Donnerstag 23.5.2024
Mit einem gemütlichen Frühstück beginnt unser erster Urlaubstag. Dann ging es zum Auto, wobei ich mich gestern verschrieben habe. Es sind keine 19 Minuten, sondern nur 10 . Auf...

Veröffentlicht: 24.05.2024
Mit dem Rad bin ich heute Morgen völlig ohne Unfall zum Radverleih zurück gefahren, hab die Parkdauer für unser Auto verlängert und dann sind wir ins Zentrum gelaufen. Henry haben wir zu Hause gelassen, denn die geplante Kutschfahrt wäre nicht sein Ding gewesen. Zwei fast schwarze Pferde, Lady und Meta, zogen die schwere Kutsche heran und nach einer Weile ging es los. Wir fuhren dich die weite , flache Landschaft und erfuhren, dass die Insel bis 1854 gar nicht zusammen war. Die beiden Teile wurden durch Prile getrennt und dann zusammengebaut, indem man die Prile zuwarf.
Die 30 qkm große Insel hat heute circa 300 km Wanderwege und 100 km Radwege.
Wir fuhren durch ein größeres Waldgebiet, das vor 100 Jahren als Schlprojekt angelegt wurde. Es heißt de Greene Stee, also grüne Stelle. Es ist ein 60 Hektar großes Feuchtbiotop und ist mit Wanderwegen durchzogen. Der naturbelassene Wald liegt in einer Dünenlandschaft und es wachsen Moorbirken, Schwarzerlen, Kiefern und Weidenarten. Hier brüten Seevögel und die Löffelente. Hier würde ich gerne mal spazieren gehen, aber meine blöde Hüfte will das ja nicht wirklich. Der Kutscher nannte den Weg hierher die A 1, denn die Betonplatten waren im 2. Weltkrieg für Militärtransporte verbaut worden. Borkum war ein Marinestützpunkt und 450 Mann waren auf Borkum stationiert und wohnten in 40 Bunkern. Noch heute liegen viel Bunker versteckt unter den Dünen.
Wir fuhren an Häusern vorbei, die für die Bundeswehr gebaut wurden, ist natürlich wie ein Schildbürgerstreich, dass die Soldaten zwei Jahre später die Insel verließen. Die Häuser wurden verkauft und vermietet. Aber noch heute gibt es hier ein Fliegerheim, in dem Piloten ausgebildet werden.
1963 wurde die Insel überflutet. Das Ostland hat nun einen neuen Deich, der 21 m hoch ist da mn da Material hierfür aus dem Umland nahm, ist so ein neuer See entstanden , den wir aber nicht gesehen haben. Eine Zwischenstationen machten wir an einem ehemaligen Hof und aßen eine Kleinigkeit. Dann ging es wieder zum Zentrum zurück und hörten, dass es hier verschiedene Erholungskinderheime gab. Von 1921 bis 1996 waren circa 90.000 Kinder auf der Insel. Es gibt erschreckende Berichte über die Zustände z. B. Im Adilfinenheim. Zu den Erziehungsmitteln gehörten Schläge, Erbroches essen, physische und psychische Gewalt, nackt ausziehen und nachts ausgesperrt werden gehörten zu den Methoden. Die Kinder wurden zur Erholung in Sonderzügen hergebracht und Anja Röhl, eine Autorin, hat sich inzwischen sehr um die Aufarbeitung vieler Betroffener engagiert.
Wir haben also eine Menge gehört und nachgelesen.
Danach gab es noch Kakao und Kaffee in einem Café, und dann sind wir nach Hause gelaufen. Ich mit Stock, aber ich habe es geschafft! Dann habe ich erst einen ausgiebigen Mittagsschlaf gemacht und wir haben als Selbstversorger Spaghetti mit Gehacktessoße gemacht. Jetzt ist es Abend und ein Glas Wein wird uns gut tun.
Übrigens haben die beiden Dohlen auf dem Dach wohl Frieden geschlossen und schnäbeln nun ausgiebig miteinander. 👍