Ferragudo
Kilometerstand: unverändert Heute sollte es nach einer kleinen Wanderung an den Strand gehen. Es war Montag und die Bar schloss nach dem Mittagsgeschäft, sodass wir - gleich als...


Veröffentlicht: 14.10.2026


















Kilometerstand: 162103
Nachdem wir gestern viel gewandert und danach im Meer waren, hatten wir uns für heute mal wieder etwas aus der Landesgeschichte vorgenommen. Nur wenige Autominuten entfernt lag Silves mit seiner gut erhaltenen Festungsanlage. Die Burg war aus dem rötlichen Sandstein der Region erbaut worden und mit ihrem zinnenbewehrten Mauerring mit mehreren halbhohen Türmen schon von weitem zu erkennen.
Wir parkten Gary im Städtchen am Fuße des Hügels auf dem die Burg thronte und stiegen durch die engen Gassen von Silves über Treppen zur Anlage auf.
Direkt vor der Festung stand die ehemalige Kathedrale von Silves. Sie war vom 13. Jahrhundert bis zur Verlegung des Bistums nach Faro im Jahr 1577 die Bischofskirche der Stadt gewesen. Die Kirche war eines der ältesten Zeugnisse gotischer Architektur im Süden der Iberischen Halbinsel, welche lange Zeit zuvor von den Mauren besetzt gehalten worden war.
Vor dem Tor der Burg begrüßte uns eine überlebensgroße Bronzestatue von König Sancho I. Die Stadt und ihre Festungsanlage waren im Laufe der Jahrhunderte immer wieder erobert und zurückerobert worden, mal hatten die muslimischen Berbertruppen die Oberhand, dann wurde die Region von den christlichen Kreuzfahrern wieder erobert. Die Ursprünge der Festung liessen sich nicht genau festlegen, reichten wohl aber bis in die Römerzeit zurück. Im 12. Jahrhundert begann Sancho I. die Burg zu einer Feste auszubauen. Nach der endgültigen Rückeroberung - der sogenannten Reconquista - 1242, kamen die Burg und die Stadt zeitweise unter die Kontrolle des Santiagoordens. Ab 1248 übernahm der portugiesische König Alfonso III. die Macht und trieb den Bau der Burg zu ihrer heutigen Form voran. Im 15. Jahrhundert versandete der Rio Arade immer weiter und Stadt und Festung verloren an Bedeutung. Überraschend war, dass die riesige Zisterne der Burg die Stadt noch bis in die 1980er Jahre mit Wasser versorgte. Der unterirdische, in den Fels gehauene Säulenbau konnte bis zu 1300 Kubikmeter Wasser fassen und beherbergte aktuell eine Ausstellung zum Thema Naturschutz.
Nachdem wir uns umfassend informiert hatten, genehmigten wir uns Kaffe, Eis und Kuchen im Burgcafé. Dann ging es zurück zu Gary, mit dem wir dann - nur durch einen kurzen Einkauf unterbrochen - unseren nächsten Stellplatz ansteuerten.
Wir hatten uns einen Platz in der Nähe von Pêra ausgesucht. Hier hatten die belgische Künstlerin Mikki und der niederländische Unternehmer Arno seit 2014 aus einem öden Stück Land ein kleines Paradies für Camper geschaffen. Nachdem wir uns einen Platz ausgesucht und eingecheckt hatten, gingen wir erst einmal im Pool baden und dann unter die Dusche. Hier auf dem Platz trafen wir auch unsere Bekannten wieder, mit denen wir schon in Nazaré den Abend gemeinsam verbracht hatten und so war es keine Frage, dass wir uns nach dem Abendessen, gemeinsam mit noch einigen anderen Deutschen, auf die Terrasse der Bar setzten, um das eine oder andere Getränk zu uns zu nehmen.
