Keine B-Zellen
Ich ging zur erweiterten Blutentnahme in die nephrologische Ambulanz. Etwa 20 Röhrchen in den buntesten Farben sollten entnommen werden. Leider gibt es Menschen, die können...

Veröffentlicht: 02.02.2024
Lange schon spielte ich mit dem Gedanken meine Arbeitszeit zu reduzieren. Vor allem, um mehr Zeit mit meinem Kind zu haben, aber auch, weil ich die Zeit, die ich sonst nachmittags mit ihm hatte völlig erschöpft war. Ferner geht er bald in die Schule und ich muss irgendwie meine Zeiten anpassen.
Ich arbeite 110%. Das heißt, ich arbeite nicht nur meine 100% auf Station, sondern sitze regelmäßig zuhause und erarbeite neue Ideen für meine Praxisanleitung, schreibe und beantworte Emails, schreibe Beurteilungen oder plane Tage nach. Manchmal nehme ich mir dafür einen Tag Homeoffice. Aber eben nicht immer. Zusätzlich nehme ich etwa 1-2 Mal im Monat an mehrstündigen Online Konferenzen und Workshops teil, die nicht zur Arbeitszeit zählen. Dann bin ich erschöpft. Nicht nur von dem Pensum, sondern auch von meiner Erkrakung.
Denn die spüre ich jeden Tag. Die letzten Tage wieder besonders. Ich wache mit Schmerzen auf und schlafe mit ihnen ein. Aktuell stechen meine Fingergelenke, meine Zehen pieksen und ich bekomme schlecht Luft. Dieser Druck auf der Lunge lässt mich nachts nicht schlafen. So bin ich völlig übermüdet, was ich, wie immer, verstecke. Denn man muss ja funktionieren. Bei der Arbeit kann ja niemand etwas dafür, wieso also dort auslassen?
Aber ich merke es eben die letzten Tage besonders. Jeder Handgriff schmerzt. Die Unterarme brennen, die Brust drückt. Manchmal sehe ich alles verschwommen. Dann stolpere ich, meckere über die nicht vorhandene Bodenschwelle. Dabei war es mein Fuß, der wieder nicht angehoben hat. Dann warte ich eine Sekunde, ehe ich mir eine Tasse aus dem Schrank hole, bis ich wieder Kraft habe, um sie vor den Kollegen nicht fallen zu lassen. Ich will nicht jammern. Ich liebe meinen Job. Ja, das tue ich wirklich. Aber mit 100% kann ich nicht mehr 100% geben.
Wenn alles klappt, arbeite ich ab Mai 25% im normalen Stationsalltag (5-6 Tage im Monat) und weiter meine 50% (10Tage) Praxisanleitung mit Gleitzeit (das ist neu!) und Homeoffice Tagen.
So sehr ich es liebe… ich liebe auch mein Leben!