Südamerika-Südpazifik-Australien 2025
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The Ghan, Alice Springs - Coober Pedy

Veröffentlicht: 19.05.2025

Zug
Alice Springs → Coober Pedy
The Ghan
Fahrt
Halteort → Coober Pedy
40 km · Naturstrassen
Tour
Rundfahrt zu den Highlights von Coober Pedy
Tour
Attraktion
Minenregionen rund um Coober Pedy
Coober Pedy, Australien
Attraktion
Aussichtspunkt über die Landschaft bei Coober Pedy
Coober Pedy, Australien
Attraktion
Unterirdische serbisch-orthodoxe Kirche
Coober Pedy, Australien
Attraktion
Mine zum Opalabbau
Coober Pedy, Australien
Essen
Unterirdisches Mittagessen
$$ · Mittagessen
Attraktion
Unterirdische Wohnung in einer ehemaligen Mine
Coober Pedy, Australien
Essen
Apéro am Feuer
$ · Snack

Von Alice Springs nach Coober Pedy ist es eine lange Strecke und der Zug ist deshalb fast die ganze Nacht sehr schnell gefahren. Wir konnten trotzdem ganz gut schlafen. Am Morgen hatten wir dann in Coober Pedy einen Ausflug um die Highlights anzusehen. Die Ausflüge sind alle spitzenmässig organisiert und die Führer sind sachkundig und bestens instruiert. Bei jedem Halt werden Getränke und sogar Snacks angeboten. 

Der heutige Ausflug erfolgte von unserem Halteort aus mit einem Bus rund 40 km über Naturstrassen nach Coober Pedy. Ein Bahnhof existiert nicht (mehr) und nach der Erneuerung der Nordsüd-Strasse und -Eisenbahn kam der Halteort weiter weg vom Ort zu liegen. Coober Pedy ist bekannt für die Opal-Vorkommen. Der Ort hat aktuell gut 1'500 Einwohnende. Vor einigen Jahren, als noch mehr Opal nachgefragt wurde, waren es über 5'000.Zuerst sind wir durch die Minenregionen rund um den Ort gefahren. Im Prinzip gräbt man zur Opalgewinnung ein etwa 15 - 20m tiefes Loch. Von diesem Loch aus werden dann waagrechte Schächte gegraben. Offenbar ist es mehr ein Glückspiel als Können und Arbeitseinsatz. Es kann sein, dass man wenige Zentimeter an einem Riesenfund vorbeigräbt und so vielleicht von den bescheidenen Funden leben muss oder dass man reich wird. Da seit Anfang des 20. Jahrhunderts gegraben wird, hat es überall, in der Regel kleine Haufen vom Abraum aus den Loch- und Schachtgrabungen. Wenn eine Mine aufgegeben wird, werden die Schächte nicht verfüllt. Man betrachtet das als gefährlich (?). Deshalb bleiben auch die Schuttkegel unverändert. 

Heute wird aber kaum mehr von Hand gegraben. In Coober Pedy wurden beispielsweise die Erdsauger erfunden, mit denen der Abraum nach oben gefördert wird. Ausserdem kommen Fräsen und einfache Tunnelbohrer zum Einsatz. Teilweise wird sogar im grossflächigen Tagebau Opal gefördert. In Coober Pedy wird es im Sommer bis 50°C und im Winter gibt es Minustemperaturen. Um trotzdem vernünftig wohnen zu können, wurde schon früh eine Lösung gefunden. Man lebt in stillgelegten Minen. Dort ist es jahrein jahraus zwischen 21 und 24°C. Heute baut man noch vereinzelt "normale" Häuser. Für viele Häuser werden aber nicht ehemalige Minen genutzt, sondern neue Schächte als unterirdische Wohnungen gegraben. Jeder unterirdische Raum hat ein Belüftungskamin, den man oben sehen kann. In der Regel wird überirdisch ein kleines Haus gebaut, das Bad und WC, Waschküche sowie oft eine Küche und ein Gästewohnzimmer hat. Die Entwässerung der Untergeschosse ist sonst fast nicht machbar.

Unser Ausflug führte uns nach den Minen zuerst zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man gut sehen konnte, wie einmal das Meer die heutige Landschaft geformt hat und wie aus den Fossilien Opal entstehen konnte. Unterwegs haben wir unzählige Nemus und Kühe gesehen. Die Fotos durch die Busfenster bei vibrierender Fahrt über Naturstrassen hat leider keine scharfen Bilder ermöglicht. Schliesslich haben wir eine unterirdische, serbisch-orthodoxe Kirche besucht.

Im Anschluss daran konnte wir eine Mine besuchen und uns im Opalabbau versuchen. Wir konnten mit Hämmern Schächte erweitern, Abraum untersuchen usw. Danach gab es ebenfalls unterirdisch ein ausgezeichnetes Mittagessen.Der letzte Halt war der Besuch einer aktuellen und einer vielleicht 70 Jahre alten unterirdischen Wohnung in einer ehemaligen Mine. Heute gibt es auch hier Starkniederschläge, die zu Überschwemmungen der Minen und unterirdischen Wohnungen führen können. Das führt nicht nur zu grossen Sachschäden, sondern der Sandstein saugt das Wasser auf und kann fast nicht mehr getrocknet werden. Bei der Rundfahrt durch Coober Pedy hat der lokale Fahrer die schönen Häuser hervorgehoben. Man urteile selbst ;). Es geht zudem noch rauh zu. Als die Polizei einmal eine Schlägerei auflöste und die Männer über Nacht einsperrte, haben diese am nächsten Tag die Polizeiwache gesprengt. Ein Nachtclubbetreiber, der sich über seinen Konkurrenten geärgert hat, hat das selbe gemacht. Der Fahrer meinte, es sei noch wie im alten, wilden Westen. 

Als abschliessendes Goodie konnten wir uns am Abend, von einem geeigneten Punkt aus, vor unserem über 700m langen Zug fotografieren und dann bei einem grossen Feuer einen Apero mit Snacks gönnen. Am Morgen ist es nämlich nur noch 4°C und erreicht am Tag nur 18°C, da hält man es am Feuer länger aus. Mit dem folgenden Abendessen geht es zur letzten Nachtruhe im Ghan.

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
2 Tage
Wetter
Winter · 4–18°C
AbenteuerlichKulturell
  • Nachtfahrt mit dem Ghan von Alice Springs nach Coober Pedy
  • Organisierte Rundfahrt zu den Highlights von Coober Pedy
  • Besuch einer unterirdischen serbisch-orthodoxen Kirche
  • Minenbesuch mit Opalabbau
  • Apéro am Feuer vor dem langen Zug
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