2025 - August - Rüdesheim am Rhein
09.08.2025: Mit dem Regionalzug RB 10 verlassen wir an diesem warmen Sommermorgen den Frankfurter Hauptbahnhof in Richtung Rüdesheim am Rhein. Schon jetzt zeigt das Thermometer...


Veröffentlicht: 11.08.2025
Ein besonders schöner Ausflugstipp von Frankfurt aus führt zum Neroberg in Wiesbaden. Wer aus Wiesbaden kommt, kennt den Neroberg natürlich gut, und sicher ist jedem auch die historische Nerobergbahn ein Begriff.
Die Nerobergbahn ist eine Zahnradbahn, die seit 1888 Besucher auf den Neroberg bringt. Die Strecke ist etwa 440 Meter lang und überwindet einen Höhenunterschied von rund 70 Metern. Der Antrieb erfolgt dabei durch Wasserkraft! Es ist ein faszinierendes technisches Prinzip, bei dem ein Wasserkübel am Wagen oben mit Wasser gefüllt wird, um das Gefälle zu nutzen. So gleitet ein Wagen nach unten und zieht gleichzeitig den anderen Wagen nach oben. Die Fahrt kostet für Erwachsene sechs Euro für Hin- und Rückfahrt. Das ist ein sehr erschwinglicher Preis, um sowohl die Technik als auch die schöne Landschaft zu genießen. Besonders lohnenswert ist die Fahrt bei sonnigem Wetter, denn dann zeigt sich die Aussicht besonders eindrucksvoll.
Versucht unbedingt, einen Platz ganz vorne oder hinten draußen zu bekommen, da könnt ihr die besten Fotos schießen!!!
Die Nerobergbahn fährt übrigens ausschließlich von April bis Oktober. Deshalb sollte man die Saisonzeiten beachten. Der Bus Nummer eins fährt vom Wiesbadener Bahnhof direkt zur Nerobergbahn und macht die Anreise sehr bequem.
Oben auf dem Neroberg angekommen, eröffnet sich eine beeindruckende Aussicht auf die Stadt Wiesbaden. Von der Löwenterasse aus kann man besonders schön über die Dächer blicken. Dort befindet sich auch ein Ehrendenkmal, das den Gefallenen des Ersten Weltkriegs gewidmet ist.
Nur wenige Schritte weiter steht der Nerobergtempel, schneeweiß und im Stil eines griechischen Tempels, der 1885 erbaut wurde. Er fügt sich romantisch in die Landschaft ein und ist schon lange ein beliebtes Fotomotiv.
Außerdem findet man dort die sogenannte Erlebnismulde, ein Freilichttheater aus Steinkreisen, das antik anmutet. Bei unserem Besuch war die Erlebnismulde ein beliebter Ort für Picknicker. Wir fanden jedoch bequem Platz in der ebenfalls dort befindlichen Ausflugsgaststätte.
Wer einen recht steilen Abstieg nicht scheut, wird alsbald goldene Zwiebeltürmchen entdecken. Sie gehören zur Russisch Orthodoxen Kirche von Wiesbaden.
Die Entstehungsgeschichte dieser Kirche ist allerdings tragisch: Sie wurde zwischen 1847 und 1855 auf Wunsch des Herzogs Adolf von Nassau errichtet. Die Kirche ist ein ehrendes Andenken an seine Frau Elisabetha Pawlowna, eine russische Großfürstin, die 1845 bei der Geburt ihres ersten Kindes verstarb. Die Kirche wurde als Grabeskirche für Elisabetha gebaut, und ihre sterblichen Überreste wurden bei der Einweihung im Mai 1855 in die Krypta überführt. Die Architektur der Kirche orientiert sich an der Moskauer Christ Erlöser Kathedrale und wurde vom nassauischen Baumeister Philipp Hoffmann entworfen. Mit ihren fünf goldenen Kuppeln und der prächtigen Innenausstattung mit Mosaiken und Fresken ist sie ein beeindruckendes Beispiel neobyzantinischer Baukunst.
