2026 - Juni - Taufreise Mein Schiff Flow
Beginnen wir doch mit Alberto. Alberto ist die Hafendrohne von Palermo. Sie macht Greifvogelgeräusche und kreist rund um die Schiffe, so auch um die Mein Schiff Flow. Si


Veröffentlicht: 30.06.2026
Ihr könnt es euch wahrscheinlich gar nicht vorstellen, wie es ist, ein Superfan zu sein. Ehrlich gesagt ich auch nicht. Wie es ist, als Teenie oder auch Twen absolut auf einen Star fixiert zu sein und sich stundenlang an einem Pop-up-Store für T-Shirts und anderen Merch anzustellen.
Ich war zufällig am Potsdamer Platz und wunderte mich über eine riesige Schlange. Es war der Bruno-Mars-Pop-up-Store. Allein das Ablaufen der Schlange dauerte 2 Minuten und 55 Sekunden (ich musste es filmen). Nach grober Schätzung muss man hier also mindestens eineinhalb bis zwei Stunden warten. Und das für Sachen, die man theoretisch auch im Internet bestellen könnte. Vielleicht ist es aber genau das, was ein echter Fan auch braucht, diese besondere Stimmung, das gemeinsame Erlebnis und die vielen Gleichgesinnten. Tief im Inneren kann ich das sogar etwas verstehen.
Das ultimative Erlebnis ist aber natürlich das Konzert selbst. Bruno Mars hatte das Berliner Olympiastadion gleich dreimal gebucht, am 26., 28. und 29. Juni 2026. Alle drei Konzerte waren ausverkauft. Das bedeutet jeweils rund 70.000 Besucher und insgesamt etwa 210.000 Fans.
Wir waren beim dritten Konzert dabei. Während bei den ersten beiden Terminen noch historisch hohe Temperaturen von um die 40 °C herrschten, waren es an diesem Abend angenehme 27 °C. Gegen Konzertende zeigte das Thermometer sogar nur noch rund 23 °C. Das angekündigte Gewitter blieb zum Glück aus.
Bereits ab 16 Uhr strömten die ersten Fans ins Olympiastadion. Die Vorfreude war überall spürbar.
Den Abend eröffneten Victoria Monét und Anderson .Paak als DJ Pee .Wee. Anderson .Paak kehrte später als Sidekick von Bruno Mars noch einmal auf die Bühne zurück.
Und dann...
Tausende ekstatische Fans und wir mittendrin. Schon als Bruno Mars seinen ersten Ton ansang, obwohl er noch gar nicht auf der Bühne stand und diese noch nicht einmal ausgeleuchtet war, kreischten die Massen und sprangen von ihren Sitzen auf. Ich habe es geliebt.
Mir ist so eine lebendige Atmosphäre tausendmal lieber, als wenn alle regungslos auf ihren Plätzen sitzen bleiben.
Dass Bruno Mars aber eine so junge Fangemeinde hat, war mir vorher jedenfalls nicht bewusst. Um mich herum flossen bei vielen Fans Tränen der Rührung. Gleichzeitig wurde aber auch durchgehend getanzt. Natürlich haben wir mitgetanzt.
Den Altersdurchschnitt haben wir dabei aber deutlich verfehlt. Sei's drum. Ganz allein waren wir in unserer Altersklasse aber auch nicht. Auffällig viele Mütter waren mit ihren Töchtern da. Und bei einigen Pärchen hatte ich den Eindruck, dass er vor allem ihr zuliebe mitgekommen war.
Im gewissen Sinne gab es sogar eine Kleiderordnung. Eine von Berliner Fans initiierte Verbeugung vor dem Künstler war das Tragen roter Kleidungsstücke oder roter Rosen. The Romantic Tour eben.
Für uns kam diese Information allerdings zu spät. Ich hatte immerhin Glitzer aufgelegt.
In dieser bombastischen Stimmung machte es auch nichts, dass ich zwar tatsächlich jedes Lied kannte, textlich aber überhaupt nicht sicher war. Im Nachhinein hätte ich die Setlist vorher einfach noch viel hören sollen. Bruno Mars ist ein so genialer Musiker und Sänger. Er spielte an diesem Abend immer wieder selbst die Trommeln und die Gitarre, tanzte und sang dabei auf höchstem Niveau.
Dabei verzichtet er auf eine überladene Inszenierung. Er spielt auf einer klassischen Hauptbühne. Einen Catwalk, eine B-Stage oder eine Satellitenbühne mitten im Publikum gibt es nicht. Ein auf die Bühne gefahrenes Auto kam von unseren Plätzen auf der Tribüne allerdings nicht besonders gut zur Geltung. Dafür wären Stehplätze direkt vor der Bühne sicher die bessere Wahl gewesen. Auch die Spezialeffekte sind in seiner Show eher zurückhaltend. Ab und zu gibt es etwas Pyrotechnik und natürlich eine Lichtshow. Die kam allerdings erst ganz zum Schluss richtig zur Geltung, denn Ende Juni geht die Sonne in Berlin erst gegen 21:30 Uhr unter und das Konzert war bereits gegen 21:45 Uhr vorbei.
Ich vermute, dass das frühe Ende an diesem Abend auch dem Fußball geschuldet war. Deutschland spielte am 29. Juni 2026 um 22:30 Uhr sein Sechzehntelfinale der Fußball-WM gegen Paraguay. Einige Fans hatten deshalb sogar lieber das Deutschland-Trikot als ihr Party-Outfit angezogen.
Etwas schade fand ich allerdings, dass bereits vor dem letzten Lied etliche Besucher ihre Plätze verließen, um möglichst schnell aus dem Stadion zu kommen. Nach einem so genialen Abend konnte ich das überhaupt nicht nachvollziehen.
Apropos Party. Die beherrscht Bruno Mars wie kaum ein anderer. Der Tagesspiegel berichtete sogar, dass er nach dem Stadionkonzert noch ein exklusives Clubkonzert vor rund 350 Gästen gab. Um 2:27 Uhr stand er dort noch einmal auf der Bühne und feierte mit seinen Fans weiter. Wer nach einem fast zweistündigen Stadionkonzert noch diese Energie hat, ist für mich ein echtes Party-Biest.
Mein Fazit: Gönnt euch Bruno Mars, egal wie alt ihr seid! Es ist der Wahnsinn.
