Woche 31 - der höchste Berg Neuseelands
Die Woche startete mit einem Werkstattbesuch. Wir sind bisher ca. 10.000 Kilometer gefahren und wollten daher eine Inspektion machen. Tja, was sollen wir sagen... die...


Veröffentlicht: 14.12.2025


































Am Montag startete die Woche mit Rührei und Ausruhen. Wir verbrachten einen ganz entspannten Tag auf unserem Stellplatz am Lake Poaka.
Richtig hoch hinaus ging es für uns dafür am Dienstag. Es war Zeit für eine Bucketlist-Wanderung und zwar zur Mueller Hut. Gut, dass wir unsere Kräfte für dieses Vorhaben gesammelt hatten, denn die fast 2000 Stufen bis zum ersten Aussichtspunkt war noch der einfachste Teil der Wanderung. Eine Stunde brauchten wir für die Stufen. Anschließend ging es super steil über große Felsen, rutschiges Geröll und sogar einigen Schneefeldern immer weiter bergauf. Der letzte Teil verlief zum Glück wieder etwas flacher, aber auch hier mussten wir nochmal über Felsen und Schnee bis zu Hütte.
Die Mueller Hut liegt auf 1816m und sticht durch ihre rote Farbe aus der Landschaft heraus. So hatten wir bei strahlend blauem Himmel wunderschöne Ausblicke über die umgebende Landschaft, die Hütte und dem Aoraki / Mount Cook.
Der Abstieg war mindestens genauso herausfordernd. Allerdings konnten wir glücklicherweise einen ziemlich felsigen Teil abkürzen. Wir nutzten ein Schneefeld und rutschten auf unseren Hintern gekonnt den Hang hinunter. Eine schnelle und spaßige Methode, die hier einige andere ebenfalls bevorzugten.
Für die Nacht steuerten wir nochmal den schönen Stellplatz am Lake Pukaki an. Wir hofften hier die Aurora Australis (Pendant der Südhalbkugel zu Polarlichter auf der Nordhalbkugel) sehen zu können, da laut Internet die Wahrscheinlichkeit dafür recht hoch war. Doch leider hatten wir kein Glück.
Am nächsten Tag ließen wir die Region um Mount Cook und Lake Tekapo hinter uns. Wir erledigten noch die Camper Essentials (Abwasser, Frischwasser, Einkaufen) und fuhren bis zum Peel Forest Campground. Dort holten wir noch den verpassten Schlaf der letzten Nacht nach und kümmerten uns ums Abendessen.
Am Donnerstag ging es noch tiefer ins neuseeländische Hinterland zum Mount Sunday. Hier dachten wir wieder mehr Einsamkeit fernab von vielen Touristen erfahren zu können. Doch zu unserer Überraschung war deutlich mehr los als wir erwartet hatten. Das liegt vor allem daran, dass dieser Berg (Edoras) aus Herr der Ringe bekannt ist. Wir beide kennen diese Filme nicht und hatten uns deshalb dazu auch vorher nicht informiert. Aber auch ohne den Bezug zu den Filmen lohnt sich die kleine Wanderung auf den Berg.
Unser Camp schlugen wir anschließend am Lake Camp auf. Ein schöner Stellplatz direkt am See. Wir spazierten noch ein bisschen um den Nachbarsee Lake Clearwater und ließen den Tag voll ausklingen.
Nach einem gemütlichen Start in den nächsten Tag liefen wir direkt von unserem Stellplatz aus los. Der Wanderweg führte uns durch eine weite Wiesenlandschaft und über kleine Bachläufe. Nach fast zwei Stunden erreichten wir eine kleine, heruntergekommene Schutzhütte am Lake Emma. Hier gab es viele Wasservögel zu beobachten und wir hatten einen schönen Blick Richtung Berge. Die Gegend scheint sehr trocken zu sein, denn außer Gräser und ein paar Büsche wächst hier nicht viel. Franzi hat es an die afrikanische Steppe erinnert.
Zurück am Stellplatz sprang Julian für eine kurze Abkühlung noch in den See.
Am nächsten Tag fuhren wir weiter bis zum Mount Somers. Dort wollten wir eigentlich bis zum Gipfel des Mount Somers wandern. Auf dem Weg nach oben wurden unsere Beine immer schwerer und die Wolken hingen tief am Berghang. So entschieden wir uns dafür umzudrehen und uns nicht bis nach oben zu quälen.
Als wir am Sonntag morgen zum Frühstück in ein kleines Café in Staveley gingen, lief dort gerade „All I want for Christmas is you“ von Mariah Carey. Passend für den 3.Advent, für uns fühlt es sich allerdings so gar nicht wie Weihnachtszeit an. Wir sind absolut nicht in Weihnachtsstimmung. Das liegt sicher zum größten Teil am Sommer hier, aber auch so bekommen wir in unserem Vanlife ja gar nicht so viel von der Weihnachtsdekoration oder so mit. In den kleinen Städtchen in denen wir meistens sind, gibt es schon das ein oder andere dekorierte Schaufenster, aber große Weihnachtsbäume oder geschmückte Straßen mit Lichterketten sieht man hier nicht.
Schlimm finden wir das auch nicht und unser Frühstück und der Kaffee waren auch hervorragend, ganz ohne Weihnachtsstimmung.
Nachdem wir also gestärkt waren ging es zum Peak Hill. Die Wanderung auf den Gipfel bescherte uns wunderschöne Ausblicke über den Lake Coleridge und den Rakaia River. Insgesamt auf jeden Fall eine der schönsten Wanderungen in Neuseeland vom Ausblick her und wahrscheinlich noch einer der Geheimtipps ohne Touristenmassen. Dabei kann die Landschaft auf jeden Fall mit dem gehypten Roys Peak mithalten.
Da wir noch Kraft in unseren Beinen hatten und auch des Wetter einfach super gut war, machten wir uns noch an eine zweite kleine Wanderung. Von unserem Stellplatz direkt an der Rakaia Gorge ging es an dieser entlang bis zu einem kleinen Aussichtspunkt. Der Stellplatz selbst ist fantastisch. Wir stehen mit unserem Van oben auf den Klippen und haben einen herrlichen Blick auf den Fluss und das strahlend hellblaue Wasser. Mit so einem Ausblick kann die Woche doch Enden!
