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If I lay here - Fraser Island, Lake Wabby Day 3 / 21.11.2018

Jermaine, Karim, Daniel, Iris, Soso und Linni in Car Nr 1Dingo beim Sonnenaufgang gesichtetLake Wabby zwischen den SanddünenUnsere ganze coole Gruppe

Heute wachten wir um 4:35 Uhr auf, um den Sonnenuntergang zu sehen. Linni und Jermaine waren schon draußen, als Daniel und ich aufwachten und Daniel wollte zuerst gar nicht aus seinem Schlafsack raus, bis er sagte, dass er es später bereuen würde, wenn er nicht mit kommt.

Also gingen wir runter zum Strand, vom Horizont ging schon ein schwaches orangenes Licht aus, aber wir bemerkten schnell, dass uns die Wolken einen Strich durch die Rechnung machen wollten, denn genau über dem Meer hatte sich eine Wolkenwand gebildet, obwohl der Rest des Himmels vollkommen klar war. Auch die Bremsen hatten es besonders am Morgen sehr auf uns abgesehen, wir bissen aber alle - wir waren ca. 7 Leute - die Zähne zusammen, außer Daniel, der dann nach knapp 5 Minuten wieder den kurzen Rückweg einschlug. Der Blick aufs Meer sah aus, wie ein wehleidiger Tumblr Post mit tiefgründigem Spruch - im guten Sinne - und als die Minuten vergingen, sahen wir doch schnell, dass sich das frühe Aufstehen gelohnt hatte. Die Farben wurden immer kräftiger und gerade, als die Sonne die Wolkenwand überwand, kam ein Dingo den Strand hinab getrabt und lief direkt vor uns entlang, was das Bild einfach perfekt machte. 

Anschließend legten wir uns alle nochmal eine Stunde ins Zelt und ich schlief sogar nochmal ein, bis es dann um 6:30 Uhr Frühstück gab, da wir heute noch früher los wollten. Es ging mit einer holprigen Autofahrt zum Lake Wabby - einem See inmitten von riesigen Sanddünen, weshalb wir erstmal eine kleine aber anstrengende Wanderung durch den endlos tiefen weichen Sand, über Wurzeln und durch den Wald hinter uns bringen mussten. Jetzt wussten wir auch, wieso wir so früh los waren - es war nämlich jetzt schon brennend heiß und der kühle See mehr als nur willkommen und lang ersehnt. Eine große Sanddüne ging direkt in das grüne Wasser über und man konnte vom Ufer aus ein paar größere schwarze Fische erkennen, die Catfish. Tony sagte uns, dass man wenn man so einen fangen würde, 50 Dollar gewinnt. Es schafft aber keiner von uns.

Als wir uns dann im Flachen ins Wasser setzten, sahen wir nach einigen Minuten ganz viele kleine Fische, die sich an uns heran trauten - die selben, die man in diesen ganzen Salons zum Hornhautentfernen benutzt. Die lebten hier nämlich von Natur aus und machten sich sofort an unsere Haut ran - das fühlte sich echt lustig an, aber manchmal auch ziemlich unangenehm, weil die natürlich gerne an alte Kratzer und Wunden gingen. Und an den Füßen waren sie eigentlich nie. 

Ziemlich viele rannten die Sanddüne herunter in den See, darunter auch Iris und ein Kanadier, mit dem ich nicht so viel zu tun hatte, der aber mega nett und fröhlich war. Er knickte dabei ziemlich hart um und legte einen schlimmen Fall hin, es weiß leider keiner von uns, was er letztendlich hatte, aber er musste dann den Weg mithilfe von 2 seiner Kumpels zurück humpeln und wir beschlossen alle, dass wir dann auch gehen würden. 

Ich warf einen letzten Blick zurück auf den grünen See, der die nächsten 10 Jahre immer kleiner werden und irgendwann verschwinden würde, da die Sanddünen ihn schon jetzt Tag für Tag weiter zuschütten. Wir keuchten schon nach den ersten Minuten, da es die steile Düne hochging und die Bremsen ununterbrochen drohten, uns aufzufressen.

Wir machten dann noch ein paar coole Gruppenbilder - unter anderem eins, wo wir alle auf eine Sanderhöhung am Strand kletterten und Tony mit einem der Autos im Vordergrund den Auslöser drückte, sodass es aussah, als ob wir alle auf dem Auto stehen würden - und auch welche nur mit unseren kleinen Gruppen. Es fühlte sich doof an, dass die schöne Zeit, die wir hier hatten jetzt zu ende gehen würde. 

Danach ging es zurück zur Fähre und ich spielte ein letztes Mal den DJ, nachdem den Job Daniel die letzte Zeit übernommen hatte und Iris, Linni und ich waren ziemlich überrascht, denn sein Musikgeschmack war gar nicht mal schlecht. 

Zurück in Rainbow Beach fuhren wir in unserer Autokolonne zuerst tanken und danach zum großen Nomads Autoparkplatz, wo Linni, Karim und ich unser großes Gepäck holten und dann alle warteten, bis der Bus klar gemacht wurde, mit dem Ben uns sofort nach Noosa, unserem nächsten Stopp fahren würde.

Während des Wartens setzte ich mich zu den anderen auf eine Holzfläche, und da mein Rucksack so schwer war, wurde ich in eine gemütliche Liegeposition gezogen, von der ich nicht mehr hochkam. Ich beschloss also 'If I lay here, if I just lay here, would you lie with me and just forget the world' mit Iris zu singen und wir lachten, bis sich die Müdigkeit irgendwie zeigte und ich kurz die Augen schloss (wovon Jermaine ein paar Stalkerbilder machte, weil ich ihn auch ein paar mal beim Schlafen - bei der holprigen Autofahrt!!! - erwischt hatte). Dann machte Daniel plötzlich Chasing Cars an und als die ersten Töne erklangen war alles gut und ich freute mich und schaffte sogar den Situp mit meinem Extragewicht hinten dran. 

Dann ging es auch schon mit der ganzen Gruppe in den Bus und die 2 stündige Fahrt war schnell mithilfe cooler lauter Musik, die alle mitsangen, überstanden. 

Unser neues Hostel in Noosa war das Nomads, von dem ja auch unsere Tour war, weshalb wir die 3 Nächte nicht mehr bezahlen mussten. Wir hatten dafür jedoch ein 10 Bett Zimmer, was zugegeben etwas gequetscht, aber auch voll okay war und wir gingen erstmal duschen, um später noch auf die Aftershowparty zu gehen. Dort gab es für alle leckere Frühlingsrollen und nochmal einen kostenlosen blauen Drink, den sich nach und nach alle an der Bar holten. Waterpong wurde auch nochmal gespielt, aber obwohl Daniel und Jermaine nochmal dabei waren, hatten Linni und ich nicht mehr so Lust, feuerten aber alle, die von unserer Tour mitspielten an und freuten uns, wenn sie weiterkamen. Daniel würde leider nur noch eine Nacht in Noosa bleiben und danach in Richtung Cairns reisen, aber Karim, Jermaine und Iris würden auch mit uns in Richtung Brisbane kommen und außerdem noch einige Nächte mehr hier bleiben, was auf jeden Fall cool war. 

So ging die tollste Tour bis jetzt zu ende und wir fielen später todmüde in unsere Betten.


Song of the day: Chasing Cars von Snow Patrol und warum erschließt sich aus meinem Eintrag.

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