San José - Anreise
28.10.2026 Anreise Düsseldorf - Amsterdam - San José Los geht's. Auf nach Costa Rica zu unserer 3 wöchigen Mietwagen-Rundreise. Lange geplant und nun ist es endlich soweit 😆....


Veröffentlicht: 01.11.2026

















Der Tag beginnt sehr früh, um 6 Uhr kann ich beim besten Willen nicht mehr schlafen. Jetlag. Und der Zug aus der Hölle hat sich auch schon wieder mitten in der Nacht durch die Stadt und an unserem Hotel vorbei gehupt.
Nach einem Kaffee auf dem Zimmer und einer Yoga-Einheit lassen wir uns erstmal in aller Ruhe das Frühstück schmecken: eine Herausforderung und ungewohnt ... Gallo Pinto (Reis mit Bohnen und Rührei) und ein French Toast. Eigentlich gar nicht so schlecht und die frischen Säfte und Früchte schmecken nach Pura Vida.
So gestärkt kann der Tag beginnen. Jetzt erst sehen wir unser Hotel Fleur de Lys so richtig. Ein pinkfarbenes viktorianisches Haus mit leuchtend tropischen Farben innen. Jedes Zimmer ist nach einer costaricanischen Blume benannt, ich schlafe in der Gardenia. Das Personal ist sehr nett, das Frühstücksbuffet gut, die Zimmer sauber und völlig in Ordnung, aber leider ohne Fenster nach außen, sondern nur in einen Flur bezeichnet allerdings in der Beschreibung als Patio oder Innenhof. Zu erwähnen wäre auch noch die Lage unmittelbar in der Nähe der Eisenbahn, die früh am Morgen extremst lärmt.
Wir starten wir unseren kleinen Spaziergang aus dem Reiseführer von Stefan Loose am Parque Nacional und laufen durch das historische Viertel und die Fußgängerzone bis zum Mercado Central. Das laufen ist allerdings nicht immer ganz einfach: oft müssen Straßen ohne Ampel und Zebrastreifen wagemutig überquert werden und die zahlreichen Löcher mitten auf dem Gehweg und eigentlich überall dort, wo man sie nicht erwartet, sind eine Herausforderung. Dazu hupende Autos, laute Mopeds und das wirklich nervende Hupen der Eisenbahn, die sich ihren Weg gemächlich und lautstark mitten durch San José bahnt.
Der Spaziergang führt uns u.a. vorbei am Castillo Azul, einem ehemaligen Präsidentenpalast, dem imposanten Bellavista Schloss, welches früher Hauptquartier der costaricanischen Armee war und nun das Museo National beherbergt, dem Edificio Metálico mit Eisenteilen made in Belgien sowie in der Calle 5 dem ehemaligen Kaufhaus Edificio Maroy und das ehemalige Cine Variados, Gebäude vom Anfang des 20. Jahrhunderts.
Im Mercado Central angekommen erforschen wir das Labyrinth aus Ständen jeglicher Art und gönnen uns anschließend einen Café con Leche und das berühmte Eis "Helado de Sorbetera", welches seit 1901 nach dem einzigartigen geheimen Rezept in der Sobetera de Lola Mora hergestellt wird. Es schmeckt wirklich köstlich nach einer feinen Note von Vanille, Zimt, Nelken und Muskatnuss.
Nach diesem wohlverdienten Päuschen laufen wir weiter in das Viertel Barrio Escalante, Foodie Hotspot und Ausgehmeile der Stadt. Ziel ist zunächst das Spezialitäten Café Cafeoteca, das absolute Highlight für Kaffee Liebhaber. Es gilt als eine Art Kaffee Bibliothek, in dem Bohnen aus allen 8 Kafferegionen Costa Ricas angeboten werden.
Wir bestellen einen Kaffee aus der Vandola. Die Vandola ist eine in Costa Rica entwickelte, handgetöpferte Tonkanne für Handfilter-Kaffee, die über ein spezielles Belüftungsrohr verfügt. Durch die konstante Hitze des Tons und die Sauerstoffzufuhr entsteht ein besonders klarer, süßer und geschmacksintensiver Kaffee mit samtigem Körper. Dazu gibt es ein Galeta mit Pistazie und ein Pie mit Mandeln. Das alles in einem traumhaft schönen grünen Innenhof.
Gut gestärkt geht es kreuz und quer durch das Viertel Barrio Escalante auf der Suche nach den Street Art Bildern, die es hier an jeder Ecke geben soll. Wir suchen lange vergeblich oder vielleicht auch nur mit falschen Vorstellungen, werden am Ende aber doch noch fündig. Die Bilder sind eher an den Wänden in den Restaurants, Bars und Clubs und weniger wie erwartet an freien Mauern und Hauswänden. Nur die im Reiseführer erwähnten zahlreichen bemalten Trafostation finden wir nicht.
Es ist Zeit für ein kühles Getränk und beim Bummel durch die lebendige Calle 33 landen wir schließlich unbeabsichtigt in der Beer Factory, einer Craft-Beer-Bar, die als eigene Mikrobrauerei stolz die costa-ricanische Braukultur repräsentiert, indem sie preisgekrönte hauseigene Biere ausschenkt. Wir nehmen ein Mikro Tasting, lauschen den Erklärungen und bewundern die tolle Halloween Deko und die blinkenden Lichterketten. Ein toller Ausklang eines interessanten Tages, auch wenn San José nicht meine Lieblingsstadt werden wird und sie sich mir einfach nicht erschließen will
Und auf dem Rückweg zum Hotel finde ich sie dann doch noch ... eine bemalte Trafostation. Juhuuu.
Ein langer, anstrengender, aber wahnsinnig spannender und erlebnisreicher erster Tag in Costa Rica geht zuende. Ich habe das Gefühl, schon viel länger als einen Tag hier zu sein, so viel haben wir gesehen und erlebt. Zum Abschluss gibt es nochmal die leckeren Tacos mit Pico de Gallo und ein Pilsen, mehr Hunger haben wir nicht. Und sind einfach nur noch hundemüde 🥱.
