2025 - April - Die ganze Reise
So eine Reise macht man nicht jedes Jahr. Drei Wochen, mit Schiff, Zug und großem Gepäck. Jeder Tag war auf seine Weise spannend, keiner langweilig. Ob die Schiffstaufe der Mein...


Veröffentlicht: 17.05.2025












































Was ist eigentlich typisch deutsch? Wo kommen wir her – und gab es „uns“ schon immer?
Fragen wie diese beantwortet das Deutschlandmuseum, falls ihr euch solche Gedanken schon einmal gestellt habt.
Ich würde diesen Ort besonders Familien mit Kindern empfehlen, denn die Gestaltung ist sehr kindgerecht. Die Ausstellung beginnt im Jahr 9 nach Christus, als germanische Stammeskrieger unter der Führung des Cheruskers Arminius drei römische Legionen im Teutoburger Wald schlugen – ein bedeutendes Ereignis, das gerne als Ursprung „deutscher Geschichte“ erzählt wird. Aber war das die Gründung eines deutschen Staates? Natürlich nicht. Deutschland als Nationalstaat entstand erst viel später, im 19. Jahrhundert. Trotzdem bietet das Museum hier einen interessanten Einstieg.
Vieles ist immersiv und interaktiv gestaltet, man muss kaum lange Texte lesen, und natürlich sind die Inhalte stark zusammengefasst.
Besonders spannend fand ich die Darstellung der letzten 100 Jahre, weil sie uns näher sind, wir sie besser nachvollziehen können – und weil hier mehr Inhalt geboten wird. Auch die Zeit des Nationalsozialismus wird nicht ausgespart. Man durchquert eine düstere Installation mit schwarzen Figuren, die den Hitlergruß zeigen, begleitet von Ton- und Filmaufnahmen. Direkt danach folgt ein Abschnitt mit kriegführenden Gestalten, ebenfalls dunkel gehalten. Die Themen Zerstörung, Wiederaufbau, Teilung und Wiedervereinigung Deutschlands werden anschaulich behandelt.
Was ich allerdings kritisch sehe: Der Holocaust selbst – also die gezielte Vernichtung von Millionen Menschen – wird in der Ausstellung kaum thematisiert. Diese Aussparung finde ich problematisch. Wer deutsche Geschichte erzählt, sollte auch diese Realität offen und klar benennen.
Auch typisch deutsche Wohnungen aus den 1960er-Jahren werden gezeigt – inklusive eines Hinweises, wann geputzt werden muss.
Insgesamt würde ich der Ausstellung die Schulnote 2 geben. Besonders der Anfang wirkte auf mich etwas lückenhaft, außerdem ist die gesamte Gestaltung recht dunkel, damit die Bildschirme besser zur Geltung kommen. Für Kinder und ihre Eltern ist das Museum auf jeden Fall lohnenswert – für andere Besucher vielleicht nicht spannend genug.
Die Ausstellung ist sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch zugänglich. Wer online bucht, kann übrigens ein bisschen sparen.
P.S. Fast am besten gefiel mir fast der Souvenirshop am Ende. Hier gibt es viele originelle, typisch deutsche Andenken – etwa den klassischen Wackeldackel fürs Auto. Fast schon wieder Kult!
