Heute haben wir einen Ausflug in den Norden von St. Lucia gemacht. Im Hafen von Castries lagen gleich zwei Kreuzfahrtschiffe vor Anker. Uns kamen unzählige Kleinbusse mit Kreuzfahrern entgegen, überall waren Popup-Souvenirstände aufgebaut, die sonst nicht da waren, alles war voller Leute und die Straßen von Castries total verstopft. Bunte Busse mit lauter Musik, Bimmelbahnen voller Leute quälten sich durch die Straßen. Für jemanden wie uns, der Land und Leute kennenlernen will, einfach nur total verschreckend. Das passt nicht in ein Land bzw. in eine Stadt, in der an jeder Ecke die Armut zu erkennen ist. Und morgen sind dann wieder neue Kreuzfahrtschiffe im Hafen und alles geht wieder von vorne los.
Wir fuhren dann nach Pigeon Island an der Nordspitze. Auch hier alles voller Kreuzfahrer, die Strände dort mit Liegen gefüllt, schlimmer als an der Adria.
Wir hätten lieber in den Süden oder Osten fahren sollen, aber ich befürchte, bei vielen tausend Kreuzfahrern sind die überall.
Die Wanderung auf der Halbinsel war dann aber doch erstaunlich ruhig und entspannt, die meisten Leute lagen am Strand. Pigeon Island wirkte aber auf uns trotz toller Landschaft etwas heruntergekommen und ungepflegt. Aber der Palmenstrand dort ist schon unglaublich schön.
Und vom Fort Rodney aus kann man sehr schön links die raue dem Atlantik zugewandte Seite und rechts die ruhige Karibik der Rodney Bucht sehen.
Wie ihr seht, waren die Chinesen auch schon da und stellen fleißig ihr kostenloses Internet zur Verfügung. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt.
Ich hatte gelesen, dass der Reduit-Beach in Rodney Bay sehr viel von Kreuzfahrern angesteuert wird.
Was soll ich sagen, auch hier alles proppenvoll.
Rodney Bay ist das touristische Zentrum der Insel. Hier ist alles modern und gepflegt, ein Plundergebäck kostet gerne mal 4 €. Armut sieht man hier kaum. Ein krasser Gegensatz zur Hauptstadt Castries. Es gibt auch einen sehr exklusiven Jachthafen.
Wir haben dann auf der Rückfahrt nach Castries ein paar einsame Strände angesteuert, ein bisschen entspannt und fotografiert.
Anschließend noch ein paar Sachen gekauft und den Mietwagen vollgetankt.
Die Lebensmittel hier im Supermarkt sind alle ziemlich teuer. Insbesondere wenn man unsere Maßstäbe anlegt. Wurst gibt es eigentlich überhaupt nicht und Käse ist einfach nur ein künstlich aussehender Block. Dafür gibt es gesalzene Schweineschwänze?? Die Leute hier ernähren sich offenbar grundsätzlich anders. Paprika und Tomaten sind auch völlig überteuert, bis auf die örtlichen Tomaten, die nicht perfekt aussehen, aber gut schmecken und nicht teuer sind. Und es gibt unglaublich viele stark übergewichtige (vor allem Frauen) Menschen. Es ist schon ein bisschen erschreckend, was unsere Lebensmittelindustrie mit wenig aufgeklärten Menschen alles so anstellt, nur des Profites wegen.
Auf dem Bild oben seht ihr eine Packung Wurst von der Fa. Kraft, billigstes Separatorenfleisch mit einem Preis von ca. 5 € für 275 Gramm.
Wir hätten gerne noch viel angeschaut auf St. Lucia, eine wirklich traumhafte Insel. Die Behördengänge wegen der Geldstrafe haben uns aber leider Zeit gekostet und 5 Tage sind dann doch zu kurz, vor allem bei den langen Anfahrten durch die schlechten Straßen.
Unsere Unterkunft war auf jeden Fall traumhaft. Oben sind ein paar Bilder von der großartigen Terrasse aus. Beeindruckender geht es nicht.
Morgen geht es in aller Früh mit der Fähre weiter nach Martinique.
Das gehört zu Europa, ich darf dann mit dem Auto wieder auf der „richtigen“ Seite fahren, mit Euro zahlen und kostenlos per Roaming telefonieren.
Aber ansonsten denke ich, wird es ähnlich sein wie
hier auf St. Lucia. Tolle Natur aber auch viel arme Menschen.