Mittwoch 22.5.2024
Mein Start in den Urlaub war mal wieder etwas ungewöhnlich. Eben noch auf dem Weg zur Marlies einen Brief zur Post bringen, doch siehe da. Ich parkte an der Post und ein...

Veröffentlicht: 23.05.2024
















Mit einem gemütlichen Frühstück beginnt unser erster Urlaubstag. Dann ging es zum Auto, wobei ich mich gestern verschrieben habe. Es sind keine 19 Minuten, sondern nur 10 .
Auf dem Weg dorthin habe ich das Vorgartenpferd fotografiert. So eines hätte ich auch gerne. Mit dem Auto fuhren wir dann verbotenerweise näher an den Ortskern heran, was bei unserer Rückkehr natürlich ein Knöllchen zur Folge hatte. 🤷♀️
Eine Inselbahn empfing uns, aber wir machten uns zu Fuß auf Entdeckungstour Marlies war enttäuscht, weil fast alle damals romantischen lokale Wintergärten vorgebaut haben, was den Flair von damals wohl sehr negativ verändert hat. Vorbei ging es an vielen Geschäften und dann waren wir an der Villa Scherz, wo Marlies mit 16 Jahren als Zimmermädchen gejobbt hat. Da hieß es Zimmer machen und Frühstückstische eindecken. Ab 14 Uhr hatte sie mit ihrer Freundin dann frei. Heute sind hier nur noch Wohnungen, wie auch bei ihrem zweiten Arbeitsplatz, dem roten Haus, wo sie aber nur einmal war überhaupt sind die Häuser hier vielfach aus rotem Ziegelstein, die Villen eher verputzt und weiß gestrichen.
Die Insel lebt heute vom Tourismus, aber das war anders. Wurde Borkum erstmalig 1398 urkundlich erwähnt. Es fristete ein eher armseliges Dasein mit Fischfang. Das wurde anders, als der Walfang begann. In der Regel war so ein Walfangschiff ein halbes Jahr auf See um in Grönland ein Wal zu fangen. Er wurde harpuniert und wenn er dann wieder auftauchte so lange mit Pfeilspitzen und Harpunen attackiert, bis er verstarb. Dann wurde er an Bord geholt und zerlegt besonders wertvoll war sein Fett, aber auch die Knochen wurden mitgenommen und daraus Abzäunungen errichtet. Doch so manches Schiff kam nicht mehr zurück und es lebten viele Witwen in großer Armut auf der Insel.
Wir liefen nun zum Strand. Grauer Himmel und Wind erwarteten uns, aber der Blick auf das Meer, dass mit dem Horizont verschmilzt, ist immer wieder für mich beeindruckend. In einer Strandbar tranken wir Kakao und Kaffee und auf einer vorgelagerten Sandbank sahen wir Tiere, die wir nicht genauer erkennen konnten. Ich dachte zuerst, es wären Vögel, aber als wir später zu Hause die Karte studierten, wurde mir klar, dass es Seehunde gewesen sein müssen. Vereinzelt kreisten Möwen, aber es gelang mir kein Foto. In der Ferne vergnügten sich Kite Surfer, doch fürs Wasser war es wohl zu kalt, denn es waren 18 Grad.
Dann schlenderten wir über die Promenade am Meer entang den Dünen entgegen, vorbei an Sanddornsträuchern, die aber noch keine Früchte trugen, wobei ich sie ja auch nicht mag.
Zurück ging es durch den Ort und ich erstand eine Bauchtasche. Welche Farbe hat sie wohl? Klar, natürlich lila. Nun suchten wir nach einem Lokal, wo man Nordseekrabben essen konnte, aber das war gar nicht einfach. Doch dann: Schnitzel mit Nordseekrabben! 👍 wir vermuteten 5 bis 8, aber es war mindestens eine ganze Hand voll Krabben, die uns da auf dem Schnitzel serviert wurde.
Auf dem Weg zum Auto entdeckten wir sogar noch eine Bude, wo wir bestimmt noch die angebotenen Krabbenbrötchen essen würden. Aber der Weg war für mich schon recht beschwerlich, denn meine Hüfte tat trotz häufiger Pausen immer mehr weh. Ich stellte das Auto ab und da hier auch ein Fahrradverleih ist, entschied ich mich, es mit einem Rad für den Rückweg zu versuchen. Gesagt getan! Bezahlt und los ging‘s mit einer Bruchlandung an der ersten Kurve. Handgelenk blau, aber sonst war nichts passiert und die Hüfte und der Po schmerzten nicht beim fahren. Marlies kam zu Fuß mit Henry und meinem Stock nach. Aber erst mal nahm ich meine Schmerzpillen und legte mich auf‘s Bett. Ich hoffe, der Orthopäde hat eine Idee, was er machen kann, wenn er da MRT hat.
Dann gab es Kaffee und der weckte meine Lebensgeister wieder. Wie sahen uns die Unterlagen aus der Touristeninfo an und planten, was wir in den nächsten Tagen mit einem lahmen Huhn unternehmen konnten.
Marlies ist jetzt noch ne Runde spazieren, aber das kann ich vergessen. Inzwischen ist die Sonne herausgekommen und strahlt auf die vor uns liegende Villa, die übrigens zum Verkauf steht. Wenn ich draußen sitze und eine rauche, sehe ich sie immer und auf dem Dach sitzen oft zwei Dohlen, die sich ständig streiten. Viele Vögel zwitschern dann um mich herum und ich verfluche mein Aua. Aber nun denn, Augen zu und durch!