Trekking von Bad Bergzabern nach Albersweiler
Ausgangssituation Die Kernfrage lautet: Sind wir beide genug vorbereitet, um mit jeweils einem 13-15 kg schweren Rucksack mehrere Tage durch den Pfälzer Wald zu wandern und...

Veröffentlicht: 25.01.2026
In Osterode versorgen wir uns beim Bäcker mit etwas Wegzehrung (gebackenes Korn), denn die Zeit der Eseltreiber, die uns die Dinge in die Harzer Höhen bringen könnten, ist vorüber.
Die Skulptur in Osterrode zeigt den Esel mit einem Kornsack und den Eseltreiber mit der Korn-Flasche. Weitere Infos könnt ihr hier lesen.
Wir starten mit ca. 10 kg schweren Rucksäcken, bester Laune und schönem, sehr warmen Wetter.
Der Startpunkt ist schnell gefunden, wir müssen nur dem Schild nachlaufen:
Die ersten Kilometer geht es nur bergauf, ab und zu gibt es Rastplätze und Schutzhütten, die Schatten während der Trinkpause spenden. Früher waren dies Rastplätze mit Feuerstelle für die Eseltreiber.
Für die ehrgeizigen Wanderer sind auf dem Weg Stempelstellen eingerichtet. Wir sammeln diese nicht. ;)
Bei der Ankunft in der Pension wird klar, dass es zu spät ist, im nahen Ort noch das Restaurant aufzusuchen. Außerdem hatten wir keinen Tisch reserviert, was unbedingt empfohlen wurde.
Also gibt es auf Empfehlung der Gastgeberin Salat, Pizza und Döner. Geliefert wird aus Clausthal-Zellerfeld, das Essen ist gut und heiß. Getränke kommen aus dem Kühlschrank der Pension, gegessen wird auf der Terrasse. Ein perfekter und entspannter Abend für den Start der Wandertour.
Nach dem Frühstück starten wir auf die ca. 18 km lange Tour nach Torfhaus. Heute ist der Tag der Harzer Wasserwirtschaft, zumindest kommen wir an entsprechenden Einrichtungen (alte wie neue) vorbei: das Oberharzer Wasserregal.
Viele Teiche, Stauseen und künstliche Wasserführungen (z. B. Kanäle) sind miteinder verbunden. Auf der Strecke gibt es viele Exponate und Schautafeln, welche die Technologien, geografische Gegebenheiten und Exponate erläutern.
Nach stundenlangem Wander bei 32° C werden wir im Hotel Torfhaus ausgesprochen gastfreundlich empfangen. Im Übernachtungspreis ist auch der Eintritt zum Harzturm Torfhaus enthalten, wir sparen uns den Aufstieg auf den Aussichtsturm, da wir noch 10 Minuten Zeit dafür hätten, und genießen die erfrischende Dusche auf dem Zimmer.
Ganz im Zeichen unserer geflügelten Freunde ist das Abendessen. Wir studieren nebenbei die Geschichte des Unternehmens, der letzte Besuch war irgendwann in der Jugendzeit.
Wir starten auf dem Goetheweg (der Gute war auch überall...) in Richtung Brocken. Heute haben wir rund 20 km vor uns, es ist morgens schon ordentlich warm.
Wir genießen den Schatten in der Hütte an der ehemaligen Deutsch-deutschen Grenze, in diesem Bereich des Nationalparks wurde bereits erfolgreich aufgeforstet.
Auf dem Kolonnenweg waren bis zur Wiedervereinigung die Soldaten der NVA auf ihren Kontrollfahrten unterwegs. Diesen Weg sind Michael und Christof schon auf ihrer Radtour entlang des Radweges "Grünes Band - Deutschland" gefahren.
Entlang des Goetheweges kommt man auf dem Kollonnenweg dann zur Harzer Brockenbahn und läuft ein Stück entlang der Gleise. Zustiegsmöglichkeiten gibt es keine.
Vor dem Anstieg auf den Brocken biegen wir nach rechts ab und sparen und den Weg auf der asphaltierten Strecke zum Gipfel. Wir laufen ab nun überwiegend bergab, uns kommen gut und schlecht trainierte Fahrradfahrer und ein Fuchs entgegen. Letzterer hat überhaupt keine Scheu, also Abstand halten...
Am nächsten Abzweig treffen wir die Mountainbiker wieder, denen wir vor zwei Tagen schon einmal begegnet waren. Eine Rasthütte bietet etwas Schatten in der Mittagspause, ein Ehepaar aus Sachsen gesellt sich zu uns und ist ebenfalls froh, dass Sie nicht in der prallen Sonne sitzen müssen.
Nach der Pause ist der weitere Weg einfach zu finden:
In diesem Bereich des Brocken sieht die Landschaft noch ziemlich mitgenommen aus:
Es gibt eben noch viel aufzuforsten. Anscheinend sind aber die Versuche, Mischkulturen mit anderen Baumarten zu etablieren laut der Nationalparkverwaltung auf einem guten Weg.
Vom Ottofelsen können wir bis zum Turm auf dem Wurmberg sehen, tolle Weitsicht, im Vordergrund weitere Fichten-Zahnstocher.
Um 15 Uhr erreichen wir unser Hotel in Drei Annen Hohne, beste Zeit für Kaffee und Kuchen im Schatten. Das Hotel liegt in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof, aus dem Restaurant können wir die Züge der Brockenbahn beobachten. Abends ist der Bahnhof leergefegt.
Am nächsten Morgen ist der Himmel wolkenverhangen, ein paar Tropfen fallen, aber für die Regenjacke ist es zu wenig und zu warm. Wir folgen zwei jungen Leuten, die im gleichen Hotel übernachtet hatten, in Richtung Königshütte. Wir treffen die die beiden in den nächsten beiden Tagen immer wieder udn freuen uns alle darüber.
In Elbingerrode gibt es auch Hamburg.
Entlang der Bode gibt es heute ständig Hindernisse. Wir klettern ständig über umgefallene Bäume, der Wanderweg wird wahrscheinlich auch der Natur überlassen.
Am späten Nachmittag erreichen wir unser Hotel in Altenbrak. Der Mann am Empfang ist etwas gestresst, er muss für seinen Sohn einspringen, der in die Niederlande reisen musste. Er ist stolz auf das beste Zimmer im Haus, das wir prompt zugewiesen bekommen. Ach ja...
Heute kommt die letzte Etappe nach Thale, nach Aussage des Hoteliers ist es der schönste Abschnitt des Hexenstiegs und sicherlich eine der schönsten Wanderungen in Europa.
Wir sind gespannt, ob die Qualität der Wanderung die des Zimmers übertrifft.
Die Wanderung durch das Bodetal ist tatsächlich ein Wandertraum. Der Weg führt relativ nah an der Bode im Tal entlang und im Laufe des Tages werden die aufsteigenden Steilwände immer beindruckender. Ein Wanderweg, den man auf jeden Fall laufen sollte, wenn man im Harz unterwegs ist.
Nach der Tour gibt es die obligatorische Belohnung, leider wird das Eis und der Kaffee nur im Pappbecher serviert.
Nachmittags finden wir den Wegweiser zum Hexenstieg,
und das prämierte Stellwerk des Jahres 2024 der Bahn. Lustig: der Bahnhof in Thale ist für längere Zeit außer Betrieb weil umgebaut wird. Es gibt Busersatzverkehr, das hübsche Stellwerk hat nichts zu tun.