San José Stadtbummel
29.10. San José Stadtbummel Der Tag beginnt sehr früh, um 6 Uhr kann ich beim besten Willen nicht mehr schlafen. Jetlag. Und der Zug aus der Hölle hat sich auch


Veröffentlicht: 01.11.2026













Heute geht es weiter an die Karibikküste. Wieder bin ich um 4 am wach und lausche dem hupenden Zug und wieder zieht es mich früh aus dem Bett. Gut, denn dann können wir den Nachmittag an der Karibikküste bei super vorhergesagtem Wetter noch so richtig genießen. Um 9 Uhr sind wir abfahrbereit und nach einer kleinen Irrfahrt durch San José erreichen wir die Ruta 32, die über den Bergpass im Nationalpark Braulio Carrillo (inklusive des bekannten Zurquí-Tunnels) bis hinunter nach Puerto Limón an der Karibikküste führt. Ich bin gespannt, die Strecke ist bekannt für ihre extrem dichten Regenwälder, Wasserfälle und dramatischen Landschaften, aber auch für Nebel, stark wechselhaftes Wetter und Erdrutsche bei heftigen Regenfällen. Zumindest ist die Strecke heute befahrbar und nicht gesperrt. Es hat angefangen leicht zu regnen und die Berge und der Regenwald sind nebelverhangen und wirken richtig mystisch.
Vom viel gepriesenen Ausblick hinter dem Tunnel Zurqui allerdings bin ich mega enttäuscht. Vielleicht liegt es ja am Wetter. Bei dem Regen und Nebel kann man nicht sehr weit schauen. Wir zuckeln die Berge in unserem kleinen Jimmy gemütlich hoch und wieder runter, nur die Lkw Fahrer scheinen es extrem eilig zu haben und überholen in halsbrecherischen Tempo an jeder möglichen Stelle. Nicht ungefährlich, die Strecke.
Gegen Mittag erreichen wir die Karibikküste und die Landschaft wird flacher, geprägt durch riesige Bananen- und Ananasplantagen. Wir spüren sofort karibische Vibes und freuen uns auf Cahuita und die Küste.
Cahuita ist ein charmantes, entspanntes Dorf und bekannt für seinen direkt angrenzenden, gleichnamigen Nationalpark und seine lebendige afro-karibische Kultur. Ich war schon einmal hier mit Raoul 2001, kann mich aber nur noch daran erinnern, dass wir im Hotel am Nationalpark gewohnt haben und mir der komplette Rucksack nebst allen Dokumenten geklaut worden ist. Aber diese ist eine andere Zeit und Geschichte.
Unsere Unterkunft sind die Cabinas Arecife, ein nettes kleines Hotel mit 15 einfachen Holzzimmern direkt am Innenhof und einem kleiner Pool. Von der Frühstücksterrasse und den Stühlen vor unserem Zimmer hat man einen wunderbaren Blick aufs Meer.
Wir laden nur schnell aus und machen uns bepackt mit Strandsachen auf den Weg zur Punta Uva. Auf der 45 minütigen Fahrt kommen wir durch Puerto Viejo und an diversen kleinen Strandabschnitten vorbei ... karibisches Flair pur. Allerdings zieht sich die Fahrt auch in die Länge, es ist ziemlich viel los auf der Straße und in den Orten, zahlreiche einspurige Brücken müssen überquert, Radfahrer überholt und das Tempo vor Schulen gedrosselt werden (Achtung: Verkehrshügel - bin über einen versehentlich drüber gebrettert - uiuiui).
Südlich von Puerto Viejo befinden sich die palmengesäumten Traumstände und die Punta Uva wurde besonders hoch gelobt: heller Sandstrand mit weit über das türkisfarbene Wasser ragenden Palmen.
Ein Traumstand, aber leider wie bei vielen angepriesenen Orten überfüllt. Wir ergattern zwei Liegestühle beim Restaurant Arrecife am Wasser und lassen es uns bei Cerveza 🍺 und Patacones (flach gedrückte Scheiben aus grünen unreifen Kochbanen, frittiert und mit Pinto Gallo und Guacamole serviert) gut gehen. Wunderbar trotz fehlender Einsamkeit, so richtig gut zum ankommen und relaxen.
Am frühen Abend, als wir gerade los wollen ins Dorf, kommt ein tropischer Regenguss. Es giest wie aus Eimern und an losgehen ist nicht zu denken. Also genießen wir erstmal die Abkühlung vor unseren Zimmern, bevor wir über die Dorfstraße schlendern. Es ist so gut wie nichts los in den Restaurants und Bars, der Ort ist wie ausgestorben. Da wir so gar keinen Hunger haben nach dem üppigen Nachmittagssnack machen wir es uns vor unseren Zimmern mit einem Bier aus dem Supermarkt gemütlich.
