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2026 - August - Bozen - Siegesdenkmal

Veröffentlicht: 08.08.2026

Ohne die sehr gute Ausstellung unter dem Siegesdenkmal „BZ ’18–’45“ hätte ich viele geschichtliche Zusammenhänge so nicht gewusst und verstanden.

Denn das als Triumphbogen angelegte Denkmal gilt als eines der ersten großen, explizit faschistischen Monumentalbauwerke in Italien.

Österreich-Ungarn hatte 1918 den Ersten Weltkrieg verloren. Die K.-u.-k.-Monarchie war Geschichte und Europa bekam neue territoriale Grenzen. Unter anderem fiel Südtirol an Italien. Mit Mussolini begann ein neuer, aggressiver Nationalismus mit dem Anspruch, dass die italienische Kultur und Nation anderen Kulturen überlegen sei.

Das von 1926 bis 1928 gebaute Denkmal feiert dabei den italienischen Sieg über Österreich-Ungarn. Zum Beispiel sieht man außen am Gebälk die Siegesgöttin Nike, die ihren Pfeil in Richtung Norden, also zum „germanischen Norden“ abschießt.

Mussolini verbot im Laufe der Zeit den deutschsprachigen Schulunterricht und schränkte die deutsche Presse massiv ein. Das faschistische Regime betrieb eine massive Italianisierung der vielfach noch deutschsprachigen Bevölkerung. Aber kommt euch nicht auch einiges merkwürdig parallel zum deutschen Faschismus vor?

Tatsächlich kam Hitler erst nach Mussolini an die Macht, und Südtirol wurde zum Sonderfall. Denn nun näherten sich die beiden faschistischen Regime immer stärker an. 1939 wurde die sogenannte Option vereinbart: Die deutsch- und ladinischsprachige Bevölkerung Südtirols sollte sich zwischen der Umsiedlung ins Deutsche Reich und dem Verbleib in Italien entscheiden.

Nachdem Mussolini 1943 gestürzt worden war, besetzte die deutsche Wehrmacht Südtirol. Teile der deutschsprachigen Bevölkerung empfanden die deutschen Truppen zunächst tatsächlich als Befreier von der italienischen Faschistenherrschaft. Die Realität der nationalsozialistischen Besatzung war allerdings eine andere.

Deshalb ist das Denkmal heute so interessant. Es ist eigentlich ein faschistisches Denkmal, das eine Geschichte von zwei Diktaturen erzählt:

Italienischer Faschismus → Italianisierung Südtirols → Annäherung und Bündnis Mussolini/Hitler → NS-Besatzung → Ende beider Diktaturen

Aber noch heute ist Deutsch als Sprache in Südtirol nicht verschwunden. Gerade in Bozen wird das deutlich: Straßenschilder sind zweisprachig, ebenso viele Ansagen am Bahnhof oder bei öffentlichen Veranstaltungen.

Auf einen Blick

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Kulturell
  • Siegesdenkmal in Bozen
  • Ausstellung „BZ ’18–’45“
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