Tag 1, 25. April, Ankunft in Darwin
Der Flug mit Singapore Airlines ab Frankfurt war angenehm. Abflug 12:15, nach 12,5 Stunden in Singapore, dort 1,5 Stunden Aufenthalt, und weiter nach Darwin, ein Flug von nicht...

Veröffentlicht: 29.04.2026











Um 6:30 von alleine aufgewacht. Frühsport im Hotelzimmer mit der App. Alles gepackt, und um 8:15 runter zur Rezeption. Während wir auf den Uber warten, sehen wir einen Gelbhaubenkakadu am Hochhaus gegenüber auf einem Balkon rumturnen, und große schwarze Flughunde, wie sie in den Bäumen verschwinden. Ein super Anfang für den Tag!
Zum Abholort des Campers sind es nur 10 Minuten mit dem Uber. Wir sind etwas zu früh da, doch kurz vor 9:00 machen sie auf. Mal davon abgesehen, dass man mir eine zusätzliche Versicherung aufschwatzen will, obwohl ich schon eine gebucht habe, geht alles problemlos und schnell. Noch vor 10:00 haben wir den Camper, einen Apollo Hightop mir kleiner Küche und Schlafgelegnheit für zwei. Wir wurden sogar upgegraded und bekommen Dusche und WC mit dabei, obwohl ich ohne gebucht hatte.
Das Auto ist recht groß und hat genügend Stauraum, wo wir nachmittags alle Einkäufe und alle Klamotten etc. unterbringen können. Neuer Reifen, was wichtig ist, und rundum schon recht verkratzt, was mir auch recht ist.
Wir kaufen dann noch groß in Darwin ein, im Woolworth Casuarina. Parken mit Camper ist da eine Katastrophe, aber der Supermarkt ist riesig und es gibt alles, auch Kängurufleisch. Etwas nach 11:00 Uhr verlassen wir Darwin.
Zum Litchfield Nationalpark ist es nicht weit, weniger als 200km. Aber hier fährt man langsam, mit großem Camper erst recht, nur um die 100-110km/h. Es gibt am Eingang des Nationalparks kein Tor, nur ein Schild, dass man jetzt da ist. Die ganze Fahrt geht durch lichte, sehr grüne tropische Baumsavanne, mit nur ca. 5 Meter hohen Eukalyptusbäumen, die nicht sehr eng stehen.
Wenn man in den Nationalpark reinfährt, ändert sich erstmals gar nichts. Weiterhin tropische Baumsavanne. Nach einigen Kilometern sieht man dann aber die ersten großen Termitenbaue. Rote Säulen der Spinifex-Termiten, fast 3 Meter hoch. In Überschwemmungsebenen die nach Nord-Süd ausgerichteten Baue der Kompasstermiten, auch über 2 Meter hoch. Diese sind grau und erinnern an Obeliskenfelder in Südeuropa. Warum diese bevorzugt in tiefer liegenden Grasflächen vorkommen, die jetzt noch überflutet sind, ist mir unbekannt. Aber der Sinn der Ausrichtung ist wohl, dass die Baue morgens schnell aufwärmen aber in der Mittagshitze wenig Sonneneinstrahlung abbekommen.
Der Litchfield Nationalpark ist bei den Australiern beliebt für seine vielen kühlen Wasserpools, die Abkühlung von der heißen Tropensonne bieten. In der Regenzeit sammelt ein etwa 300m hohes Steingebirge, ähnlich dem Arnhemland, Wasser auf, dass dann ganzjährig über Wasserfälle in kühle Bäche im darunter liegenden Tiefland läuft. Entlang dieser Bachläufe ist eine Art tropischer Galleriewald, als Monsun Regenwald bekannt, doch bereits nach wenigen hundert Metern wandelt sich dieser in Baumsavanne um.
Als erstes stoppten wir an den Buley Rockhole, einem beliebten Badeort, doch war so viel los, fast der ganze Parkplatz besetzt, dass wir dann doch lieber weiterfuhren. Es war ja Sonntag und viele Besucher aus Darwin waren hier zum Badespaß. Nur wenige Kilometer kamen wir zu den Florence Falls, und hier campten wir. Der Campingplatz ist sehr schön, die Plätze nicht zu nahe beieinander in Buchten zwischen den Bäumen, die Sanitäranlagen sehr basic, aber ausreichend. Es gab einen Grill für Holz, aber von Tasmanien waren wir gewohnt, dass es überall nur Gasgrills gibt und offenes Feuer verboten ist. Zum Glück lag aber etwas Holz neben dem Grill, weiteres sammelte ich später im Wald.
Es war gegen14:00 Uhr. Wir räumten erstmals unser Wohnmobil ein, machten uns mit allem vertraut, und ruhten uns etwas aus. Um 15:45gingen wir los zu den nahe gelegenen Florence Falls, wo es eine Rockpool zum Baden gibt. Die Hoffnung war, dass es nun nicht mehr so voll ist und die meisten Wochenendausflügler bereits auf dem Heimweg wären.
Tatsächlich kamen uns viele Leute entgegen, die gingen. Von einer Aussichtsplattform sah man die breiten aber niedrigen Florence Falls. Dann gingt es einige Stufen hinunter in den herrlichen Monsun Regenwald und links zu den Rockpools, wo wir nach nur 15 Minuten ankamen.
Es war immer noch viel los, sicher über 25 Leute da, aber nicht zu voll. Das Wasser war erstaunlich frisch, was in der Tropenhitze angenehm war. Große Fische schwammen umher. Die Strömung an den Fällen war für mich zu stark, um dorthin zu kommen. Auch wurde es schnell tief. Aber wir genossen das Wasser.
Höhepunkt war ein gut 1 Meter langer schlanker Waran, der an einem Baum im Bachbett saß, und ganz ungestört von den Menschen war. Man konnte sich ihm auf 1 bis 2 Meter nähern, ohne dass er was machte. Näher traute sich keiner heran.
Dann wurde er aktive, schwamm durch den Bach, suchte nach Keksresten, lief wenige Zentimeter von meinen Füßen entfernt vorbei!
Auf dem Rückweg liefen wir eine 1km lange Extrastrecke durch den schönen Monsumwald. Zurück im Camp machten wir Feuer und grillten. Als wir gegessen hatten, war es schon lange dunkel, und wir machten eine kurze Nachtwanderung in den Wald hinein. Einige der invasiven Agar Kröten gab es zu sehen, einen Eisvogel, und viele unterschiedliche Arten von Spinnen: Eine recht große Wolfsspinne auf dem Waldboden, von oben herab hängend eine an unsere Kreuzspinne erinnernde Art, und eine weitere große, aber dünne Radnetzspinne. Aber leider keine Beuteltiere.
