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Kofferpacken für 4 Klimazonen - Familienurlaub Australien

Tag 11: Airlie Beach - Paluma Range NP

2. Juli 2018

Heute Morgen geht es entspannter zu als an den letzten Tagen. Zwar können wir nicht bis in die Puppen schlafen, aber um 5 Uhr müssen wir heute auch nicht aufstehen. Wir wachen gegen 7:30 Uhr mit dem Gekrächze der Kakaduschwärme auf. Wahnsinn, was die für einen Lärm machen können. Ich habe das Gefühl, in einer riesigen Vogelvoliere zu nächtigen :-)
Während ich mich für die Morgentoilette nach draußen begebe und die WoMo Tür schließen will (es regnet übrigens nicht mehr), passiert es:
die Horrorbegegnung mit dem ersten großen Krabbeltier!!!
Außen auf der WoMo Tür sitzt eine riesige schwarze Spinne, die beim Schließen der Tür mit einer rasenden Geschwindigkeit versucht, ins Innere des WoMos zu gelangen. Aber ich bin schneller! Yes!

Geistesgegenwärtig haue ich die Tür zu, mache einen Satz nach hinten und kreische. Ich habe die totale Spinnenphobie.... Ahhhhhhhhhhh! Hilflos muss ich mit ansehen, wie das Viech versucht, sich zwischen Fliegengitter und Tür durch das Gummi zu quetschen.

Ich schreie dem Gatten zu, er soll mal mit viel Schwung die Tür aufmachen, damit das Vieh weg fliegt (soweit die Theorie). Brav reagiert der Gatte und schubst die Spinne gekonnt nach draußen. Sie bleibt auf dem Slab liegen (riiiiiiieeesig – finde ich zumindest), von wo mein Gatte sie mit dem Besen ca. 3 Meter weit auf die andere Straßenseite katapultiert.
Puh – jetzt bin ich wach!
Ich schaue nun ganz genau, wo ich hintrete, als ich zum Waschhaus laufe. Auch dort wird erst alles genaustens inspiziert, bevor ich mich vor dem Waschbecken niederlasse bzw. das WC aufsuche. Bei Nässe scheint es die Biester ins Trockene zu ziehen. Aber Glück gehabt – es ist keine Spinne in Sicht. Uff....
Auch auf dem Rückweg zum WoMo schaue ich mir die Tür ganz genau an, bevor ich sie anfasse. Wollen ja keine weitere Begegnung riskieren.

Nach dem Frühstück gehts weiter Richtung Norden. Das Wetter hat sich etwas gebessert, es regnet nicht mehr, aber die Küste ist wolkenverhangen und Sonne ist nicht sichtbar. Also auch heute wäre der Whitsundays Trip kein Sommerabenteuer geworden... was soll´s, weiter geht’s!

Mango-Land
Mango-Land
Weiter Richtung Townsville
Weiter Richtung Townsville

Wir starten in Richtung Townsville. Magnetic Island fiel ebenfalls dem Rotstift zum Opfer, daher steuern wir Townsville nur zum Mittagessen an.
Gegen Mittag erreichen wir die Stadt auch recht unkompliziert und ergattern in unmittelbarer Nähe zum Strand einen Parkplatz.

Townsville, Strand Park
Townsville, Strand Park
Wasserspiele am Strand von Townsville
Wasserspiele am Strand von Townsville

Das Wetter ist immer noch stark bewölkt, über dem Meer ist es noch dunkler. Also auch Magnetic Island wäre heute nicht so ganz das Wahre gewesen...

Bick auf Magnetic Island
Bick auf Magnetic Island
Na, gibts was zu sehen???
Na, gibts was zu sehen???
Am Strand essen wir im „FishChips“ Restaurant zu Mittag (übrigens Salat und Pizza ;-)) und fahren danach weiter Richtung Paluma Range Nationalpark.
Lustig :-)
Lustig :-)
Salz & Pfeffer mal anders ;-)
Salz & Pfeffer mal anders ;-)
Townsville Harbour
Townsville Harbour
Townsville Memorial Park
Townsville Memorial Park
Unser heutiges Ziel sind die Jourama Falls und der dazugehörige Campground. Unsere einzige Übernachtung auf einem staatlichen Nationalpark Campground.

In den USA & Kanada ist das ja für uns selbstverständlich, auf einem Nationalpark CG zu nächtigen, in Australien aber scheitern wir meist daran, kein 4x4 Allradfahrzeug zu haben oder dass das WoMo ist einfach zu groß ist. Das Internet spuckte mir aber aus, dass eine Übernachtung und Anfahrt mit dem WoMo möglich wäre, also hoffen wir mal und lassen uns überraschen.

Mangoland - ich habe eine lachende Mago gesehen ;-)
Mangoland - ich habe eine lachende Mago gesehen ;-)


Wir erreichen die Fälle über eine nicht geteerte Seitenstraße, genauer gesagt eine Baustellenstraße, denn hier wird gerade fleissig gearbeitet. Zum Glück ist es nicht mehr allzu nass, sonst würde zu unserer blauen Außenfarbe noch ein sattes Orangerot dazukommen, da die Straße eine „Lehm-Sandpiste“ ist.

Zufahrtstraße zu den Jourama Falls....
Zufahrtstraße zu den Jourama Falls....

Nach einigen Kilometern erreichen wir den Wald und dort dann auch den ersten Hinweis, dass wir einen „Fluss“ durchqueren müssen, um zum Campground zu gelangen.....!?

Was!? Davon stand aber nichts im Internet!!!!
Obendrein gibt es keine Wendemöglichkeit – schon gar nicht für unser kleines "Schiff".... Oh je...

Jourama Falls, Paluma Range NP
Jourama Falls, Paluma Range NP

Ich steige aus und lese mir die Infotafel durch.
Die Straße zum Campground ist eine „unsealed road“ (haben wir schon gemerkt), die 2 x (!) den „Creek“ überquert, bis sie den Campground erreicht... Hm.
Es steht nichts auf der Tafel, dass Wohnmobile die Strecke nicht fahren können/dürfen. Also los!

Wir kommen zur ersten Bachüberquerung. Das Wasser ist nur ein paar cm hoch. Mit Schwung heizt der Gatte mit dem WoMo durchs Wasser auf die andere Seite. Na, das war doch problemlos.

Weiter geht’s auf rotem Lehmboden zur nächsten Bachdurchquerung. Auch diese meistern wir problemlos. Kurz danach erreichen wir den Campground. Ich konnte vorab im Internet lediglich einen Platz reservieren, aber keinen nummerierten Stellplatz. Scheinbar kann man sich hier aussuchen, wo man sich hinstellen mag.

Wir fahren den Loop ein mal ab und entscheiden uns für die Site Nummer 1.

Unsere Campsite 1 - Jourama Falls Campground, Paluma Range NP
Unsere Campsite 1 - Jourama Falls Campground, Paluma Range NP
Jourama Falls Campround, Site 1
Jourama Falls Campround, Site 1
Jourama Falls Campround, Site 1
Jourama Falls Campround, Site 1
Ganz alleine auf dem Jourma Falls Campground
Ganz alleine auf dem Jourma Falls Campground
Großzügig und in der Nähe des Toiletten-/Waschhauses.

Wir sind alleine! Ganz alleine auf dem Campground (das ist schon irgendwie komisch....).
Aber die Site und der Campground sind super!

Endlich mal das Gefühl, in der „Wildnis“ zu sein. Sehr schön!
Vor Moskitos wird gewarnt, wir sprühen uns auch direkt ein, aber wir sehen keine Mücke. Zum Glück!

Das Waschhaus (inkl. Fledermäuse)
Das Waschhaus (inkl. Fledermäuse)

Nachdem wir das (wirklich saubere) Waschhaus mit sehr sauberem Plumpsklo – kein Witz! - erkundet haben, packen wir unsere Badesachen und laufen den Weg in Richtung Jourama Falls.

Jourama Falls, Paluma Range NP
Jourama Falls, Paluma Range NP

Während es an der Küste stark bewölkt war, ist es hier im Landesinneren sonnig und unheimlich schwül. Das Thermometer im WoMo zeigte „nur“ 25 Grad, aber ich schwitze, als wären es 30 Grad. Laut Reiseführer soll es hier Badepools geben. Prima, da muss ich hin!!
Vorher werfe ich kurz einen Blick auf die Campgroundtafel.

Meine Reservierung habe ich natürlich ausgedruckt und wie gefordert, gut sichtbar hinter der Windschutzscheibe platziert.
Ich stolpere beim Lesen der Campgroundinfo über folgenden Satz:

For your safety:
The creek may rise suddenly after rain and crossings will become impassable. For your safety, ensure you have several days of extra food.


Ahhhhh..... Wie war doch gleich der Wetterbericht für morgen? Sollte es nicht heute Nacht regnen???? Panik! An Essen und Trinken mangelt es uns nicht, aber wir haben schlichtweg keine Zeit, „ein paar Tage“ hier auf dem Campground zu verbringen. Mein Mann beruhigt mich. Momentan sieht es nicht nach Regen aus und wir wandern nun zuerst zu den Fällen, danach schauen wir im Handy, was der Wetterbericht sagt.

Ok, auf in Richtung Rockpools zum Schwimmen!
Aber zuerst heißt es „Schwitzen“ und den Jourama Falls Lookout erklimmen.

Wir erklimmen den Weg zu den Jourama Falls
Wir erklimmen den Weg zum Jourama Falls Lookout
Über Steine, Treppen und Wege gehts zu den Falls
Über Steine, Treppen und Wege gehts zu den Falls
Ob der kleine Stein den großen Felsen hält???
Ob der kleine Stein den großen Felsen hält???
Da sind die Falls - viel weiter ran laufen wir heute nicht mehr
Da sind die Falls - viel weiter ran laufen wir heute nicht mehr
Blick auf die vielen Rockpools
Blick auf die vielen Rockpools

Als das erledigt ist (ich hab mittlerweile den Puls eines Wellensittichs), klettern wir den Pfad und die Treppen wieder runter zum Schild „Rockpools“, klettern weiter das Flussbett hinunter und erklimmen die vielen Felsen, bis wir ein richtig großes Wasserloch zum Baden finden.

Ja, genau da will ich hin!!!
Ja, genau da will ich hin!!!
Steinkunst
Blick auf die Jourama Falls in der Ferne
Blick auf die Jourama Falls in der Ferne
Flusslauf der Falls - ist gerade nicht so viel Wasser drin
Flusslauf der Falls - ist gerade nicht so viel Wasser drin
Rockpool! Auf ins kühle Nass!!!
Rockpool! Auf ins kühle Nass!!!

Das Wasser ist zwar klar, aber der Untergrund scheint sehr dunkel und tief zu sein. Es kostet also etwas Überwindung, in das (saukalte) schwarze Wasser zu steigen (die Sonne steht schon sehr tief) und los zu schwimmen. Aber ist man endlich drin = herrlich!

Wir planschen im Wasser, bis es einfach zu frisch wird. Ach ist das toll! Schön abgekühlt geht es zurück zum Wohnmobil.

Jourama Falls, Paluma Range NP
Jourama Falls, Paluma Range NP

Die angekündigte Campgrounddusche ist übrigens nur eine klapprige Duschkabine mit Duschkopf.... Gut, dass wir schwimmen waren ;-)

Open Air Dusche
Open Air Dusche

Mein Mann versucht vergeblich, an den Wetterbericht für Morgen zu kommen, aber wir sind hier wirklich fernab von jedem Telefonnetz – wir haben beide kein Netz. Wir einigen uns darauf, dass wir sofort losfahren, wenn es anfangen sollte zu regnen.
Ok, damit kann ich leben.
Es dämmert langsam und wir sind immer noch alleine auf dem Campground. Das ist ja echt ein komisches Gefühl. Ich will mir den Sternenhimmel anschauen, aber die Bäume sind zu dicht Stattdessen schaue ich nochmal bei der Campgroundiinfo vorbei (vielleicht gabs da eine Wettervorhersage?) und stolpere beim zweiten Lesen über den Satz:

„Stinging fish called bullrouts live in some rivers and creeks. If you are stung and symptoms are severe, seek medicl advice“

Na prima – zum Glück lese ich das jetzt erst!!! Niemals hätte ich sonst einen Fuß in das schwarze Wasser gesetzt!

Nachdem der letzte Tagestourist der Jourama Falls die Straße neben dem Campground passiert hat, wird es gespenstisch ruhig und vor allem dunkel. Durch die Bäume rundherum dringt kaum noch Mondlicht zu uns und die spärliche Beleuchtung des Toilettenhauses ist kaum zu sehen.
Normalerweise wollen wir das enge kleine WoMo-Klo nur im Notfall benutzen, aber heute ist klar, dass hier keiner abends oder nachts alleine auf Toilette wandert, sondern stattdessen das Klo im WoMo benutzt.

Während draußen die Flughunde ihre Runden drehen und die Truthähne, oder was auch immer das für schwarz-gelb-rote Viecher sind, wilde Kämpfe liefern, schlafen wir ein. Allerdings werde ich mehrfach in der Nacht wach und horche, ob es nicht doch Regentropfen sind.

Allerdings regnet es heute Nacht tatsächlich nicht.
Uff – Glück gehabt!


Für die Statistik:
Campground: Jourama Falls Campground
Kosten: 16 € / Unpowered grass-Site
Gefahren: 370 km
Tiersichtungen: Truthahn, Vögel, Fledermäuse, Spinne
Wetter: erst bewölkt dann sonnig bis 25 Grad
Fazit: Wildnis – wir kommen!


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