namibiaopkoelsch

Zwei Idioten erobern Afrika
Alle Artikel

Tag 29: Wieder nach Okaue ...

Tag 29: Wieder nach Okaue ...Tag 29: Wieder nach Okaue ...Tag 29: Wieder nach Okaue ...Tag 29: Wieder nach Okaue ...

Der heutige Donnerstag begann wie üblich mit einem gemeinsamen Frühstück mit Karsten und Sylvia um kurz vor 7. Nach dem Frühstück machten Jakob und ich alles bereit um den Tag in Okaue zu verbringen. Dort sollten wir als ersten auf den Fleischhändler von letzter Woche treffen und ihm ein weiteres Rind verkaufen. Danach sollte es, wie letzte Woche auch, vor Ort geschlachtet, gewogen und verladen werden. Im Anschluss sollten wir zusammen mit Jagdführer Absalom auf Jagd gehen. Ziel: 3 Oryx-Antilopen, denn das frische Fleisch wurde dringend benötigt. Als erstes brauchte Sylvia einen ganzen Oryx um das Fleisch an das hiesige Altersheim zu spenden. Dort war das Geld für gutes Fleisch knappe und sie freuen sich immer über Spenden der umliegenden Farmer. Das Fleisch des zweiten Oryx wurde für ein Hockeyturnier benötigt. Wie auch bei uns üblich bringt jede "Mutter" eine kleine Spende mit zur Veranstaltung um die Vereine zu unterstützen. Statt Kuchen und Würstchen spendet man dann hier eben eine Oryx-Antilope. Jens spielt wird übrigens selber bei dem Turnier spielen. Das Fleisch des dritten Oryx wurde für die wöchentlichen Rationen an die Mitarbeiter gebraucht. Um alle Arbeiter und ihre Familien hier zu ernähren werden hier pro Woche knapp 165kg Fleisch benötigt. 

Also beluden wir das Auto mit Kisten für das Fleisch, der Waage, Waffe, Kühlbox mit Wasser und geschmierten Broten für den Lunch und noch einigen Lebensmitteln für die Köhler, die bei der letzten Store-Fahrt am Dienstag "ausverkauft" waren. Dann ging es los ...

Als wir am Treffpunkt beim Rindergehege eintrafen war unser Kunde noch nicht angekommen und wir begannen schonmal damit alles fürs Schlachten aufzubauen. Leider sollte es noch einige Zeit dauern bis unser Kunde kam ... knapp 1 1/2 Stunden warteten wir am Gehege - dann endlich erschien der weiße Pick-Up am Horizont und es konnte losgehen. Schnell hatte er sich einen der Bullen ausgesucht und Absalom hatte das Tier erlegt. Schnell war das Rind geschlachtet und wir konnten Teil für Teil abwiegen. Mit knapp 300kg Fleisch war es ein mittelgroßer Bulle. Während Jakob und die Arbeiter das Fleisch verluden, nahm ich das Geld in Empfang. Auch diesmal war der faustgroße Batzen stilecht in einer Plastik-Tüte vom Spar-Markt verpackt. Ich fühle mich dabei immer wie bei einer filmechten Drogenübergabe ...

Alles verpackt und bezahlt machte sich der Großhändler wieder auf den Rückweg nach Walvis Bay. Bevor es auf Jagd ging stärkten wir uns erstmal mit den mitgebrachten Sandwiches.

Ein Dorf der Köhler


Das Rindergehege und der Brunnen


Danach ging es unter Leitung von Absalom durch das Gelände auf der Suche nach den Oryx. Immer abwechselnd fuhr einer von uns das Auto während der andere mit Absalom zu Fuß auf Pirsch durchs Dickicht war. Gegen 16.30, zu diesem Zeitpunkt wartete ich mit dem Auto am Treffpunkt ertönte der erste Schuss, kurz darauf ein zweiter ...

Mein erster Gedanke war Jakob hat den Oryx nur gestreift und Absalom hatte reagiert bevor das verwundete Tier über alle Berge ist. Doch mein erster Eindruck lag komplett daneben. Jakob hatte sein erstes Tier sicher erlegt und Absalom hatte sich das Gewehr geschnappt und war der flüchtenden Herde hinterher um nach weiteren 300m ein zweites Tier zu erlegen. Schnell wurden die beiden Tiere verladen, denn der Tag neigte sich dem Ende. Als nächstes war ich wieder an der Reihe und pirschte mit Absalom durch die Savanne. In einiger Entfernung (knapp 400m) machte Absalom eine weitere Gruppe von 3 Oryx aus. Erst in gebückter Haltung, dann auf allen vieren und schließlich auf dem Bauch robbend näherten wir uns dem Tier bis auf knapp 100m. Bisher hatte der alte Oryx-Bock noch nichts gewittert, denn er lag nach wie vor sehr entspannt im Schatten. Absalom gab daraufhin das Kommando: Ich lud das Gewehr, legte auf seiner Schulter auf, visierte das Ziel an, atmete dreimal tief durch ... und schoss. Dank eines gezieltem Treffers im Nacken lag der Oryx direkt - ich hatte mein erstes großes Tier erlegt. Hättest du mir das vor 4 Wochen in Deutschland erzählt - hätte ich das niemals geglaubt!! 

Eine Oryx Antilope am Wasserloch ...

Da sich die Sonne dem Horizont näherte machten wir uns so schnell es ging wieder auf den Heimweg und erreichten die Farm erschöpft gegen 19.00 Uhr. Ein anstrengender Tag neigte sich dem Ende und nach dem Abendessen und einer Dusche lag ich gegen 21.00 Uhr im Bett. 


(Quelle Bild Oryx: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Oryxantilopen)

4

Kommentare

Noch keine Kommentare