Wandern, schwitzen, meckern
Heute geht es früh los, wir fahren mit dem Bus um kurz nach acht nach Korfu Stadt und gehen dann von dort zum Treffpunkt am Hafen. Natürlich stellen wir dann fest, dass unsere...

Veröffentlicht: 08.08.2020


















































Es klopft ; in meinem schönsten Nachtkleid öffne ich die Tür und Mama Martha bringt frittierte Köstlichkeiten mit Feta gefüllt. Noch ganz warm, frisch zubereitet, vegan ade. Und es schmeckt; wir genießen unser letztes Frühstück bevor wir packen. Irgendwie sind die Koffer jetzt schon voller, keine Ahnung warum. Um 12 Uhr verabschieden wir uns von unserem Herbergseltern und rollen zum Bus. Villa Martha - es war wunderbar hier!
Eher zufällig fällt der Schwester auf, dass keiner fährt, erst in 2h. Doof... leider hat Dercia nicht den WE-Fahrplan beachtet, also laufe ich zurück in die heimischen Arme und bitte um Hilfe. Hausherr Dimitri besorgt uns ein Taxi, das uns zur Mietstation bringt. Nur schnell alles inspizieren und dann geht’s los, erst zu Lidl, denn hier können wir preisgünstig für die kommenden Tage einkaufen. Ich habe Halskratzen und möchte mir Zitronen für Tee kaufen, vergesse es aber🤨.
Der weiße Carlos, also Anticarlos, fährt sich ganz gut, bergauf aber nur im 1. Gang.
Ich fahre uns zum Vlacherna Kloster und später bringt uns der Bootsmann auf die dahinter gelegene Mäuseinsel. Die nur etwa 1 ha kleine Ionische Insel liegt nur wenige Meter vorm Inselland an der Halbinsel Kanoni. Kerkyra, die Inselhauptstadt, ist ca. 4 km entfernt. Pontikonisi – eigentlich nur 2 m über dem Meeresspiegel liegend, wurde im 11./12. Jahrhundert künstlich aufgeschüttet und auf ihr wurde eine Byzantinische Kapelle errichtet. Die Kapelle liegt zwischen vielen hohen Zypressen und die weiße Steintreppe, die hinauf zu ihrem Eingang führt, gab ihr ihren Beinamen „Mäuseinsel“, da sich diese wie ein Mäuseschwänzchen schlängelt.
Trotz ihrer Unscheinbarkeit ist das Inselchen wohl die meistfotografierte Sehenswürdigeit Korfus. Kein Wunder, denn es handelt sich bei der Pontikonissi nicht um eine gewöhnliche Insel, sondern …um ein verwandeltes Schiff! Laut Homers Odysee war Korfu nämlich die letzte Station des Helden Odysseus vor seiner Heimkehr nach Ithaka. Der Meeresgottes Poseidon hatte eine enorme Wut auf den einfallsreichen Odysseus, der allen ihm auferlegten Fallen und Hindernissen trotzte. Darum ließ er auf der geplanten Heimreise des Helden ein Unwetter aufkommen. Odysseus Schiff zerbirst, er selbst rettet sich auf eine Planke, die Brandung wirft ihn an die Klippen und reißt ihn zurück in die Fluten, schwimmend und schwer verletzt rettet er sich ans Ufer, verkriecht sich in einem Ölbaumblätterhaufen und versinkt in Tiefschlaf . Dort findet ihn die Tochter des Königs der „Insel der Phaiaken“ und bringt ihn zum elterlichen Palast. Die Paiaken bewirten ihn und bringen ihn schließlich in seine Heimat Ithaka, die er nach 20jähriger Heimfahrt endlich wiedersieht. Doch der rachsüchtige Poseidon verwandelte das Schiff der Phäaken auf deren Rückkehr vor den Augen der Stadtbewohner in Stein.
So ist es, so war es.
Heut befindet sich auch eine kleines Geschäft mit soooo schönem Geschirr auf der Insel, Dercia und ich schlagen zu. Ferner genießen wir die - recht kurze - Wanderung über das Eiland und staunen nicht schlecht, wie verdammt dicht uns hier die Flugzeuge kommen. Keine Wunder, denn kurz hinter Anticarlos‘ Parkplatz ist auch schon die Landebahn. Jedesmal sind wir fasziniert davon, wenn ein Flugzeug landet und wir es so nah erleben können. Mit diesen Eindrücken machen wir uns auf den Weg nach Paleokastritsa zu unserer zweiten Destination. Es wird bergiger und man sieht mehr Touristen. Schön ist es aber dennoch. Betty begrüßt uns freundlich, und weist uns darauf hin, dass das Klopapier nicht in die Toilette geworfen werden soll 😖.