Tag 9: Lohr --> Wertheim
Heute war auf jeden Fall mal so richtig schlechtes Wetter morgens. So dass ich, quasi aus Verzweiflung ;-) ins örtliche "Spessart-Museum" ging. Und das war ausgesprochen gut,...

Veröffentlicht: 27.07.2023
Ich habe geschummelt: In Anbetracht der aktuellen Wetterlage habe ich beschlossen, jetzt erst mal auf direktem Weg nach Öhringen zu fahren, meinen alten Freund B. zu besuchen, ein bisschen Verwandtschaft und alte Bekanntschaften zu pflegen und - soweit das Wetter einigermaßen mitspielt - Tagesausflüge in der alten Heimat zu machen. Die ich ja auch schon damals nur ziemlich selektiv kannte. In bestimmte Ortschaften und Gegenden kam ich damals auch nie. Da lassen sich vielleicht ein paar Lücken füllen...
Ach, und was meine Kalauer mit der Sinnsuche angeht muss ich auch kleine Brötchen backen: Ich habe jetzt mitbekommen, dass der Fluss gar nicht "der Sinn" heißt, sondern "die Sinn". Wenn ich das gewusst hätte...
Nun zu heute: Ich fuhr einen Teil des Radwegs "Liebliches Taubertal", von der Mündung in Wertheim bis in die kleine Stadt Lauda, vorbei an Tauberbischofsheim (nett, Fachwerk, nicht viel los...). Die Tauber ist schon sehr ähnlich zu Kocher und Jagst und ich fühlte mich, angefangen bei der Sprache (Grüß Gott, Ade), schon hier sehr heimatlich.
Witzigerweise traf ich kurz vor TBB auf einen älteren Herrn (also so mein Alter), der an seinem Liegerad samt Anhänger rumbastelte, er hatte einen platten Reifen. Ich fragte, ob er Hilfe bräuchte (nein) und wo er noch hinfahren wolle. Und er erzählte, er sei eigentlich auf einer Deutschland-Umrundungs-Tour gewesen, habe aber in Schliersee abgebrochen wegen technischer Probleme, aber er war in Kleve losgefahren und hatte (im Uhrzeigersinn) also schon gut zwei Drittel geschafft. War ja schon witzig, dass noch mehr Leute so bekloppte Ideen haben.
In Lauda stieg ich dann (ungern, siehe geschummelt) in einen Regionalexpress bis Möckmühl an der Jagst (sehr nett, Fachwerk, nicht viel los...) und von dort die letzten paarundzwanzig Kilometer bis Öhringen wieder mit dem Rad, wobei bei der Ankunft in Möckmühl ein ordentlicher Guss auf mich wartete, als der vorbei war und ich losfuhr ging es ein paar km gut, bis dann mitten im Wald ein zweiter Sturz- mit anschließendem Landregen niederging. Ich fand Schutz unter dem Vordach einer Waldarbeiterhütte, verfuhr mich nochmal, weil das Handy mittlerweile leer war und wegen Nässe auch das Laden aus der Powerbank verweigerte und legte dann den letzten Teil der Strecke auf dem Kochertalradweg und dann dem Ohrntalradweg zurück. Ich war zwischenzeitlich schon mal wieder getrocknet, als ich dann bei Berthold ankam, ging der letzte Regenguss des Tages auf mich nieder.
So, und damit ist mein Zwischenziel erreicht, in den nächsten Tagen wird wahrscheinlich nicht so viel berichtenswertes bzw. -fähiges passieren, insofern pausiert der Blog jetzt ein bisschen. Welche Teile der Rückfahrt ich dann (und wann) wieder mit dem Fahrrad zurücklege, werde ich mir in den nächsten Tagen, die ich hier bin, in Ruhe überlegen! Ach so, heute 65 km, insgesamt 752, aber ich habe auch ein bisschen den Verdacht, den "H" als Kommentar geäußert hat, dass das irgendwie ein bisschen aufgerundet wird. Zumindest sind es immer ein paar km mehr als Google Maps so behauptet.