radschlendern-mit-musik
radschlendern-mit-musik
vakantio.de/radschlendern-mit-musik

Tag 8: Bad Brückenau --> Lohr am Main

Veröffentlicht: 25.07.2023

Frühstück im Hotel zur Mühle, mit ganz viel Plastikfolie und perfekt wachsweich gekochtem Ei (genau wie in Booking.com beschrieben), reservierten Tischen für jeden Gast und drei Männern, die ich später noch mal sehen würde.

Dann also Abfahrt, nochmal im Staatsbad vorbeigekommen, und kurz danach gab es einen neuen Radweg im Sinntal, den Rhönexpress Bahn-Radweg. Ganz neu, wunderbar glatter Asphalt, sanftes Gefälle, ein absoluter Genuss! Einziger Wermutstropfen: Den Sinn sah man auf dieser Strecke fast nicht, weil die Bahngleise immer leicht erhöht im Tal verliefen. (Aber der Sinn ist ja eh oft schwer zu sehen, den musste ich jetzt einfach noch mal raushauen)

Dafür standen hier teilweise noch die letzten Relikte der sogenannten Strecke 46, einer Autobahn, die in den Dreißigern angefangen wurde zu bauen, von Hersfeld nach Würzburg, und mit Kriegsbeginn wurden die Arbeiten wieder eingestellt und nie wieder aufgenommen. So stehen da jetzt noch Brücken und Dämme rum, die man schon mal baute, und mittlerweile fast schon wieder zugewachsene Schneisen im Wald. Dokumentiert mit schönen großen Infotafeln war das auch für mich was ganz neues, umweht von einem seltsamen, leicht gruseligen Hauch Geschichte.

Und jetzt zurück zu den drei Männern aus dem Frühstückssaal, die holte ich auf diesem Rhönexpress dann ein, wir kamen ins Gespräch, trennten uns zwischenzeitlich nochmal, nur um uns bei der nächsten Eisdiele dann wieder zu treffen, und von da an wurde ich von den Jungs so ein bisschen adoptiert bis Gemünden. Die drei waren Brüder und machen einmal jährlich ein längeres Wochenende Radfahren zusammen. Unterwegs hatten wir dann zusätzlich noch einmal eine Begegnung mit einem sehr redefreudigen älteren Local, der uns interessante Anekdoten aus seiner Geschichte erzählte. In Gemünden tranken wir dann nochmal einen Abschiedskaffee/-radler/-eis zusammen und ich fuhr – dann wieder alleine – weiter.

Fast wäre ich im Übrigen dageblieben, denn am Abend waren auf der Gemündener Burg die wunderbaren Gankino Circus angekündigt, aber so lange jetzt auf das Konzert zu warten war mir dann doch zuviel.

Im Endeffekt kam ich dann aber doch nur noch 15 km weiter bis Lohr, denn ein ordentliches Gewitter schien aufzuziehen, was auch den Rest des Tages nicht wieder komplett weichen wollte, so dass ich mir dann doch in Lohr ein Zimmer organisierte, den Turbo einschaltete und dieses dann auch ohne nasszuwerden erreicht. Letztendlich zog das Gewitter aber dann doch mehr oder weniger folgenlos vorbei.

Lohr war dennoch nicht die schlechteste Wahl, denn es war zwar die gefühlt siebzehnte nette Kleinstadt mit – natürlich – viel Fachwerk und schöner Atmosphäre. Aber Lohr war irgendwie doch ein bisschen besonders, ich könnte gar nicht sagen warum, vielleicht ist mir das fränkische doch ein bisschen näher als das hessische.

Also das übliche, Essen gehen in der Außengastronomie, vorher und/oder nachher ein wenig mit dem Rad durch den Ort gondeln und mich umschauen. Zu weiteren Begegnungen kam es dann an diesem Tag nicht mehr, mit den drei Brüdern habe ich sowieso mehr geredet als an allen Tagen vorher mit allen Zufallbekanntschaften zusammen. 69 km, insgesamt 625.

radschlendern-mit-musikFolge diesem Blog und verpasse keine neuen Beiträge.
Antworten