Shobak Castle & Little Petra
Heute fahren wir immer weiter südlich, nach Petra. Der erste Abstecher ist die Burg Shobak. Ich erinnere mich dunkel an meine Maturaarbeit mit dem reisserischen Titel: Der Erste...

Veröffentlicht: 31.03.2023
Endlich ist es soweit - wir starten um 7.30 Uhr, von unserem Hotel sind es nur 5min zum Eingang. Wir laufen durch den Siq, dem "Schacht" durch eine fast 70 Meter tiefe Felsschlucht hindurch. Nach 1.5km kommt es in Sicht: das Schatzhaus. Wie so viele andere, filme ich die letzten Schritte, vom Siq bis sich das Schatzhaus ganz zeigt. Das bereue ich danach etwas, eigentlich sollte man es nicht durch die Linse zum ersten Mal sehen...
Aber nun stehe ich davor und es kommen mir fast die Tränen. Es ist majestätisch. Kann einfach nicht verstehen, wie man so etwas aus Felsen schlagen kann - Fehler sind nicht erlaubt. Die Nabatäer müssen wirklich hervorragende Künstler gewesen sein.
Ich kann mir nicht verkneifen, an Indiana Jones zu denken. Ich bin nicht die einzige: ich überhöre einige, die sagen: laufe links, so hat es Indiana gesehen. Es ist auch kein Zufall, dass es beim Eingang Shops mit dem Namen "Indiana Jones Market" oder "Indy Shop" gibt.
Was man natürlich im Film oder auf Fotos nie sieht: die vielen anderen Menschen. Alle tummeln sich hier vor dem Schatzhaus. Gleich da beschliesse ich, dass ich morgen früh nochmals komme, denn wir haben ein 2-Tagesticket. Langsam gehen wir weiter, dem Hauptweg entlang zu den Königsgräbern die ebenso eindrucksvoll und noch wesentlich grösser als das Schatzhaus sind. Sie sind aber weniger gut erhalten und daher wohl auch weniger bekannt. Bei allen Monumenten denke ich: wie haben die das nur aus dem Felsen gehauen (ein Amphiteater?!)? Es bleibt ein Rätsel - wohl hatten sie aber als sehr erfolgreiche Händler an einer strategisch hervorragenden Lage genügend Geld um die besten Künstler und Handwerker zu besorgen.
Wir besuchen auch das Kloster: 900 Treppenstufen herauf und herunter. Vor diesem Aufstieg (eigentlich eher vor dem Abstieg) graute mir etwas, denn ich wusste nicht, in welchem Zustand die Treppe ist. Sie ist ja auch aus dem Felsen gehauen. Mit guten Turnschuhen oder Trekkingschuhen ist sie kein Problem. Bei Regen würde ich sie auf keinen Fall machen wollen: Rutschpartie! Das Schuhwerk von manchen Besuchern ist auch etwas fragwürdig, ich möchte nicht zu genau hinsehen. Auf dem ganzen Weg gibt es immer wieder Stände, an denen man Souvenirs kaufen kann. Nach gut 40min sind wir oben - wow! Das Kloster ist gigantisch! Wir (das heisst ich und noch eine aus der Gruppe) klettern auf einen der umliegenden Felsen und geniessen unser Mittagessen, mit Blick auf das Kloster.
Danach laufen wir noch weiter, zum "best view" (davon gibt es mindestens 5 hier oben). Man kann von hier oben bis nach Isreal sehen. Vor allem sieht man aber die vielen verschiedenen Felsarten: Sandstein, Kalkstein, Granit. Wir nehmen einen Tee bei einem der Stände, welcher einem der Bedouinen gehört. Wir müssen einfach ein Foto mit ihm machen, denn er hat so ein interessantes Gesicht und sagt selber, er sehe aus wie der jordanische Jack Sparrow!
Nachdem wir vom Kloster wieder zurückgekehrt sind, gehen wir über eine andere Route (via lion winged temple und Kirche) zurück zum Hauptweg. Es ist so spannend zu sehen, wie die Nabatäer alle möglichen Einflüsse in ihre Behausungen und Kunst übernommen haben. Man findet griechische, römische, ägyptische Stile, gemixt mit dem Stil der Nabatäer selber.
Der Tag war lang, wir sind erst kurz vor 17.30h im Hotel zurück. Ich muss die Eindrücke des Tages noch etwas verarbeiten, man hat so vieles gesehen, was man kaum glauben kann.
Morgen gehe ich nochmals, ganz klar!
