
Veröffentlicht: 05.05.2026














Vor 6:00 aufgestanden für etwas Frühsport, dann um 6:30 auf den berühmten 7,5km langen Ormiston Pound Walk, angeblich die schönste Kurzwanderung im West MacDonnel National Park. Nur eines verunsicherte uns: Auf der Homepage stand, man müsse zur Zeit 15m durch sehr kaltes Wasser im Fluss schwimmen, um den Rundweg zu beenden. Und auch am Trail selber waren ausgedruckte Zettel, die dasselbe sagten. Nun kann Lindelani nicht schwimmen, und meine Kamera auch nicht! Am Kiosk hatte man uns gestern aber gesagt, inzwischen könne man wohl durch das hüfthohe Wasser laufen. Nur sahen die stark übergewichtigen am Kiosk nicht so aus, als wären sie den Walk irgendwann mal selber gegangen, noch konnten sie uns auf der Karte zeigen, wo denn das Wasser sei.
Nun denn, frohgemut gingen wir vor Sonnenaufgang los, schön den Berg hoch durch grüne Hügel, toller Ausblick auf das Flusstal unter uns, zu dem wir dann runterstiegen. Von hier aus sahen wir die ganze gewaltige Schlucht, ein riesiger roter Spalt, der sich im Gebirge auftat.
Vor der Schlucht dann der Höhepunkt des Tages: Ein knallgrüner Schwarm von vielleicht 50 Wellensittichen flog in die Schlucht. Leider zu weit weg und zu schnell zum fotografieren.
Am Eingang der Schlucht waren wir schon 5km und 2 Stunden gewandert und würden ungern wieder alles zurücklaufen müssen. Wobei der Weg erst jetzt schwierig wurde, mussten wir doch durch das Geröll und über die großen Steine im Flussbett laufen, was uns recht langsam machte.
Eine Weile später waren wir dann vor der ersten Wasserüberquerung. Links von uns nur noch eine hohe Felswand, wir mussten durch den Fluss, um auf der anderen Seite weiterzukommen.
Es sah tief aus, aber machbar.
Zuerst ging ich rüber. Ohne Ausrüstung. Gerade an den tiefen Stellen war es glitschig. Man konnte zwar auf große Steine treten, es gab aber auch die Gefahr, dort runterzurutschen. Das Wasser war fast Brusthoch, aber selbst wenn man ins tiefere Wasser gerutscht wäre, hätte man noch stehen können.
Zurück zum anderen Ufer. Hand und Fotoapparat und Schuhe rüber tragen. Fast wäre ich ausgerutscht und die Kamera im Wasser gelandet, aber es ging nochmals gut. Wobei ich hier den Objektivdeckel verloren habe, bereits den zweiten in Australien (das erste Mal war vor 1,5 Jahren in Tasmanien).
Dann kam auch langsam Lindelani rüber und ich war bereit, ihr zu helfen, falls notwendig. Aber es ging alles gut.
Nun weiter das schmaler werdende Bachbett entlang. Wir wussten nicht, ob wir nochmals eine, dann womöglich tiefere, Flussdurchquerung vor uns hatten. Wir wollten nicht umkehren und 3 Stunden zurück laufen, waren es doch nur noch 30 Minuten zum Camp.
Doch hatten wir gestern vom Aussichtspunkt noch eine andere Stelle gesehen, wo man wohl durch den Fluss muss.
Deshalb waren wir sehr froh, als wir die Stufen hoch zum Ghost Gum Loop Walk sahen, den wir gestern Abend abgebrochen hatten. Von hier war es nur eine Stunde zum Camp und das war auf jeden Fall möglich.
Zwar wurde das Klettern durch das Flussbett immer schwieriger, aber die zweite Flussdurchquerung war einfacher als die erste. Und nach 3,5 Stunden waren wir glücklich zurück im Camp. Und stolz, diese Tour heute geschafft zu haben.
Schön gefrühstückt.
Die neue Batterie hatte übrigens hervorragend durch die Nacht gehalten und war immer noch im grünen Bereich.
Wir fuhren dann zurück entlang der West MacDonnel Berge und besuchten noch eine weitere Schlucht, die Serpentine Gorge, nochmals gut 3km Laufen. Immerhin hier nochmals Zebrafinken gesehen und fotografieren können. Um 13:00 kamen wir dann bei unserem heutigen Camp an, dem Ellery Creek Campground. Gemütlicher Nachmittag, um 15:00 noch den dortigen Dolomite Walk von 3km gemacht, so dass wir heute insgesamt auf gut 14km kamen.
