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Grüße aus Galizien...

Veröffentlicht: 31.10.2022

Am 21.10. sind wir über die unsichtbare Grenze nach Galizien eingefahren. In dem kleinen Städtchen Foz ist im Hafenbereich eine riesige Wiese für Camper frei gegeben worden und das wird unser Übernachtungsplatz heute. Wieder einmal stehen wir umsonst und draußen.  Einige andere Camper aus aller Welt sind auch hier und wir lernen direkt unsere spanischen Nachbarn mit ihrem alten und wunderschön ausgebauten Düdo kennen.  Sie verbringen 3/4tel vom Jahr auf Reisen und den Rest vom Jahr gehen sie arbeiten. Auch nicht schlecht. Marokko wird uns schmackhaft gemacht...sie waren wohl schon öfter dort und lieben es sehr...ich komme ins Träumen....wer weiß wer weiß (zwinker). Das Städtchen selbst hat nicht viel zu bieten (Denken wir). Unendliche Einkaufsmöglichkeiten aber kein Highlight ausser der kleinen Promenade mit vielen großen Palmen. Diese sehen wir plötzlich überall. Riesige Palmen, wunderschön anzusehen und auch die ersten Olivenbäume wachsen. Wir merken,  daß wir langsam aber sicher immer mehr in den Süden kommen. 

Am nächsten Morgen erkunden wir die Stadt richtig und staunen nicht schlecht, als wir am anderen Ende einen Monsterstrand entdecken. Es ist Ebbe und ein 1km breiter feiner Sandstrand liegt vor uns in all seiner Pracht. An der Promenade schaukeln die Palmen im Wind und aus den Bars ertönt schon morgens Musik. Skurrile bunte schräge Häuser säumen die Strandallee. Wir revidieren! Foz ist toll! 

Ein Katzensprung entfernt in St. Cibrao entdecken wir den nächsten tollen Platz.  Auch hier führt der Camino Naturale, der Jakobsweg direkt am Parkplatz vorbei. Das Städtchen selbst ist klein aber fein. Enge Gässchen führen verzweigt durch den Ort. Ein Fernsehteam ist am Marktplatz....es wird gerade eine Dokumentation über den Ort gedreht. 4 schöne Strände, diverse Leuchttürme, Wanderwege und eine Palmenallee laden zum bleiben ein. Hat es heute morgen noch gestürmt und geregnet, scheint jetzt wieder die Sonne und es ist warm. Ein Regenbogen jagt den nächsten.  Alltag am Atlantik :) 

Auch hier bleiben wir einige Tage hängen. Genießen das faul sein, machen kleinere Reparaturen und Näharbeiten und erkunden die Gegend. Wir entdecken einen Park mit einer alten Brücke aus dem Mittelalter. Hohe Eukalyptusbäume erzeugen einen betörenden Duft, ein Bächlein fließt träge dahin und Tische und Bänke laden zum verweilen ein. Dies hier ist wahrlich ein magischer Ort. 

Wir merken, daß wir immer mehr entschleunigen. Der Tag und die Uhrzeit spielen keine Rolle mehr. Wir essen wenn wir hungrig sind und machen wozu uns grad der Sinn steht. Wenn es regnet,  mummeln wir uns im Bett ein und schauen auch mal ein, zwei Filme. Ein bisschen Luxus muss sein! Wobei, diesen entschleunigten Zustand zu haben ist ja schon wahrlich Luxus heut zu Tage. Immer müssen wir 'liefern. Der Tag ist vollgestopft mit Terminen und wenn endlich Freitag ist, kommt der Montag viel zu schnell.  Wir geniessen es jedenfalls,  jetzt nur noch Freitage zu haben und merken,  wie gut uns dieses Gefühl tut. Reisen ist toll!!

Im Surferort Valvodeiro übernachten wir direkt hinter der riesigen Sanddüne unter Palmen. Auf der anderen Seite präsentiert sich der Atlantik in all seiner Pracht. Kilometer feiner Sandstrand liegen vor unserer Nase und kein Mensch ist in Sicht. Hinter den Dünen gibt es unzählige Wanderwege, teils mit Holzstegen zum leichteren laufen und Lucy geht direkt mal auf Kaninchenjagd. Ein Süsswassersee rundet das Bild ab. Besser geht's nicht. Abends essen wir kein Kaninchen!

Am 26.10. fahren wir in die Großstadt A Coruna. Hier parken wir, wie immer in grossen Städten, im Hafen (manchmal auch Campingplatz). Für 27 Euro parken wir luxuriös im Jachthafen. Wer hier denkt,  dass ist aber happig,  dem sei gesagt,  dass es im Hochsommer mal läppische 53 Euro kostet.  Dafür haben wir Strom ( nicht daß wir ihn bräuchten, denn wir sind autark), tolle neue Duschen (größer wie unsere zwinker), Waschmaschine und Trockner (braucht man!). Zudem stehen wir fast mitten im Zentrum ( und das bewacht)...also ab ins Getümmel.  Ohne Hunde wackeln wir los. Kopp 's in der Großstadt...nach vielen Wochen allein am Meer! Die Stadt ist toll...und riesig! Wir bestaunen tolle Plätze, Kirchen, Gebäude und laufen gefühlte 10km durch Fußgängerzonen. Irgendwann macht sich Reizüberflutung breit. Wir waren 3 Stunden in der Stadt...und wir sind platt! Drei Tage verbringen wir in ACoruna. Laufen mit den Hunden in den Steingarten am Ende der Stadt und laufen ohne Hunde nochmals in die Stadt hinein.  Die Siesta ist gerade zu Ende und eine schlafende Stadt erwacht zum Leben. Plötzlich sind überall Menschen und die Geschäfte öffnen gegen 17.30 Uhr. Es erstaunt uns immer noch, was für einen hohen Stellenwert die Siesta hier hat. Mittags geht nichts...dafür abends um so länger. Wir hätten noch Wochen hier bleiben können und hätten trotzdem noch nicht alles gesehen. Als am 3.ten Tag das Kreuzfahrtschiff Aida 4000 Deutsche ausspuckt,  ist es für uns an der Zeit,  den Jachthafen zu verlassen.  Wir machen uns auf den Weg ins Landesinnere,  denn in den nächsten Tagen werden wir nach Santiago de Compostela fahren. 

Die Fernsehproduktion Saga Media schreibt uns an. Sie finden unsere Geschichte toll und wollen einen Film über uns machen.  Wir überlegen lange. Ein Film? Über unsere Geschichte? Klingt irgendwie cool, wir sagen aber doch dankend ab. Die Vorstellung immer einen Kameramann dabei zu haben,  schreckt uns dann doch ab. Wir sind nicht fürs Fernsehen gemacht....schauen wir daß eh seit Jahren nicht mehr. Und zudem sind wir viel zu gerne alleine.

Wir kommen nach Santiago de Compostela - die heilige Stadt. Das Pilgerziel himself. Schnell auf dem Campingplatz eingecheckt, eine Gassirunde mit den Wauzis und los geht's in die Stadt. Durch enge Gassen gelangen wir in die Altstadt. Wir gehen immer der Musik nach, vorbei an Bars,  Souvenirshops und Läden aller Art. Irgendwann stehen wir vor der berühmten Kathedrale. Tausende Pilger und Touristen füllen den Platz und ich muss zugeben: Wir waren ergriffen. Die Stimmung auf dem Platz geht durch Mark und Bein. Tolle alte Gebäude soweit das Auge reicht...wir sind begeistert und machen eine Fahrt im Touristenbähnle einmal quer durch die Stadt mit vielen Informationen über Kopfhörer. Danach alles wieder bergauf zurück zum Campingplatz auf dem die Wauzis sehnsüchtig warten (für sie ist Großstadt einfach nix). Müde aber glücklich schmeissen wir uns ins Bett an diesem Abend. Am nächsten Tag, der der eigentliche Haupttag in Santiago hätte sein sollen,  wecken uns die Hunde schon nachts auf. Beide haben Durchfall und das pure Wasser schießt aus ihnen raus. Wir müssen mehrmals in der Nacht raus und auch am nächsten Tag rumort es hörbar in ihren Bäuchen. Na toll! Santiago muss warten. Mit Hunden ist es wie mit kleinen Kindern.  Sie werden immer zur denkbar ungünstigsten Zeit krank. So können wir sie nicht im Laster lassen, und in die Altstadt mitnehmen geht so auch nicht.  Darum heißt es für uns heute Zwangspause auf dem Campingplatz für (hoffentlich) nur einen Tag. Nachmittags wagen wir es doch nochmal in die schöne Altstadt für zwei Stündchen. Wieder wandeln wir mit grossen Augen durch die tolle verwinkelte Stadt. Durch enge Gassen entdecken wir immer wieder neue Plätze, Kirchen und andere Gebäude.  Der helle Sandstein leuchtet in der Sonne...kurzum: Wir sind begeistert! Santiago de Compostela ist definitiv einen Besuch wert!

Am 31.10. verlassen wir bei strömenden Regen Spanien und fahren über die Grenze nach Portugal. 

Nordspanien hat uns völlig begeistert.  Obwohl es öfter geregnet hat als uns lieb ist, fühlten wir uns pudelwohl.  Spanien ist sehr Camperfreundlich.  In jedem Dorf gibt es kostenlose Parkplätze und Wasserversorgung. Die temperamentvollen freundlichen Spanier sind sehr offen und,  obwohl die Verständigung manchmal schwer war, kamen wir immer wieder ins Gespräch mit ihnen. Wir freuen uns schon auf Südspanien, dass wir nach Portugal bereisen werden. Nos vemos Espaniol!!

Portugal wir kommen....

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