Tortuguero - Anreise
2.11.2026 - Anreise nach Tortuguero Heute morgen mache ich mein Yoga mal am Pool .... Namaste. Das hätte ich schon viel früher machen sollen, in dem engen Zimmer bin ich immer...


Veröffentlicht: 06.11.2026







































Heute geht es sehr früh los, um 5 am müssen wir aufstehen und um 5:45 am Uhr bereits am Büro unseres Touranbieters Tortutours sein. Wir haben für den Tag ein Kombipaket aus Kanaltour, Tageswanderung auf dem Sendero Jaguar im Nationalpark und eine Nachtwanderung gebucht. Es wird also ein intensiver Tag werden. Die deutsche Inhaberin von Tortuguero Tours Jessica erwartet uns schon mit Kaffee und Früchten. Mich hatte die Webseite und der Slogan "Adventures Close to Nature" angesprochen und ich habe mich im Vorfeld daher für diesen Touranbieter entschieden, obwohl es in Tortuguero an Angeboten sicherlich nicht mangelt.
Wir beide sind die einzigen Teilnehmer, offensichtlich haben zwei weitere Teilnehmer kurzfristig abgesagt, was laut Aussage von Jessica leider sehr häufig durch Dumping Angebote und Abwerbung anderer Anbieter, insbesondere der Hotels und Lodges, passiert. Eine private Tour auf Deutsch also, besser geht es doch gar nicht.
Wir steigen in das offene Kanu mit Elektromotor, legen die Rettungsweste um und los geht's in die Kanäle von Tortuguero. Zahlreiche anderen Boote anderer Touranbieter sind bereits unterwegs, aber das kann auch hilfreich sein, denn die Guides helfen sich gegenseitig beim Finden der Tiere. Die Erzählungen über Flora und Fauna von Jessica sind sehr spannend und informativ ... und da auf Deutsch auch sehr verständlich, vor allem die Namen der Tiere und Pflanzen.
Tortuguero bedeutet übersetzt nicht "Schildkröte" (Tortuga) oder "Ort der Schildkröten", wie fälschlicherweise oft angenommen, sondern "Schildkrötenjäger" und beschreibt historisch die Menschen, die wegen des Fleisches und der Panzer Jagd auf die Tiere machten, bevor die Region komplett auf Naturschutz und Ökotourismus umgestellt wurde.
Der Tortuguero-Nationalpark umfasst über 26.000 Hektar Landfläche und besteht aus einem weitverzweigten Netz aus natürlichen und künstlichen Schwarzwasserkanälen. Er schützt elf verschiedene Lebensräume, in denen Jaguare, Faultiere, Kaimane und über 300 Vogelarten beheimatet sind. Da es in dieser feuchten Region des Landes das ganze Jahr über intensiv regnet, bleibt der Dschungel extrem dicht und artenreich. Heute dient der geschützte Küstenstreifen als der wichtigste Eiablageplatz der gefährdeten Grünen Meeresschildkröte in der westlichen Hemisphäre.
Wir sind insgesamt fast 3 Stunden in den Kanälen unterwegs, hauptsächlich am Hauptkanal, die kleineren befahrbaren Kanäle sind laut Jessica entweder aktuell aus Naturschutzgründen gesperrt oder aufgrund umgestürzter Bäume nicht befahrbar.
Hier sind Bilder von den Tieren, die wir gesehen haben. Außerdem haben wir noch Brüllaffen, Klammeraffen (u.a. eine Mutter mit ihrem Kind) und Morpho Schmetterlinge gesichtet. Dank der phantastischen Ferngläser von Jessica könnte man so nah an die Tiere Heranzoomen, dass man Farben, Federn, Schuppen und Gesichter lebensnah vor sich hatte. Das war ein Highlight.
Nach einer kurzen Frühstückspause im Hotel geht es um 10:30 am weiter zur geführten Tageswanderung mit Jessica im Nationalpark auf dem Sendero Jaguar.
Wir sehen auch noch Klammeraffen, einen Brüllaffen schlafend auf einem Ast und eine Mutter mit Baby, Morpho Schmetterlinge, Soldatenameisen, zwei Bechsteinaras und am Ende schließlich das lang gesuchte Faultier. Jessica hat nicht aufgegeben, es für uns aufzuspüren. Wow, was für ein unfassbares Erlebnis. Und dank des super Fernglases so nah, dass ich das Gesicht erkennen konnte.
Auf dem Rückweg kaufen wir uns eine Art Baquette an einer kleinen Bude direkt am Hafen. Es schmeckt okay, aber der Kokoskeks, den ich mir für den Nachmittagskaffee mitnehme, ist grandios und schmeckt definitiv nach mehr. Am Nachmittag ruhen und entspannen wir auf der kleinen Veranda vor unseren Zimmern. Es war ganz schön anstrengend, bummeln, stehen bleiben, ständig hochschauen, wir sind einfach nur erschöpft.
Im 6 pm geht es wieder los zur Nachtwanderung. Es hat angefangen zu regnen und wir überlegen mit Jessica kurz, ob wir die Wanderung auf den nächsten Tag verschieben, entscheiden uns aber dann doch für heute. Regenponchos übergezogen, Taschenlampe mitgenommen und los geht's. Da der Nationalparkeingang um 15.00 Uhr schliesst, nehmen wir einen Wanderweg auf der anderen Seite des Ortes.
Was für ein intensiver wunderschöner Tag. Ein riesiges Lob an Tortuguero Tours und Jessica für die tollen und gut organisierten Touren, für die vielen wunderbaren und informativen Geschichten, die tollen Ferngläser und natürlich für das Auffinden so vieler unterschiedlicher Tiere. Herzlichen Dank.
So ein Tag macht hungrig. Es ist schon 8:30 pm und um diese Zeit ist im Ort nie mehr viel los. Die Uhren ticken hier anders. Das Restaurant Mit Ninjo, welches Jessica uns empfohlen hat, schließt leider gerade, aber nebenan beim Sohn im "Juniors" bekommen wir noch vegetarische Tacos mit Pico der Gallo und Avocado, leider für meinen Geschmack wieder frittiert und viel zu fettig. Mit dem (bezahlbaren) Essen kann ich noch nicht so richtig anfreunden hier in Costa Rica.
