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Immer schön mobil bleiben!

Veröffentlicht: 21.11.2019

Die Australier sind sehr viel unterwegs: Sie ziehen oft um, reisen sehr viel und sind in ihrer Stadt gerne mit dem Auto unterwegs. Perth ist ja, was die Öffis angeht, eine Vorzeigestadt – allerdings nur für Australische Verhältnisse. Der Bus fährt, aber eigentlich ist er leer. Zitat Leon, der regelmäßig mit dem Bus zur Boulderhalle fährt: Ich hab hier mehr leere Busse gesehen als Leute in Bussen…

Andererseits wird der Zug sehr gerne benutzt um ins CBD (die gängige Kurzform für Central Business Disctrict, hat nix mit Cannabis zu tun) zu fahren. Und da kommt es schon öfter vor, dass der Parkplatz beim Bahnhof komplett voll ist, so dass man… zum nächsten Bahnhof fahren muss!

Perth ist Autofahrer-freundlich: breite, wunderschöne Straßen, billiger Sprit, Stau gibt es nur ganz selten. Der Öko-Gedanke steht in Australien was Mobilität betrifft nicht an erster Stelle. Smog existiert nicht, die Luft ist selbst mitten in der Stadt herrlich, das Meer glasklar – man kann hier ganz schnell vergessen, dass die Menschheit vor immensen ökologischen Herausforderungen steht. Immerhin trennen sie in unserer Suburb seit März Müll! Spät, aber doch!

Der Reichtum Westaustraliens kommt vom Bergbau, der in unwirtlichen Städten wie Port Hedland (Eisenerz) oder Kalgoorlie (Gold) betrieben wird, wo man arbeitet und anständig Geld verdient, man aber nicht unbedingt leben möchte. Bei Renes dienstlichen Aufenthalten in Port Hedland haben ihm die Damen am Flughafen leid getan, die unentwegt Fliegen von ihren Gesichtern weg fächern mussten. Auch sämtliche Geschäftspartner haben ihre Arme durchgehen wie Scheibenwischer vor ihren Köpfen bewegt Die lästigen Viecher sind überall und angeblich hat schon jeder Australier in seinem Leben ein paar Fliegen beim Reden verschluckt! Dort, wo das Geld herkommt, ist es also staubig, heiß und voller Fliegen. Deshalb wird der Großteil der Leute „auf Montage“ eingeflogen, während der Rest der Familie in Perth bleibt. Eine Chorkollegin hat einmal von ihren „fifo-hubby“ gesprochen. Hubby ist die Koseform für husband, also Ehemann, und fifo steht kurz für fly-in-fly-out. Der Schwiegersohn einer anderen Chorkollegin ist fifo-Pilot und verfrachtet ausnahmslos Arbeiter zu ihren Jobs, was ihm angenehme Dienstzeiten und einen erfreulichen Kontostand beschert. In Kalgoorlie, der Goldstadt mitten im Outback Westaustraliens, gab es zu wenige Frisöre, weshalb ein Frisör als fifo-Arbeiter von einer Bergbaufirma eingeflogen wurde!


Viel, viel Eisenerz im Zug...


Roadtrains heißen die elendslangen LKWs


Die Australier sind mobil und nehmen aber auch gerne mobile Dienste in Anspruch. So parkt bei uns ums Eck des öfteren der mobile Hundefrisör, um die Flockis in der High Street aufzupeppen.

Für Kindergeburtstage mietet man sich den Partybus, der innen ungefähr so ausschaut wie die Indoor-Spielplätze in unseren Möbelhäusern. „Go Party“ Busse gibt es übrigens auch für Erwachsene, die ihre angeheiterten Fahrgäste durch die Partymeilen von Perth fahren.





Echt praktisch der mobile Automechaniker und der Autoreifenwechseldienst.

Große Augen haben wir gemacht, als am Campingplatz in Margaret River ein Transporter mit integriertem Holzofen aufgetaucht ist und seine Pizza angeboten hat – yummy!


Und was für eine Überraschung heute am Weg zum Strand, als der Kaffee-Wagen wieder mal Halt gemacht hat! Ach, das Leben kann so schön sein…



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