R-E-S-P-E-C-T!
In der Primary School, die Leon und Aurel besuchen, werden den Kindern fünf Grundwerte besonders stark vermittelt: Respekt, Rücksichtnahme, Toleranz, Verantwortlichkeit und...

Veröffentlicht: 12.03.2019






Als Rene am 20. Jänner am Flughafen von Perth australischen Boden geküsst hat (hat er tasächlich gemacht), blieben uns exakt 15 Tage bis zum ersten Schultag der Kinder, denn das westaustralische Schuljahr beginnt nach den Weihnachts- und gleichzeitig Sommerferien mit Anfang Februar. Also so schnell wie möglich: Bankkonto eröffnen, Bankomatkarte bekommen, Telefon mit australischer Nummer anmelden, Auto kaufen, Haus finden, Kinder bei Schulen anmelden, Schuluniform und Schulzeug kaufen, Möbel und sonstigen Hausrat von Geschirr über Bettzeug bis Mülleimer besorgen, und, für mindestens drei von uns eigentlich das Allerwichtigste, das WLAN zum Laufen bringen.
Es gibt aber eine gewisse Reihenfolge, die man einhalten muss, damit das organisatorisch klappt. Z.B. brauchst du zuerst ein australisches Bankkonto und kannst dich erst dann für ein Haus "bewerben". Du brauchst einen unterschriebenen Mietvertrag, damit du dein Kind an einer Schule im zugeteilten Sprenkel anmelden kannst.
Nachdem das Konto in mickrigen 2 Stunden eröffnet war, lag der Fokus nun auf Haussuche. Die Vorgaben meiner Lieben waren nicht ganz ohne: direkt am Meer (Rene), nicht zu weit von der Schule (Sofia), mit der Option auf einen Hund im Mietvertrag (Leon).
Um das Procedere kennenzulernen, warfen wir uns bei einigen Open House-Besichtigungen ins Getümmel: Eine Horde Leute hat exakt 15 Minuten Zeit durch das Haus zu rennen um danach eine mehrseitige Application Form abzugeben, quasi ein Bewerbungsschreiben an den Vermieter. Dieser Pack Zettel beinhaltet deinen Bankkontoauszug, Referenzen vorheriger Vermieter und Arbeitskollegen und auch die Adresse und Telefonnummer eines womöglich australischen Freundes, der dann auch tatsächlich befragt wird, ob man ein anständiger und vor allem verlässlich zahlender Mieter sein würde. Auf Herz und Nieren geprüft wartet man dann ein, zwei Tage auf die Entscheidung des Landlords.
Und wo hat es uns hinverschlagen? Vom Neupauerweg 18b in die High Street 18b! Unser Haus ist wenige Minuten zu Fuß vom Strand entfernt, hat vier Schlafzimmer und, wie die meisten australischen Häuser, zwei Wohnzimmer. Hier ist einfach viel Platz, deshalb baut man auch so riesengroß! Ich hab mal gelesen, dass die Wohnfläche pro Kopf in Australien weltweit am höchsten ist. Glaub ich sofort, wenn ich die Monsterhütten unserer Nachbarn ansehe, die sich ihr Anwesen nicht wie wir uns mit den Nachbarn von 18a teilen...
Die Miete zahlt man hier wöchentlich oder alle 14 Tage und nach dem Einziehen haben wir eine (ohne Übertreibung) 43-seitige Fotosammlung unseres Hauses bekommen, die jeden Fleck am Boden und Punkt an der Wand dokumentiert. Ob wir unsere Kaution jemals wiedersehen, ist fraglich.
Die Suburb, also die Vorstadt nördlich von Perth, in der wir leben, heißt übrigens Sorrento. Da werden Erinnerungen an den letzten Sommer wach, wo ich mit Freundinnnen an der Amalfiküste um 1 in der Früh lautstark Azzurro gesungen habe...