Irmi auf Föhr
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08.06.2022 Mittwoch 4. Urlaubstag

Veröffentlicht: 08.06.2022

Bauernmarkt

Wir sind heute extra früh aufgestanden. Um kurz nach acht sind wir aus den Betten gefallen. Nicht ganz so früh, aber schon ein wenig unchristlich, vor allem für Gisela, die gerne etwas länger an der Matratze horcht. Während ich dann die Hunderunde machte und das erste mal Brötchen für uns holte, war der Tisch gedeckt und der Kaffee fertig. Das gemeinsame Frühstück war wieder nett, mit den üblichen Neckereien und bis wir dann aus dem Haus kamen, war es doch schon wieder später geworden. Ich drängte zur Eile, denn der Bauermarkt war nur von 9 - 12 Uhr geöffnet. Der Himmel war bedeckt, aber der Wind hatte sich gelegt. Dann ging es auf nach Wyk. 

Diesmal stand uns bei der Einfahrt in die kleine Seitenstraße kein Auto im Weg und ein Parkplatz, in unmittelbarer Nähe des Bauernmarktes war schnell gefunden.  Inzwischen strahlte auch die Sonne vom Himmel und sie blieb uns bis zum Abend treu. Wie schon bekannt,  war der Bauermarkt sehr klein und übersichtlich, aber schon erlesen. An einem Stand erwarben wir ein kleines Gläschen Rosengelee und eines mit Löwenzahnblütengelee. In die Tasche wanderte auch noch Bärlauch Öl und Himbeeressig. Giesela  spendierte hier eine Flasche Eierlikör und am Nebenstand verlockten uns Erdbeeren und ein Salatkopf, denn mit den neu erworbenen Zutaten würde das ein leckeres Dressing. 

Staunend standen wir auch vor einem Käsestand, alles Erzeugnisse der Insel und zu meinem Glück hatte der Schafstand keine Wolle dabei, denn da hätte es passieren können, dass ich schwach geworden wäre. Dann ging es erneut auf die Passage und es zeigte sich, dass es sehr schwierig war Briefmarken zu bekommen. Während ich überall fragte, erwarb Gabi einen neuen Anhänger für ihr Pandora Armband und unsere Frage in Geschäften nach einer Duscheinlage für Gisela blieb genauso erfolglos, wie meine Briefmarkensuche. Hätte ich doch nur beim Kauf der Karten  daran gedacht! Eine Postzustellerin gab mir dann entscheidenden Hinweis und während ich Gabi und Gisela auf einem Brunnenrand parkte, marschierte ich los und kam mit Erfolg einige Zeit später zurück. Jetzt ging es zum alten friesischen Teehaus in Nieblum, aber welche Enttäuschung, da waren wir schon drin und haben den Erdbeertee gekauft. Zum Sitzen wäre es da nicht so schön, also zu unserem Standartcafe. Hier sind wir schon bekannt, kein Wunder, denn die Crazy Ladies sind nicht immer ganz leise. Die Kellnerin empfahl uns einen Rhabarber Sahne Kuchen. Er war auch sehr lecker, aber beim  nächsten Mal wäre es wohl eher wieder der weltbeste Käsekuchen. Da dort auch eine Kerzenzieherei beheimatet ist, konnten wir die Kinder beobachten, die mit ihren Kerzen eine Runde um den alten, ehrwürdigen Baum laufen mussten, bevor die nächste Schicht darüber kam. Dieses Mal waren es zwei kleine Schwestern, wobei die kleinere ein Strahlen auf dem Gesicht hatte, was unbeschreiblich ist. Es war total süß, den beiden Mäusen zuzusehen, bis die kleine mit ihrer Kerze hinfiel und das Geschrei groß war. Beim Zahlen meinte unsere Bedienung, dass sie gerne mit uns kommen würde. Wir waren also definitiv aufgefallen, aber was soll´s, lachen ist gesund. 

Auf dem Rückweg stoppte ich dann noch mal ab, um das Schild "Eier von fliegenden Hühnern zu fotografieren, denn Gisela wollte uns diesen doch eher ungewöhnlichen Text nicht glauben. In der Touristeninfo kauften wir noch die Karten für den 16.6. , denn Wilhelm Wahl würde in Wyk auftreten und meine liebe Freundin Brigitte hatte mir aus der Heimat diesen Tipp gegeben. (Danke dafür)

Zu Hause gab es wieder die übliche Vorlesestunde . Gabi kochte später und danach gingen wir zu unserer Vermieterin, um zu zahlen.  Sie hatte vor zehn Tagen ihren Mann nach 50 Jahren Ehe verloren, arrangiert sich aber erst mal recht tapfer mit der Situation. Sie ist, genau wie ihr verstorbener Mann hier von der Insel und auch einer ihrer Söhne sagt, dass er niemals von hier weggehen würde. Zwei weitere Kinder leben schon lange nicht mehr hier und kommen nur noch in den Ferien. 

Hier sieht man  auch überall eigenwillige Zwerge  und Frau Korf  erklärte uns, dass es sich hierbei um Oterbaankin handelt. Sie leben in der alten friesischen Mythologie bei den alten Grabhügeln. Sie galten in der Vorstellung der Menschen als Verursacher all dessen, was man sich nicht erklären konnte. Die Puken waren indes kleine, freundliche Hausgeister, denen man nur ein Schüsselchen Haferbrei mit einem Klecks Butter hinstellen brauchte, und schon bekam man jede Menge Hilfe von ihnen. Mal schauen, vielleicht bringe ich ein solches Exemplar mit nach Hause. Jetzt warten wir ab, wie das  Wetter morgen wird. 

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