Mulhouse, Mülhausen
Unseren Tag in Mulhouse beginnen wir mit dem obligatorischen Gang zum Bäcker, ein Baguette muss her oder besser zwei. Frühstück, geplant war Duschen und Haarschnitt zu Hause....


Veröffentlicht: 27.06.2025















Wir lassen Mülhausen hinter uns, auch wenn der Hafen eine sehr zentrale Lage hat, es fehlt ihm an jeglichem Charme. Abgesehen von der Abluftanlage des Hauptbahnhofes, die bis ca. 1900 täglich einen tosenden Lärm verbreitet, sind die Plätze eng und die Kollisionen sind vorprogrammiert. Wir wollten in unserer exponierten Lage an der Einfahrt nicht länger verharren.
So haben machten wir uns am Reisetag rechtzeitig auf den Weg, 830 konnten wir die erste Schleuse passieren, die zugleich die letzte Schleuse auf dem Canal du Rhône au Rhin ist. Danach folgten noch ein paar Kilometer bis zum Hafen von Mülhausen, dort können Rheinschiffe anlegen, entsprechend ist der Kanal ab Hafen Mülhausen bis Niffer für Rheinschiffe ausgebaut.
In Niffer nahmen wir die kleine Schleuse zusammen mit einem weiteren Spaßboot und wurden endlich auf den Großrhein entlassen. Dieser hat die offizielle Bezeichnung Grand Canal d'Alsace, im deutschen Sprachgebrauch Rheinseitenkanal.
Bis zur Schleuse Ottmarsheim (Ecluses EDF d'Ottmarsheim) sind es nur wenige Kilometer. Beeindruckend ist der Kanal, ein technisches Bauwerk der Superlative, schön ist etwas anderes.
Vor der Schleuse Ottmarsheim müssen wir warten, den VNF werden wir informieren, es ist eine Frechheit, dass es für Sportboote keinen Anleger oberhalb und unterhalb der Schleusen gibt. Wir haben Maut bezahlt, insofern sollten sich unserer französischen Nachbarn ein Beispiel an der Schleuse Iffezheim nehmen, hier hatten wir das erste Mal wieder das Gefühl, dass Sportboote willkommen sind. Wir üben ausdrücklich keine Kritik am Schleusenpersonal, das war auf der gesamten Strecke höflich und äußerst zuvorkommend.
Weil wir fast eine halbe Stunde vor der Schleuse dümpelten, haben wir uns zu unguter Letzt auch noch einen Festmacher mit dem STB Antrieb eingefangen und zwar so ungünstig, dass dieser auch noch das Ruder blockierte. Wir konnten dann mit einem Antrieb in die Schleuse ein- und auch wieder ausfahren, aber diesen Zustand wollten wir nicht allzu lange aushalten müssen. Unterhalb der Schleuse gibt es einen Gewerbehafen mit teils aufgelassenen Anlegern. Dort trauten wir uns dann doch an der Mauer festzumachen.
Erst mussten wir unser Beiboot ablassen und zuletzt musste ich freiwillig, unfreiwillig dann doch ins Wasser. Die Abkühlung hat mir richtig gutgetan und nach anderthalb Stunden und etlichen Tauchgängen, war der Übeltäter dann tatsächlich beseitigt. Es folgte noch die bange Frage, ob nicht auch der Antrieb etwas abbekommen hatte, ich mache es kurz, nach zwei Tagen intensiver Beobachtung glaube ich nicht, dass wir einen Schaden mitgenommen haben. Letztlich werden wir das untersuchen, wenn Gustav dann in Mainz wieder an Land geht.
Eine Schleuse hatten wir dann noch vor uns, erreichten unseren Hafen in Breisach dann trotzdem noch zu einer vertretbaren Zeit. Das Anlegerbier war an dem Tag mehr als verdient.
