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Tag 9: Cape Hillsborough - Eungella NP - Airlie Beach

30. Juni 2018

Pünktlich um 6:15 stehen wir in den Startlöchern und laufen in der totalen Finsternis zum Strand. Im Mondlicht erkennen wir schon die Kängurus, die am Strand herumspringen.

Sonnenaufgang mit Kängurus
Sonnenaufgang mit Kängurus

Ui ist das aufregend. Kurze Zeit später kommen weitere Urlauber und halten mit Blitzlichtgewitter in der Dunkelheit ihre Kameras auf die Kängurus. Das störende Prozedere wird von der Rangerin gestoppt, die das Fotografieren mit Blitzlicht untersagt, ein Tellerlinie als Absperrung zwischen Touristen und Kängurus legt und dann die Kängurus füttert. In sicherer Entfernung können wir nun im Sonnenaufgang die Kängurus beobachten. Sehr cool!

Wir verbringen ca. 1 Stunde am Strand, dann ist es dem Rest meiner Familie zu kalt und sie gehen zurück zum Wohnmobil. Ich schaue den davon springenden Kängurus noch eine Weile zu, als mich eine Dame auf Englisch anspricht und fragt, ob ich aus Deutschland komme.

Wir kommen ins Gespräch. Sie ist eine gebürtige Dänin und lebt seit 40 Jahren glücklich verheiratet mit einem Australier in Melbourne.

Sie kann sogar noch Deutsch (sie lebte ein paar Jahre in Deutschland) und freut sich, dass sie ein paar Brocken Deutsch mit mir wechseln kann. Nachdem sie von ihren Reisen erzählt hat, zeigt sie mir noch Bilder aus Sydney und Melbourne. Sie ist übrigens eine waschechte „Grey Nomad“. Ihr Mann kommt dazu und die Beiden berichten sehr redselig von ihrem letzten Urlaub in ITALIEN – und er ist absolut begeistert von den europäischen Autobahnen und den fehlenden „Speed Limits“ ;-)


Sehr lustig! Wir verabschieden und und sie wünschen uns einen „great trip“. Im Womo gönne ich mir noch einen Kaffee, dann verlassen wir unsere Site und fahren ein kurzes Stück bis zum „Mangrove Walk“. Dort sehen wir u.A. ein riesiges Nest von grünen Ameisen und eine ganz seltsam aussehende Spinne.

Mongrove Walk
Grüne Ameisen
Ameisennest
Mangrove Walk
Interessante Spinne...?


Weiter geht’s ins Landesinnere. Wir wollen in die „Berge“ zum Eungella Nationalpark fahren und hoffen, ein wildes Platypus (Schnabeltier) zu sehen. Das Wetter hat sich im Landesinneren etwas verschlechtert.


Es ist sehr bewölkt und die Vorhersage für morgen ist gar nicht gut.... aber wir hoffen mal das Beste.
Während der Fahrt zum Eungella Nationalpark passieren wir unzählige Zuckerrohrfelder, teilweise mit Schienen und Eisenbahn & Waggons zum Zuckerrohrtransport. Wahnsinn!

Vorbei an Feldern und Wiesen mit Rinderherden, schrauben wir uns die „very steep climb“ Straße rauf in die Wolken. Das hat auf jeden Fall was Mystisches!

Wir halten beim Parkplatz des „Sky Window Lookouts“ und laufen den kurzen Trail, wo es mehrere View Points gibt...

Parkplatz am Sky Window Trail
Parkplatz am Sky Window Trail
Eungella Nationalpark Trail zum Sky Window Lookout
Eungella Nationalpark Trail zum Sky Window Lookout
Eungella Nationalpark Trail zum Sky Window Lookout
Eungella Nationalpark Trail zum Sky Window Lookout

Doch wie man auf dem Bild unten sieht, sieht man : NICHTS!

Und wie man sieht - siehst man nichts! Nur Nebel beim Sky Window Lookout
Und wie man sieht - siehst man nichts! Nur Nebel beim Sky Window Lookout

Nur Nebel.... Hm.... Der „Dschungel“ wirkt allerdings im Nebel besonders cool. Bei Sonne kann ja jeder ;-)

Weiter geht’s zum Broken River Visitor Center. Wir laufen die Platypus View Route zuerst zum See. Hier scheint wenigstens die Sonne.

See Broken River Eungella NP
See Broken River Eungella NP

Dort werden wir auch nach wenigen Minuten schon „fündig“: genau in der Mitte des Sees dreht ein kleines Schnabeltier seine Runden bevor es, schnell wie der Blitz, abtaucht und sich nicht mehr blicken lässt! Was für ein Glück!!

Juhu! Da ist das scheue Platypus!! See bei Broken River Eungella Nationalpark
Juhu! Da ist das scheue Platypus!! See bei Broken River Eungella Nationalpark

Wir sind ca. eine Stunde am See, Fluss und am Viewpoint unter der Brücke unterwegs, aber außer Schildkröten, Fröschen und kreischenden Kakadus sehen wir nichts mehr.

Playpus Walk Eungella NP
Playpus Walk Eungella NP

Mit dem guten Gefühl, etwas „Seltenes“ gesehen zu haben, gönnen wir uns noch ein Mittagessen im Broken River Cafe, bevor wir die Weiterfahrt antreten.

Broken River Cafe - mit lustigen Stühlen
Broken River Cafe - mit lustigen Stühlen
Broken River Eungella NP
Broken River Eungella NP
Eungella NP Die beiden Bäume haben sich sehr gern ;-)
Eungella NP Die beiden Bäume haben sich sehr gern ;-)

Auf dem Rückweg halten wir noch mal am Sky Window Lookout, denn mittlerweile scheint die Sonne und – oh Wunder – man kann tatsächlich die atemberaubende Aussicht genießen! Wahnsinn, wie anders hier alles bei Sonne aussieht!!!

Was für ein Ausblick!!! Sky Window Lookout Panorama
Was für ein Ausblick!!! Sky Window Lookout Panorama
Was für ein Ausblick!!! Sky Window Lookout Panorama
Was für ein Ausblick!!! Sky Window Lookout Panorama
Sky Window View Eungella NP
Sky Window View Eungella NP
Und jetzt gehts wieder runter an die Küste!
Und jetzt gehts wieder runter an die Küste!
Zuckerrohrzug
Zuckerrohrzug
Eine fröhliche Truppe Radfahrer auf dem Weg in die Berge
Eine fröhliche Truppe Radfahrer auf dem Weg in die Berge
Und das Wetter ist wieder schön
Und das Wetter ist wieder schön

Vor uns liegen 170 km Fahrt, erst zurück zur Küste und dann weiter nach Airlie Beach. In Airlie Beach angekommen ist unser erster Gedanke: Airlie Beach gefällt uns überhaupt nicht...
Da wir erst frühen Nachmittag haben, fahren wir weiter Richtung Shute Harbour, wo wir kurz vorher einen Parkplatz anfahren und noch einen kleinen Trail zu einem Viewpoint auf dem Berg klettern.

Das Wetter an der Küste hat sich im Gegensatz zum Hinterland sichtbar verschlechtert. Die Sonne hat sich hinter dicken Wolken verzogen und es sieht nach Regen aus. Von "türkisblauem" Wasser ist keine Spur. Der Wind hat aufgefrischt und die dicken Wolken kündigen Regen an.... Menno....

Nach dem Trail fahren wir kurz zum Airlie Beach Stadtstrand zwischen Jachtclub und Fairy Tree Park und schauen uns etwas um. Airlie Beach erinnert etwas an den Ballermann auf Mallorca (wo ich zwar noch nie war, aber wenn hier Hochsaison ist, muss hier die Hölle los sein...).

Airlie Beach bei Ebbe
Airlie Beach bei Ebbe

Dutzende Läden, Souveniershops, Restaurants und Touristenbüros reihen sich an der Straße entlang, so weit das Auge reicht.

Ride the Duck - auch in Airlie Beach!
Ride the Duck - auch in Airlie Beach!

Während der „Ride the Duck Bus“ quakend ans uns vorbei fährt (den kennen wir schon aus Seattle und Halifax), schlendern wir am Strand entlang zurück zum Wohnmobil und fahren zu unserem Campground für heute, dem „Seabreeze Park“, wo wir unsere Powered Site 12 mit Slab beziehen.

An der Rezeption wird uns die schöne Poolanlage ans Herz gelegt, wäre vor allem für die Kinder ganz toll! Auf die Frage, ob der Pool beheizt ist, bricht die gute Frau fast in Tränen aus – vor Lachen versteht sich.

Pool unseres Campgrounds Seabreeze Tourist Park
Pool unseres Campgrounds Seabreeze Tourist Park

„Where are you from???“ scherzt sie und sagt uns, dass sie jeden Morgen schwimmen gehen würde. Der Pool hätte stolze 22 Grad Wassertemperatur, aber bei derzeit 18 Grad Außentemperatur zieht uns nichts mehr ins Wasser.

Unsere Site liegt an einer großen Wiese, um die herum viele andere Trailer und Wohnmobile stehen. Der Camphost zeigt uns die Anschlüsse und noch bevor ich fragen kann, warum auf der Wieso so viele Schläuche herum liegen, zeigt er auf unseren Greywater Anschluss und sagt, wir sollen den Abwasserschlauch einfach irgendwo auf die Wiese legen – wie alle anderen auch!
Waaaaas?????????? Die lassen ihr Greywater einfach so auf die Wiese laufen??? Echt jetzt? Ich bin sprachlos...

Man achte auf die vielen Schläuche auf der Wiese...
Man achte auf die vielen Schläuche auf der Wiese...
Schlauchparade
Schlauchparade
Seabreeze Tourist Park Campground Site 12
Seabreeze Tourist Park Campground Site 12

Er scheint unsere irritierten Blicke gesehen zu haben und fragt noch, ob wir das Greywater schon während der Fahrt „abgelassen“ hätten. Hä???? Ist das ein Scherz!? Nein – kein Scherz! Wir bekommen tatsächlich erklärt, dass es in Australien völlig normal sei, das Greywater während der Fahrt „abzulassen“, per Schlauch „auf die Wiese zu leiten“ oder in einem Eier zu sammeln und dann „irgendwo hin“ zu schütten. Ich bin fassungslos.... Ist das eklig!!!! Also in meinem Greywater befinden sich dann neben Seifenresten und Spüliresten auch vielleicht Essensreste vom Spülen. Wer weiß, was das dann für Viecher anlockt!?

Seabreeze Tourist Park Campground Site 12
Seabreeze Tourist Park Campground Site 12

Wir entscheiden uns für die Eimervariante. Abwaschen und Spülen haben wir bisher brav im Campkitchen gemacht – und das versuchen wir auch weiterhin. Der Eimerinhalt findet sein Ende in der nahen Toilette. Pfffffff............ auf der Wiese „ablassen“ kommt für uns nicht in Frage!
Nach dem Abendessen genieße ich den Luxus eines schnellen WLANs und checke die Wettervorhersage für morgen. Am liebsten würde ich heulen. Es ist zu 90 % Regen vorhergesagt, bei Höchstwerten von 16-18 Grad. Oh nein.... bitte nicht ausgerechnet morgen schlechtes Wetter!!!!
Morgen steht der Tagestrip auf die Whitsundays an! Diesen habe ich schon vor Monaten gebucht....für teures Geld!!!

Und wir haben uns vorab so auf den weißen Strand und das türkisblaue Wasser am Whitehaven Beach gefreut.... ich könnte heulen.
Nach einigen Stoßgebeten zum Himmel, der Wettergott möge bitte Gnade walten lassen, schlafen wir ziemlich schnell ein.

Allerdings höre ich noch die ersten Regentropfen auf das Wohnmobildach trommeln...
So ein Pech aber auch..... :-(


Für die Statistik:
Campground: Seabreeze Tourist Park
Kosten: 42 € / Powered Site mit Slab
Gefahren: 304 km
Tiersichtungen: Kookaburra, Kängurus, Schildkröten, Frösche, Platypus, Kakadus, Ameisen und eine seltsame Spinne
Wetter: Sonne & Wolken, 18-24Grad
Fazit: Auf der Suche nach dem Platypus!

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