigen den „AWD“, er nickt und sagt nur „Okay“. Er erklärt uns, was wir beim Hoch. Und Runterfahren zu beachten haben, dass nach dem Bergabfahren die Bremsen kontrolliert werden, wir in bestimmten „Gängen“ fahren sollen und direkt nach Sonnenuntergang den Mauna Kea verlassen müssen.

Außerdem sollen wir bei Anzeichen wir Übelkeit, Kopfschmerzen, Erbrechen etc. sofort umkehren, denn schließlich fahren wir nun auf 4.200m (so hoch war ich – abgesehen vom Flugzeug – noch nie 😱

Mir ist mulmig….aber das wird hoffentlich. Der Ranger erkundigt sich noch nach dem Alter unseres Sohnes, denn Kinder müssen mindestens 13 Jahre alt sein, um auf den Mauna Kea hinauf zu dürfen. Wegen der extremen Höhe und der dünnen Luft durchaus verständlich. Unser Sohnemann ist aber 14 Jahre jung und darf mit nach oben.

18 Uhr, wir dürfen passieren und fahren den Wranger Jeeps hinterher. Während das Onizuka Visitor center in dichten Nebel und Wolken gehüllt ist, durchbrechen wir die Wolkendecke schnell und fahren den letzten Sonnenstrahlen entgegen hinauf auf den Mauna Kea. Der Fahrer des Jeeps vor uns ist scheinbar noch nie abseits einer asphaltierten Straße unterwegs gewesen und schneckt gefühlt im ersten Gang den Berg hinauf. Ich habe als Sunset Time 18:58 Uhr notiert – wenn der weiter so langsam kriecht, schaffen wir das nie im Leben 🙈

Der Gatte ist latent genervt, aber überholen können wir nicht, also hoffen, dass wir rechtzeitig oben ankommen. Hinter uns klettern ja noch so einige Autos den Berg hinauf, wir sind also nicht die Letztzen…. Oder!? Jetzt haben wir schon Zeitdruck, da jammert die Tochter, sie braucht eine Toilette… 🙈

Echt jetzt???? Wo sollen wir denn hier auf 4000m eben mal ein Klo finden!?

Ich erinnere mich an die Karte, die der Ranger uns gegeben hat, wo tatsächlich kurz vor dem Gipfel ein WC eingezeichnet ist. Das „Geschäft“ scheint so dringend zu sein, dass selbst die hier oben gefühlten 0 Grad mit Wind und das braune Dixi-Klo den Drang nach einer Toilette nicht mildern können.

Endlich, um 18:45, erreichen wir den Gipfel. Der Himmel ist sogar noch blau. Puh, rechtzeitig geschafft.

Wir parken neben den anderen Jeeps und SUVs, neben dem Mauna Kea und Gemini Observatorien, mit Blick auf die darunter liegenden Observatorien und ziehen unsere Jacken an. Mist, ich habe meine Mütze wieder vergessen 🙈

Es ist frisch…. Sehr frisch!

Der Himmel ist klar, wir schauen nach unten auf die geschlossene Wolkendecke. Schon irgendwie spooky. Ich bin ja echt kein Weichei, aber wie es einige Touris hier oben noch in kurzer Hose und T-Shirt aushalten, erschließt sich mir nicht. Bibber…. 🥶🤭

Der Sunset ist schon der Wahnsinn! Keine 30 Minuten später ist schon alles vorbei und wir verlassen in der Autokolonne den Gipfel. Das Thermometer zeigt 41 Fahrenheit – kuschelige 5 Grad Celsius 🥶 (und das im Sommerurlaub! 🤭)..

Bergab zieht es sich nun auch wieder ganz schön. Wir können ja nur sehr langsam fahren und versuchen bestmöglich, die Bremsen zu schonen. Unten werden wir schon von Rangern erwartet, die die Temperatur unserer Bremsen messen. Unsere Bremsen sind mit knapp 600 Fahrenheit (ca. 315 Grad) viel zu heiß. Wir sollen mind. 30 Minuten auf dem Parkplatz warten und die Bremsen abkühlen lassen. Kein Problem, wir wollen jetzt sowieso noch Sterne anschauen.

Hier „unten“ ist es gleich 10 Grad wärmer. Auf knapp 3000m genießen wir noch bis 21 Uhr den Sternenhimmel und machen uns dann auf den Heimweg, der sehr anstrengend ist, da es auf dem Rückweg regnet und wieder sehr neblig ist, bis wir endlich die Küste erreichen.

Was für ein cooles Erlebnis!!!

USA

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