Château Balleroy
Der Medienmogul und sein Schloss

Veröffentlicht: 21.06.2025
Warum denn nach Rouen fahren, wenn es doch in Orléans so viel schöner ist? Mit Städtebesuchen ist es halt so eine Sache: Man weiss immer erst, wie gut einem eine Stadt gefällt (oder auch nicht), wenn man dort gewesen ist. Von Orléans, der Stadt an der Loire, haben wir uns offen gesagt nicht allzu viel versprochen. Und sind in jeder Beziehung überrascht, eine so attraktive, freundliche und aufgeräumte City anzutreffen. Denn auch Orléans wurde im letzten Krieg massiv beschädigt, doch man hat viel und sehr geschickt retten und wieder aufbauen können.
Dominiert wird das Bild der Altstatt – wie vielerorts in Frankreich – von einer beeindruckenden Kathedrale. Hier ist es die Cathédrale Sainte-Croix mit den zwei eigenwilligen Ecktürmen, eine der letzten Kathedralen, die in Frankreich gebaut wurden. Besonders sehenswert im Innern sind die Glasfenster, welche die Geschichte der Jungfrau von Orléans erzählen.
Besonders fällt uns die Beflaggung in der königlichen Kathedrale und auf der Rue de Jeanne d'Arc auf, der Prachtstrasse, die schnurgerade von der Kathedrale hinunter zum Place de Gaulle führt. Die Fahnen werden alljährlich zum Johanna-Fest (fêtes johanniques) Ende April platziert und bleiben dann über den Sommer zum Schmuck der zentralen Altstadt aufgehängt. Sie zeigen die Wappen der Ritter, die zusammen mit Jeanne d'Arc im 15. Jahrhundert gegen die Engländer in die Schlacht gezogen sind. Der Jungfrau von Orléans ist auch das Denkmal auf dem nahen Place du Mortroi gewidmet.
Der Weg führt uns von Jargeau auf einer ausgeschilderten Veloroute komplett autofrei entlang der Loire nach Orléans und wieder zurück, ein Weg knapp 20 km. Einfach wunderbar – wenn auch die Tempereaturen mit über 30 Grad aktuell eher an Südfrankreich erinnern.
