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Tag 10, 4. May, Ormiston Gorge im West MacDonnel National Park

Veröffentlicht: 05.05.2026

 

Wir fuhren früh morgens, kurz nach 6:00 und noch vor Sonnenaufgang, los, in den West MacDonnel bzw. Tjoritja Nationalpark. Es handelt sich hierbei um ein gut 400 Millionen Jahre altes Gebirge, durch Erosion schon recht runtergehobelt, wobei der höchste Berg, der Mt Zeil, immerhin noch 1531 Meter hoch ist. An diesem Bergzug fuhren wir entlang, was uns etwas an das Entlangfahren des Schwarzwaldes von Kehl nach Karlsruhe erinnerte, nur dass wir näher dran waren. Und es kaum Bäume gab.

Aber erst mussten wir raus aus Alice Springs, und als wir aus dem letzten Vorort kamen, hätte ich fast mein erstes Känguru überfahren: Mitten auf der Straße stand ein Flinkwallaby mit vor dem Kopf gehaltenen Vorderhänden und schaute verstört in die Scheinwerfer. Es ging aber noch mal alles gut!

Nach einer knappen halben Stunde waren wir am ersten Aussichtspunkt, dem Simpsons Gap, eine 300 Meter lange felsige Passage mit über 100m hohen roten Felswänden, durch welche einen Fluss läuft, der an der schmalsten Stelle den Weiterweg versperrt.

Wir waren so früh hier, weil es hier die seltenen, nachtaktiven Schwarzfu0ß-Felskängurus geben soll. Und tatsächlich sahen wir eines am andern Flussufer gemütlich Gras fressen. Wir sahen gut seine schwarzen Seiten, die das Tier charakterisieren; denn schwarze Hände haben eigentlich alles Felskängurus.

Weiter ging es zum Standley Chasm, einen sehr dünnen aber auch sehr hohen, senkrechten Felsspalt, der nicht im Nationalpark, sondern auf Aborigine Land steht, so dass spezieller Einritt zu zahlen war. Wieder ein idyllisches Flussbett mit weißen Eukalypten und großen MacDonnel Ranges Palmfarnen. Der Spalt ist 50m lang, 70m hoch und 5m breit und durchaus beeindruckend.

Zurück auf der Hauptstraße ging es weiter auf der schnurgeraden Strecke den Bergzug entlang. Wir hielten an einem Flusslauf, machten Kaffee und frühstückten. Es war nun bereits 11:00 Uhr. Dann kurzer Abstecher zu Ellery Creek, einem großen schönen Wasserloch am Fuße des Gebirges. Morgen werden wir hier campen. Die nächste Sehenswürdigkeit, Serpentine Gorge, ließen wir aus für morgen, doch besuchten noch die Ochre Pits, eine 10m hohe Felsklippe wo die Aborigines weißen, braunen und dunkelbraunen Ocker für ihre rituellen Handlungen holen. Schließlich noch eine 2,5km Wanderung zum Glen Helen Gorge, einer Schlucht, von der man aber nur den Eingang sehen kann, der aber durch Fluss und Schilf versperrt ist.

Viele kurze Walks heute, aber insgesamt waren es doch fast 10km, die wir zurücklegten.

Um 14:30 dann am Ormiston Gorge, der Hauptsehenswürdigkeit des Nationalparkes, eine große rote Schlucht mit idlyllischem Fluss und guter Bademöglichkeit. Wir hielten Mittagsschlaf und gingen um 17:00 auf eine 2,5km lange Kurzwanderung, dem Ghost Gum Loop Walk. Da an der Informationstafel aber ein Zettel hing, man müsse um den Rundgang zu beenden ein Stück durch den Fluss schwimmen, gingen wir nur die 1km nach oben zur Aussichtsplattform, und dann zurück. Zumal es hier im Süden schon kurz nach 18:00 Uhr dunkel wird!

Auf der täglichen kurzen Nachtwanderung nach dem Abendessen (Steak gegrillt auf den zur Verfügung gestellten Gasgrills und Salat), sahen wir noch einen Nachtschwalm auf einer grünen Hinweistafel des Nationalparks sitzen. Dieser große Vogel, mit den Ziegenmelkern verwandt, ist ein echter Tarnungskünstler, sieht aus, wie ein grauer Baumstamm. Auf dem grünen Schild sitzend half ihm das natürlich nichts, doch er schien das nicht zu wissen und meinte wohl, immer noch gut getarnt zu sein, so dass wir uns ihm bis auf 3m nähern konnten, ohne dass er irgendeine Reaktion zeigte.

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