Woche 6 Novo Selo - Ruse
Bulgarien unterscheidet sich in vielem von Serbien. Die Dörfer und auch zum Teil die Städte sind vom äußeren Bild sehr vernachlässigt und verfallen. Defekte Fahrzeuge bleiben am...


Veröffentlicht: 28.07.2018









































Nach Ruse sind wir noch einen Tag in Bulgarien geradelt. Auf einer Schnellstraße ging es zum letzen Mal eben und flott dahin. Seither tragen wir Warnwesten und versuchen mit der Schwimmnudel die Überholer auf Abstand zu halten. Das klappt recht gut, leider gibt es aber auch ein paar Idioten, die sich trotz Gegenverkehr durchquetschen. Die Mittagspause verbringen wir am schönen Srebana - See, wo es eine Kolonie Krauskopfpelikane gibt. Leider waren sie viel zu weit weg. Bei Silistra ist der Grenzübergang nach Rumänien. Es gibt lange Schlangen an Autos und Lkws, aber mit dem Rad können wir direkt bis zum einzigen Schalter vorfahren!
An einem gut besuchten Kloster können wir unser Zelt im Klostergarten aufstellen. Abends beobachten wir das Geschehen in der Kirche, die Besucher und die Mönche.
Die Strecke nach Norden Richtung Delta ist sehr hügelig, immer wieder geht es auf 100 bis 160 Meter hoch, dann runter auf 20 Meter. Das ist sehr anstrengend. Einmal denken wir, wir sind schlau und nehmen eine Alternativroute. Das ist ein großer Fehler, denn es gibt genauso viele Hügel, aber nach einem einsamen Dorf keinen Asphalt mehr. So mühen wir uns die nächsten 18 Kilometer auf Schotter ab und schaffen es gerade noch vor einem Gewitter nach Ion Corvin, wo wir uns dann erst mal eine Übernachtung suchen. Die Kinder der Wirtin üben mit uns die rumänischen Zahlen.
Das Wetter ist die letzten Tage sehr durchwachsen. Vor der Reise befürchteten wir hier Temperaturen um die 40 Grad, aber davon sind wir weit entfernt. Angenehme 28 bis 30 Grad sind zum Rad fahren optimal. Nachmittags gibt es öfter Gewitter. Vor einem besonders heftigen konnten wir uns auf offener Strecke gerade noch in ein Gewächshaus retten. Wir bestaunen die großen Tomaten- und Auberginen, bekommen Kekse, und werden zum Abschied mit so vielen Tomaten versorgt, dass wir sie kaum im Gepäck verstauen können!
In den Dörfern fühlt man sich oft um Jahrzehnte zurück versetzt. Es gibt mehr Fuhrwerke als Autos, außer der Hauptstraße sind die Wege nicht asphaltiert. Überall werden Schafe, Kühe, Pferde, Esel und Gänse gehalten und in jedem Garten wird Obst und Gemüse angebaut.
Die Rumänen sind ganz besonders herzlich und hilfsbereit. Wir werden zweimal zu Pensionen gebracht, an denen nicht einmal ein Hinweisschild ist, dürfen Gemüse aus dem Garten ernten und werden immer wieder mit Tomaten beschenkt.
In Tulcea haben wir den Anfang vom Donaudelta erreicht. Nach den anstrengenden Tagen mit Gegenwind und vielen Höhenmetern, gönnen wir uns einen Tag Pause!
Aktueller Kilometerstand: 3196