Tortuguero
3.11.2026 -Tortugero Kanaltour, Sendero de Jaguar und Nachtwanderung Heute geht es sehr früh los, um 5 am müssen wir aufstehen und um 5:45 am Uhr bereits am Büro unseres Toura


Veröffentlicht: 06.11.2026
in ganz gemütlicher Morgen ohne Tour und Aufstehstreß. Ich war gestern so erschöpft, daß ich endlich mal durchgeschlafen habe und erst um 7:30 am auf das Handy geschaut habe. Das hat richtig gut getan und war bitter nötig.
Nach einem gemütlichen Frühstück mit Pancakes, Rührei, Früchten und Kaffee laufen wir ins Dorf und bewundern auf dem Weg die tollen Farben der Häuser, der Schmetterlinge und der Pflanzen.
Am Bootsanleger warten wir auf das öffentliche Boot nach San Francisco, von wo aus wir den Aufstieg auf den Cerro Tortuguero starten. Das Ticket für den Nationalpark Eintritt musste ich schon vorher online über die offizielle SINTAC Homepage kaufen.
Pura Vida, der Käpt'n ißt noch gemütlich sein Eis, bevor wir fast pünktlich um 10:45 am ablegen. Die Fahrt dauert eigentlich 10 Minuten, aber unterwegs halten wir an verschiedene Stellen, um Passagiere aufzunehmen, aussteigen zu lassen oder einfach mal nur eine Bohrmaschine abzugeben. DESPACIO... Alles mit Ruhe. Pura Vida.
Keiner der Stops sieht allerdings nach dem Ort San Francisco oder dem Eingang zum Nationalpark aus, also bleiben wir einfach bis zur Endstelle sitzen, die im Niemandsland zu liegen scheint . Von Steg oder Anlegestelle keine Spur, wir halten einfach am Ufer. Nach einer etwas schwierigen Kommunikation mit dem Käpt'n haben wir eine vage Idee, wo wir hin müssen und wo wir später wieder einsteigen können. Wir folgen dem Betonpfad in den dichten Regenwald und finden sie schließlich, die Stufen für den Aufstieg auf den Cerro Tortuguero.
Angeblich sollen es laut Reiseführer 400 Stufen sein, es ist heiß, schwül und die Luftfeuchtigkeit liegt bei 90 %, alles sehr schweißtreibend. Ich frage mich nur, wo denn eigentlich der Eingang zum Nationalpark ist bzw. wo das von mir extra online erworbenen Ticket kontrolliert wird. Wir können einfach so hoch laufen. Vor uns läuft eine vierköpfige Familie, die es schafft, einen solchen Lärm zu machen, als wäre ein ganzer Reisebus unterwegs.
Direkt auf den ersten Stufen finden wir einen kleinen Erdbeerfrosch, die sind ja so niedlich, aber auch sehr winzig.
Weiter geht es die Treppen hinauf, es ist faszinierend, auf einmal von oben auf den Regenwald und die Bäume hinab zu schauen bzw. auf einer Ebene mit Baumwipfeln zu sein. Perspektivwechsel. Letztendlich sind es vielleicht höchstens 300 Stufen, ich habe nicht mitgezählt, definitiv aber 119 m, denn der Cerro Tortuguero ist mit rund 119 m die höchste Erhebung an der ansonsten komplett flachen Karibikküste und ein erloschener Vulkan inmitten des dichten Regenwaldes.
Oben angekommen bietet sich uns ein einzigartiger Panoramablick auf das komplexe Kanalsystem von Tortuguero, den dichten tropischen Regenwald auf der einen und das karibische Meer auf der anderen Seite.
Über uns im Baum turnt ein Kapuzineraffe unbeeindruckt von den Menschen auf der Plattform.
Der Aufstieg hat sich auf jeden Fall gelohnt. Leider füllt sich die Plattform bald mit zwei Ausflugsgruppen und so treten wir ziemlich schnell den Abstieg wieder an.
Unten wieder angekommen laufen wir noch den einen Kilometer bis zum Ort San Francisco. Der offizielle Weg durch den Nationalpark, ein etwa 2,1 bis 2,5 km langer Pfad (Hin- und Rückweg) über einen erhöhten Beton- bzw. Holzweg durch den feuchten Tieflandregenwald, ist wegen Renovierung gesperrt, also nehmen wir den Pfad am Strand entlang, so wie der Käpt'n es uns erklärt hat. Einen richtigen Ort können wir nicht wirklich erkennen, aber immerhin finden wir den Abzweig zum Bootsanleger, obwohl Anleger hier die Übertreibung des Jahres ist. In der Bar am Anleger nehmen wir ein Getränk, da wir sowieso 45 Minuten auf das Boot warten müssen. Tolle Aussicht, coole Reggae Musik, super Wetter, blauer Himmel, leckerer Ananas Shake ... Pura Vida.
Das Boot kommt 30 Minuten vor der eigentlichen Abfahrtszeit und der Käpt'n, übrigens derselbe von der Hinfahrt, gönnt sich auch erstmal eine Pause in der Bar ... Pura Vida
Wieder zurück in Tortuguero gönne ich mir eine 60 minütige Massage im Spa Center auf der Hauptstraße. Die Massage ist mega, sehr entspannend für Muskeln und Seele und tut einfach nur gut. Leider habe ich nicht genug Geld dabei und das Kartenlesegerät befindet sich 15 Minuten entfernt in der Mawamba Lodge, aber alles kein Problem, ich kann das restliche Geld einfach später vorbeibringen.
Wieder zurück im Hotel brechen wir zu einem Spaziergang am Pazifikstrand auf. Es sind verhältnismäßig viele Leute unterwegs, vielleicht auf der Suche nach den Baby Schildkröten, die um diese Jahreszeit schlüpfen und bei beginnender Dämmerung ihren Weg ins Meer suchen. Am Strand gibt sogar zwei Stände, die frischem Kokosaft verkaufen.
Weit kommen wir nicht, denn wir müssen pünktlich um 16:30 Uhr im Ort sein für den Sunndowner am Kanal . Wir finden einen gemütlichen Platz in der Buddha Bar direkt am Kanal und schauen uns bei einem kühlen Imperial Bier den Sonnenuntergang an. Der ist nicht wirklich überwältigend, dafür ist das nahende Gewitter mit Blitz und Donner und dem nachtschwarzen Himmel umso spektakulärer.
Zum Abendessenessen gehen wir dann endlich ins Mi Ninjo, welches gestern Abend zu hatte, uns aber von Jessica empfohlen wurde. Es gibt für mich Hühnchen in karibischer Kokosmilch-Soße mit Salat und Ofenkartoffeln, eine sehr leckere Alternative und nicht ganz so fettig und frittiert wie den Abend davor, allerdings fehlt leider immer noch Gemüse, ich vermisse es.
Immer wieder fällt der Strom für kurze Zeit aus, dank Notbeleuchtung und Gasofen bekommen wir aber doch noch unser leckeres Essen. Am großartigsten allerdings ist die Geräuschkulisse, wenn der Strom weggeht und dann wieder kommt ... ich habe das Gefühl, das ganze Dorf murmelt und murrt und schreit.
Früh um 8 pm gehen wir zurück zum Hotel und beim chillen und schreiben im schönen klimatisierten Raum ist der Strom dann endgültig weg. Zack. Kein Internet, keine Klimaanlage, kein Licht und kein Wasser... da verbleibt nur eine Gute Nacht zu wünschen.
