Blue Mountains – Eukalyptusbäume locken nicht nur Koalas an
Mit unserem letzten Frühstück im Youth Hostel verabschieden wir uns aus Sydney. Schade, denn es hat uns hier gut gefallen und wir hätten noch Programm für mehr Tage gehabt. Aber...


Veröffentlicht: 07.12.2024
































Unser Flug von Sydney nach Melbourne verläuft unspektakulär. Mit Virgin Air dauert der Flug etwa eineinhalb Stunden.
Mal wieder fliegen wir mit einem Star aus der Musikszene in einem Flieger. Nachdem wir vor zwei Jahren oder so mit Apache207 von Miami nach Frankfurt geflogen sind (ohne ihn zu erkennen und nur aufmerksam wurden, weil sich ein paar junge Leute mit ihm fotografieren wollten und wir dachten: wer ist das?? Und Thorsten vor Jahren schon mal mit Joey Heindle nach Berlin geflogen war), haben wir diesmal einen englischen Singer/Songwriter in der Reihe vor uns mit seiner Crew sitzen. Er heißt Jamie Webster.
Wir haben ihn nur deshalb als „Star“ erkannt, weil er eine Musikzeitung bei sich hatte, auf der er das Titelbild war. Sein Name stand dick und fett drauf, deshalb kannten wir den Namen. Die Crew umfasste etwa sechs weitere Personen. Wir haben dann im Nachhinein gegoogelt, wer Jamie Webster ist. Er ist Engländer und hat eine „Hymne“ für den FC Liverpool getextet und gesungen. Das war wohl sehr erfolgreich. Scheinbar hat er in England einen Namen (wobei wir uns schon im Flieger frugen, warum er nicht im Business-Bereich sitzt oder warum er mit einem Billigflieger reist?). Er kam mit seinem ersten Album 2018 in die Top 10 der englischen Charts … und hat inzwischen drei Studioalben veröffentlicht.
Musik scheint ihm Spaß zu machen – Fliegen sicherlich nicht. Er schien sehr nervös und hatte Probleme mit dem Kabinendruck. Laut seiner Internetseite hatte er verschieden Gigs in Australien und seinen letzten heute irgendwo (hab’s vergessen).
Na, egal – uns hat seine Musik am Ende nicht überzeugt und wir ärgern uns nicht, dass wir uns kein Autogramm haben geben lassen.
Doch zurück zu unserer Reise. Wir sind gelandet und holen unseren Leihwagen ab. Diesmal ein Toyota RAV4 als Hybrid. Sehr schön damit zu fahren. Und energiesparend, weil teilweise als Verbrenner als auch als Stromer unterwegs. Auch wenn der Kofferraum diesmal endlich groß genug für unser Gepäck ist, so fehlt wieder einmal die Kofferraumabdeckung, die unsere Habseeligkeiten vor den Blicken Anderer schützt. Blöd bei einer Rundreise, wenn immer gleich jeder sehen kann, was sich so im Auto befindet aber das scheint Standard in NZL und AUS zu sein… Daher müssen wir uns damit abfinden…
Wir nehmen unseren Weg nach Torquay, dem Einstieg in die Great Coast Road, entlang der Südküste des Bundesstaates Victoria. Eine ausgewiesen schöne Fahrt entlang der Küste.
Auf dem Highway war ein schwerer Unfall, so dass eine ganze Strecke der Autobahn gesperrt war und wir einen ziemlich weiten Umweg fahren mussten. Das frisst alles Zeit. Unser Endziel für heute war Apollo Bay. Auf der Fahrt dorthin hatten wir zufälligerweise auf einer Wiese am Hang unsere ersten Kängurus hier gesehen. Das ist ein Glücksspiel diese im Vorbeifahren zu sehen. Wenn sie grasen, sehen sie aus wie kleine braune Hügel im höheren Gras der Wiese.
Wir versuchen sie mit den optischen Mitteln die wir haben, näher zu holen. Es gelingt, die Bildqualität ist aber so la la …
Wir fahren weiter und kommen an tollen Küstenstädtchen vorbei. Hier gibt es richtig schöne Häuser. Alle mit Ausrichtung Meer und viel Glas. Wir sehen auch ein Haus, das wir schon mal in einer Fernsehreportage gesehen haben. The Pole House. Es steht am Hang in Fairhaven Beach und ist auf ein Stahlrohr gebaut. Auch hier rundum Glas und dadurch 360 Grad Blick. Einfach sehr cool. Wir sehen später, dass man das Pole-House über Airbnb mieten kann. Tagesmiete, zumindest zu Weihnachten, 1500 AUS$, ca. 1000 Euro. Kann man machen …
Wir haben zwar nun schon mal ein Känguru gesehen, aber es gibt laut Reiseführer den Kennett River Nature Walk, von dem aus man optimal Kängurus und Koalas sehen könnte … Wir lassen uns das nicht zweimal sagen, sondern steuern drauf los.
Nach ein paar Metern finden wir tatsächlich ein Känguru auf der Wiese eines privaten Anwesens. Das war ein richtig kräftiges Tier. Die Hinterläufe waren so kräftig, dass man nicht wissen will, wie es ist, wenn es nach hinten austritt …
Aber auch auf der Wiese am anderen Ufer des Kennett River sitzen ein paar Kängurus.
Wir betrachten das grasende Tier vor uns einige Zeit. Immer wieder auch um uns herumschauend, ob wir nicht auch ein Koala sehen. Immerhin gibt es hier ziemlich viele Eukalyptusbäume … und deren Blätter mögen die Bärchen gerne …
Wir laufen weiter in den Wald hinein, in der Hoffnung, doch noch wenigstens einen Koala zu sehen. Immerhin sind die für die vier Stunden am Tag des Wachseins, gerne am Fressen in den Bäumen. Die restlichen zwanzig Stunden schlafen die …
Wir kriegen zwar keinen Koala, dafür aber ein paar weitere Kängurus, die auch kleiner waren als das zuvor gesehenen, vor die Kamera. Sie sind zum Fressen gekommen und hüpfen dabei durch den Wald. Man muss aber immer genau hinsehen, damit man die Kängurus erkennen kann. Denn grasend sind sie nicht so gut zu sehen, wie wenn sie auf den Hinterläufen stehen.
Auch hier schauen wir freudig zu, was wir heute alles zu sehen bekommen. Jetzt fehlte nur noch ein Koala. Aber so sehr wir auch unseren Kopf nach oben recken, wovon wir schon langsam Nackenschmerzen bekommen haben, wir sehen einfach keinen.
In diesem Sinn verlassen wir den Beobachtungspunkt Kennett River Walk und fahren zu unserer Unterkunft Beachcomber in Apollo Bay.
Unterwegs begleiten uns mal wieder die Kakadus. Es gibt hier so viele, wie es in Köln Tauben gibt (na ja, vielleicht dann doch nicht sooo viele, aber doch ne Menge)
In Apollo Bay beziehen wir ein Apartment. Ein so großes hatten wir schon sehr lange nicht mehr. Ein wenig old-fashioned, aber dafür Platz für fünf Personen und eine fast komplett eingerichtete Küche und ein Bad mit einer Whirlpool-Badewanne neben der Dusche. Und das für 70 Euro pro Nacht! Alles richtig gemacht!
