BLOG 15: Mit dem Boot in den Corcovado National Park
Heute geht’s in den Corcovado National Park. Aufgrund seiner Abgelegenheit blieb der Regenwald bis in die 1960er Jahre von Menschen unberührt. Einige Jahre später jedoch


Veröffentlicht: 26.02.2026
































Unsere Rundreise durch Costa Rica geht ihrem Ende entgegen, heute wartet noch eine sehr lange Fahrtstrecke von etwa 250 km in die Region des Vulkans Poás nördlich von San José auf uns.
Wir verlassen nach zwei erholsamen Ruhetagen die Oxygen Jungle Lodge und fahren wieder die Westküste Costa Ricas entlang, diesmal Richtung Norden.
Einen kurzen Stopp gibt es bald in Dominical. Der dortige Wochenmarkt „Eco Feria“ wird allgemein angepriesen, ist aber mittlerweile zu einem vor allem auf Touristen – mit entsprechenden Preisen – ausgerichteten Bazar geworden. Am besten gefällt uns der von einem Rafting Anbieter hoch über der Strasse angebrachte VW Bus Typ 2 – Farbe und der aus einem Fenster schauende Frosch erinnert uns an den gleichnamigen und -farbigen Campingbus von Gerhards Eltern, mit wir in jungen Jahren viel unterwegs waren. Leider ist dieses Exemplar total vergammelt.
Durch die schon bekannte „Allee der Ölpalmen“ kommen wir dann zum Ort Tarcoles am gleichnamigen Fluss, allgemein als „Crocodile River“ bekannt. Hier wartet eine etwa 1½-stündige Bootsfahrt auf uns, von der wir uns eigentlich gar nicht so viel erwartet haben, die sich jedoch dann als einer der Höhepunkte unserer Reise herausstellt. Es geht bald los, wir haben ein größeres Boot exklusiv für uns samt Führer (Danke an Pauline !) – und wir sehen viele Vögel auch einiger für unser neuer Spezies und jede Menge Krokodile. Diese liegen nicht nur bequem am Ufer herum, sondern sind auch schwimmend unterwegs, sodass die Warnung unseres lokalen Guide, die Hand ja nicht ins Wasser zu halten, durchaus ihre Berechtigung hat. Die Krokodile halten sich in diesem Brackwasserbereich der Flussmündung sehr gerne auf, da jede hereinlaufende Flut ihnen Fische und Meeresgetier sozusagen maulgerecht heranspült.
Neben den Reihern, Geiern, Ibissen – sogar einen Tukan sehen wir eher in der Ferne auf einem Baum – sind vor allem die Fregattvögel, die wir beobachten können, sehr interessant.
Diese Vögel sind exzellente Flieger, die monatelang in der Luft bleiben und dabei mehrere hundert Kilometer am Tag zurücklegen können. Sie erreichen Flügelspannweiten von über zwei Metern und jagen fliegende Fische, „normale“ Fische oder Kalmare, die von Delfinen oder Raubfischen an die Wasseroberfläche getrieben werden.
Obwohl sie Meeresvögel sind, können Fregattvögel im Gegensatz zu vielen anderen Seevögeln nicht schwimmen und landen nie auf dem Wasser, auch da ihr Gefieder nicht wasserabweisend ist.
Sie sind für ihr wendiges Flugverhalten bekannt, sind aber sehr ungeschickt an Land, hier haben sie eigentlich nur ihre Brutkolonien.
Aber wie schaffen es die Vögel wochenlang in der Luft zu bleiben? Sie können im Flug schlafen, indem sie meist eine, selten beide Hirnhälften abschalten und dabei trotzdem mit einem Auge sehen und navigieren. Während sie in der Luft täglich nur etwa 42 Minuten in sehr kurzen Phasen (oft im 10 Sekunden Bereich) schlummern, schlafen sie an Land über 12 Stunden pro Tag. Trotz des eigentlich extremen Schlafmangels im wochenlangen Flug über dem Meer bleiben sie leistungsfähig, was die Wissenschaftler bis heute vor Rätsel stellt.
Zu diesem Thema kann ich die Publikation der Max-Planck-Gesellschaft München „Fregattvögel: Schlummern zwischen Himmel und Erde“
„www.mpg.de/10784095/schlaf-fregattvogel“
von 2016 sehr empfehlen-
Der Forscher Niels Rattenborg und sein Team haben intensive Untersuchungen dazu angestellt, deren Inhalt und Ergebnisse in der erwähnten Publikation sehr verständlich beschrieben sind.
Nach dieser sehr interessanten Bootsfahrt geht’s zurück auf die Strassen Richtung San Jose. Teilweise vierspurig ausgebaut und mautpflichtig (Maut in Höhe von 1 bis 3 €) , meist ist jedoch kurz nach einer Mautstelle die Strasse wieder nur zweispurig… Da wir quer übers Gebirge „Cordillera Central“ fahren, gibt es ein ständiges Auf und Ab der Strasse. Dann plagen wir uns noch durch die teilweise verstopften Straßen der Außenbezirke von San José – hier beginnt es auch zu regnen und der Abend bricht herein. Schon ziemlich im Dunklen geht’s dann hinauf auf 1.900 m zur „Poas Volcano Lodge“ – hier ist es nicht nur sehr nass und neblig, sondern auch empfindlich kalt. Es hat jetzt am Abend etwa 8 Grad – und in den nicht recht beheizbaren Zimmer ist es nicht viel wärmer. Wir sind im etwas abseits gelegenen „Field House“ untergebracht, einem sehr großen Ferienhaus für bis zu 6 Personen mit mehreren Zimmern, Küche, Veranda etc., aber nur einem kleinen – nicht eingeheizten Kaminöfchen in einem Zimmer. Zum Glück gibt es elektrische Heizdecken, sonst wären wir wahrscheinlich in der Nacht halb erfroren.
