08.06.2022 Mittwoch 4. Urlaubstag
Bauernmarkt Wir sind heute extra früh aufgestanden. Um kurz nach acht sind wir aus den Betten gefallen. Nicht ganz so früh, aber schon ein wenig unchristlich, vor allem für...

Veröffentlicht: 09.06.2022
















Strand und Storchenpark
Für das Frühstück wollte ich heute besonders clever sein. Ich nahm gleich die Tasche und das Portmonee mit zur Hunderunde, um in einem die Brötchen zu holen, nur wenn man dann den Autoschlüssel vergessen hat, muss man halt doch noch mal hochlaufen und kann nicht fahren. Also hoch, Schlüssel (wie immer) suchen, dann starten, nach Hause kommen und frühstücken. Der Himmel war bedeckt und unser Plan, heute an den Strand zu gehen, wurde verworfen. .Wir durchstöberten den Reiseführer, telefonierten wegen der Öffnungszeiten und - da kam die Sonne! Also umplanen und an den Strand wurde beschlossen. Doch bis meine beiden Damen fertig sind.....! Dann ging es los. Wir wollten heute ein Stück bis zu den Strandkörben laufen. Für Gisela ist das nicht einfach. Zum einen ist sie nichts Gutes mehr gewöhnt, zum Anderen ist es logischerweise schwer, nichts zu sehen und dem anderen zu vertrauen, dass sie auf Unebenheiten oder auch Hindernisse hingewiesen wird. Aber wir sind inzwischen ein gut eingespieltes Team und sie vertraut uns. Bei den Strandkörben angekommen, stellten wir fest, das man einen Strandkorb nur bei der Touristeninfo mieten kann und der einzig offene Strandkorb war nach Aussagen des DLRG Mannes besetzt. Aber da keiner darin saß, setzte sich Gisela hinein, bis Gabi, die sich auf den Weg zur Touristeninfo machte, mit einem Strandkorbschlüssel zurückkäme. Ich ging derweil ans Wasser, denn wir hatten wirklich gerade Flut, und machte einige Fotos. Da gab es eine Stelle, wo ganz viele, kleine Quallen angespült worden waren. Die armen kleinen Tierchen. Aber ich sah auch eine tot Gans und machte mir Gedanken, was da geschehen war. Arme Gans! Und im Wasser gab es tatsächlich Menschen. Uahhhh!
Dann ging es zurück zu Gisela und als ich sagte: Jetzt kommt eine böser Mensch.." Wie der geölte Blitz stand sie schon auf, bevor ich zu Ende sprechen konnte: "und der bin ich.!" Wir lachten, denn Gisela hatte ein ganz schlechtes Gewissen, diesen Strandkorb zu benutzen, wobei ich denke ich hätte dem Besitzer, wäre er zurückgekommen, die Situation auch erklären können.
Ich fing an eine Burg zu bauen, doch als Gabi zurückkam beendete ich mein unvollständiges Werk und bekam den Kommentar von Wolfgang, dass meine Burg eher an einen Grabhügel erinnern würde. Recht hatte er ja! Gabi ging mit ihren neuen Beachies mit den Füßen ins Wasser. An dem nun offiziell gemieteten Strandkorb entstand Burg Nummer 2, die aber auch vor ihrer Vollendung beendet werden musste, weil in der Ferne dunkle Wolken über das Meer kamen. Wir machten uns auf einen zügigen Rückweg, was Gisela nicht leicht fiel, doch als wir den Aufgang zur Düne erreichten, schienen die Wolken sich zu verziehen. Also eine Pause auf einer Bank, eine Zigarette und dann zum Auto und in unseren heimischen Gefilde zurück.
Um halb drei starteten wir dann zum Storchenpark in Wyk. Uns erwartete ein kleines Areal hinter einer alten Villa mit vielen Storchennestern. Den Ursprung hatte der Storchenpark als Notfallaufnahmestation für Wasservögel. Irgendwann wurde dann Romeo gebracht, ein erster Storch, der flugunfähig war. Zu einem späteren Zeitpunkt kam dann Julia dazu und die beiden wurden ein Paar, akzeptierten ein Nest in niedriger Höhe und zogen ihre erste Brut auf. Bei der Führung durch einer jungen Dame, an der wir teilnahmen, hörten wir, dass man davon ausgehen könne, dass alle 10 Paare, die dort zur Zeit brüten, Nachkommen von Romeo und Julia wären. Ein Storch bleibt seinem Nest immer treu, diese Form der Treue wird Saisontreue genannt, denn der Storch kommt einige Wochen vor der Störchin und baut ein Nest. Die Nester können bis zu 2 Metern hoch werden, wenn sie nicht immer wieder entfernt würden. Wenn die Störchin kommt, sind die beiden wieder zusammen. Kommt sie nicht, sucht er sich eine andere Störchin. (Also: die brauchen keine Trauergruppe)
Die Störche werden zu dem, was sie selber fangen, wie zum Beispiel Amphibien und Mäuse, mit Küken, Katzenfutter und Resten aus den Hotels gefüttert. Wenn ihnen nichts zustößt werden sie bis zu 30 Jahre alt. Sie haben eine Spannweite von bis zu 2.20 Meter und eine Höhe von 1.20 Meter.
Die jungen Störche, die ich in den Nestern sah, waren schon ganz flauschig und süß. Einer der Eltern bleibt immer auf dem Nest, während der andere Futter besorgt. Das Nest wird stets gewärmt, denn Kälte führt oft zum Tod der jungen. Aber auch Krähen greifen an und reduzieren den Nachwuchs. Wenn vier bis sechs Eier im Nest liegen, überleben in der Regel nicht alle.
Kommen Störche zurück, zeigen sie dies durch klappern an. Sie machen das aber auch, wenn Gefahr droht und mehrfach erlebten wir, dass ein Storch zurückkam und wirklich klapperte. Es war toll die großen Vögel so einschweben zu sehen.
Und wieder gab es ein niedriges Nest, denn es gab wieder ein flugunfähiges Storchenpaar. Ich finde das Engagement des Vereins sehr beeindruckend.
Und dann gab es endlich, endlich Krabbenbrötchen. Auf dem Weg nach Hause lief mir schon das Wasser im Mund zusammen, wenn ich an mein Brötchen dachte, auch wenn 7,80 € noch immer ein hoher Preis ist. Und zu Hause schlemmte ich dann und meine Geräusche veranlassten meine Freundinnen zu der Frage, ob ich einen Orgasmus bekäme. "Einen Gaumenorgansmus, ja" nuschelte ich mit vollem Mund zurück. Es war einfach zu lecker.
Aber noch eine kleine Anmerkung zum Schluss: "Du kommst auf die Mitfahrbank" ist ein geflügeltes Wort geworden und fällt des Öfteren.