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Zuletzt in Costa Rica

Nationalpark Gandoca -Manzanillo

Veröffentlicht: 03.11.2026

Fahrt
Cahuita → Manzanillo
60m
Attraktion
Refugio Nacional de Vida Silvestre Gandoca-Manzanillo
Manzanillo, Costa Rica
Attraktion
Miss May Point
Manzanillo, Costa Rica
Strand
Playa Pablo Mena
Manzanillo, Costa Rica
Strand
Bite
Manzanillo, Costa Rica
Sehenswert
Casa Azul
Manzanillo, Costa Rica
Essen
Soda Mawe
$ · Abendessen

1.11.2026 Cahuita - Refugio Nacional de Vida Silvestre Gandoca -Manzanillo 


Wieder ist das Wetter besser als erwartet bzw. in der App prognostiziert und nach dem leckeren "Desayuno Tropical" 🥭 mit fantastischer Aussicht machen wir uns auf den Weg mit dem Auto nach Manzanillo, ca. 60 Minuten Fahrt von Cahuita. 

Auf der Fahrt lernen wir die offiziellen Regeln bei der Überquerung von "Einbahnbrücken", an die sich aber eh nicht wirklich gehalten wird. Es gibt tatsächlich kleine "Vorfahrt gewähren" Zeichen auf Steinpfeilern, die ich bisher noch nicht gesehen hatte. Manchmal ist es auch ein großes Straßenschild. Aber eigentlich fährt jeder so wie er will bzw. wartet höflich bis man selbst gefahren ist und die Fahrradfahrer und Mofas quetschen sich einfach am Rand mit auf die enge Brücke. 

Der Ort Manzanillo und der Strand entlang der Straße gefällt mir nicht, aber wir wollen ja auch nur in den Nationalpark. Das Nationale Wildreservat Gandoca-Manzanillo schützt eine artenreiche Kombination aus tropischem Regenwald, Mangroven und einem lebendigen Korallenriff. 

Die letzten Meter bis zum Parkeingang holpern wir über eine Schlagloch-Piste und sind dankbar für unseren Jimny. Gegen eine Gebühr von 2000 Colones dürfen wir das Auto auf dem Parkplatz abstellen. Der Eintritt in den Park ist grundsätzlich kostenlos, aber eine kleine Spende zur Instandhaltung ist selbstverständlich und wird auch eingefordert. Es ist relativ voll mit Ticos in Flip Flops und Strandoutfit, aber das kennen wir ja schon und das wird sich hoffentlich nach dem ersten Fotostopp verlaufen. Wir laufen über die schaukelnde Hängebrücke a la Indiana Jones, die den Eintritt zum Nationalpark markiert. 

Die Atmosphäre ist gleich eine ganz andere als die im Nationalpark Cahuita, schwer zu beschreiben, viel intensiver, mehr Regenwald Atmosphäre. 

Die ersten 15 Minuten bis zum Aussichtspunkt Miss May Point führen entlang der Küste, es ist lichter und man kann viel tiefer in den intensiv grünen Regenwald schauen als im Cahuita Nationalpark. Magisch. Dazu kommt die Schwüle und hohe Luftfeuchtigkeit, wie in der Sauna, alles klebt am Körper. An den  schlammigen Pfaden parallel zur Küste  ist der Waldboden stellenweise regelrecht von den tiefen Wohnhöhlen auffällig blauer Krebse durchlöchert. Schnell verschwinden sie in ihre Löcher, kommt man ihnen zu nah.

Am Aussichtspunkt Miss May Point ist es wie erwartet voll, das übliche Instagram Posing, in diesem Fall vor dem markanten Felsen im Meer. Grenzen gibt es keine und so werden sogar für das perfekte Foto die Hüllen fallen gelassen und im Badeanzug posiert. 

Wir laufen weiter und wenig später erreichen wir die wunderbare Playa Pablo Mena, goldgelber Sandstrand, weit über das Meer hinausragende Palmen, Vegetation bis ans Wasser, naturbelassen,  Treibholz am Strand. Einfach nur traumhaft. 

Der Weg führt nun weg von der Küste und wird ziemlich schlammig, es wird auch bergiger , mitunter kann man sehr schwer laufen, insbesondere da der rutschige Lehm oft keinen Halt bietet, wenn mal keine Sandsäcke vorhanden sind. Wir müssen einen steilen Berg erklimmen, der aus rutschigen lehmigen Stufen besteht und ich frage mich, wie wir dort je wieder unbeschadet hinunter kommen sollen. Andererseits ... wir haben solide Wanderschuhe an und wenn die Ticos mit Flip Flops und Gummischuhen das schaffen, können wir das erst recht. 

Mittlerweile fühlen wir uns wie in einer anderen Welt, Dschungel Gefühl pur, wir sind nahezu alleine unterwegs, die Geräuschkulisse ist magisch, die Luft schwül und heiß, die Vegetation üppig, grüne Baumriesen, roten Pflanzen und Blüten, Schmetterlinge fliegen am Wegrand,  Luftwurzeln hängen von den Bäumen und begleitet werden wir vom einzigartigen Balz-Ruf des Montezumastirnvogels. Es ist einfach unbeschreiblich. 


Knapp neben mir fällt etwas zu Boden und ich bin richtig erschrocken. Was glaubt ihr, liegt hier auf dem Dschungelboden: Ein abgetrennter Faultier-Arm samt Kralle oder doch etwas ganz anderes? Wer auf Botanik getippt hat, liegt goldrichtig! Es ist in Wahrheit die extrem haarige Schutzhülle einer Magnolien-Blütenknospe, die nach dem Aufblühen einfach vom Baum abgefallen ist. Dieser dichte „Pelzmantel“ dient der Knospe in der Wachstumsphase als lebenswichtige Isolation, um die zarten Blütenblätter im Inneren vor tropischen Regengüssen, Feuchtigkeit und Kälte zu schützen. Ich dachte trotzdem im ersten Moment es ist ein Faultierarm 😂.

Unterwegs treffen wir ein englisches älteres Paar, welches auf einem Baumstamm pausiert und uns relativ emotionslos mitteilt, dass unmittelbar über uns  ein Gruppe Kapuzineraffen durch die Baumwipfeln klettert.  Am Abzweig zur Bucht "Bite" entdecken wir  eine Farm mitten im Refugio, die Casa Azul. Ein Schild weist auf frischen Kokosnusssaft für 1.000 Colones hin. Das müssen wir probieren und es ist eh Zeit für ein Päuschen. 

Es schmeckt fantastisch, richtig erfrischend. Auf dem Rückweg entdecken wir an einem Baumstamm einen braunen Frosch 🐸: eine ganz besondere Variante des Erdbeerfröschchens (gehört zur Gattung der Pfeilgiftfrösche). Während diese Art in den meisten Regionen Costa Ricas für ihren auffälligen „Blue Jeans“-Look mit leuchtend blauen Beinen bekannt ist, besitzen die Frösche genau hier im Schutzgebiet eine exklusive, lokale Farbform. Sie sind von Kopf bis Fuß komplett einfarbig dunkelrot bis kastanienbraun gefärbt und zeigen eindrucksvoll, wie sich die Natur selbst an einzelnen Küstenstreifen ganz eigenständig entwickelt. 


Wir steigen zum Strand "Bite" hinunter und entdecken wieder Krebse und eine weiteren wunderschönen Strand. 

 

Der Rückweg zum Parkeingang kommt uns viel kürzer vor als der Hinweg und wir lassen noch einmal die Dschungel-Atmosphäre auf uns wirken. Der Berg mit den Lehmstufen ist dann gar nicht so schlimm wie erwartet und erschöpft von der Hitze, dem Fußmarsch und den vielen intensiven Eindrücken kommen wir nach ca. 3 Stunden wieder am Parkeingang an.

Hungrig sind wir und kaufen uns auf der Rückfahrt am Straßenrand an einer Soda Teigtaschen mit Beef, Bananen und Ananasfüllung, die richtig lecker schmecken. 

Lust auf einen Abstecher zu einem der Traumstrände vor Puerto Viejo oder den Strand von Puerto Viejo selbst haben wir nicht, es ist uns einfach viel zu voll und wuselig. Da Sonntag ist, sind viele costaricanische Familien und Wochenendurlauber unterwegs. Lieber trinken wir noch ein Imperial Light vor unseren Zimmern, genießen den Blick und das Füße hoch legen. 

Abends kehren wir in die Soda Mawe auf der Dorfstraße ein, die für einfache, günstige und gute Hausmannskost gelobt wird und essen das typische Casado mit Tilapia Filet. Ich bin sehr enttäuscht, der Fisch ist zu Tode frittiert worden und hat mehr Panade als Fisch zu bieten. Dafür ist der Preis unschlagbar, ein günstiges Abendessen zu finden ist gar nicht so leicht, Costa Rica ist ein echt teures Urlaubsland. Zum Abschluss dieses intensiven wunderbaren Tages gönne ich mir in der Bar ein Glas Vino und ein Sprudelwasser (!), wie habe ich das vermisst. 



Auf einen Blick

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Dauer
1 Tag
Wetter am Reisetag
Regen · 22–28 °C
Begleitung
Zu zweit (2)
Wetterdaten © OpenWeather
AbenteuerlichEntspannendKulinarisch
  • Wanderung durch den Regenwald im Refugio Nacional de Vida Silvestre Gandoca-Manzanillo
  • Aussichtspunkt Miss May Point und Playa Pablo Mena
  • Kokosnusssaft auf der Farm Casa Azul
Wanderschuhe
NaturStrandAbenteuerTierweltEssenRoadtrip
  • Parkplatzgebühr2.000 CRC
  • Kokosnusssaft1.000 CRC
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