Melbourne bei Nacht – Ein Abend, an dem das Lachen die Hauptrolle spielte
Manche Abende bleiben nicht wegen der Orte in Erinnerung, sondern wegen der Emotionen. Dieser Abend in Melbourne war genau so einer: ein Jazzclub mit Seele, ein ehrlicher...

Veröffentlicht: 13.12.2025






















Victoria, Great Ocean Road
Gleich nach dem Frühstück ging es los. Sehr früh.
Man spürt an solchen Tagen schon beim Einsteigen: Das wird kein Spaziergang. Jetzt, auf dem Rückweg, ist es 18 Uhr, in etwa einer halben Stunde sind wir wieder im Hotel. Hinter uns liegen knapp 600 Kilometer an einem einzigen Tag. In meiner Welt: Hannover hin und zurück. Und genau so fühlt es sich auch an – lang, fordernd, körperlich spürbar.
Das prägt den Tag. Und es erklärt auch, warum ich ihn ambivalent erlebe.
Koalas – diese stillen, unglaublichen Wesen
Auf Initiative unseres Guides James begannen wir die Suche nach Koalas. Und hier zeigt sich, was einen guten Guide ausmacht: Er wollte nicht einfach abhaken. Er wollte finden.
Wir hielten zwei-, dreimal an. Schauten nach oben. Und dann saßen sie da:
Koalas. Frei. Ungekünstelt. In ihrer Welt.
Sie sehen tatsächlich aus wie Teddybären. Ruhig. Fast entrückt. Und sie schlafen – unglaublich viel. Bis zu 20 Stunden am Tag. James erklärte uns auch warum:
Ihre Nahrung, Eukalyptusblätter, ist extrem nährstoffarm, schwer verdaulich und teilweise giftig. Der Körper braucht enorme Energie, um das zu verarbeiten. Schlaf ist kein Zeichen von Trägheit – sondern Überlebensstrategie.
Das sind diese stillen Momente, in denen man merkt: Genau dafür ist man unterwegs.
Kängurus und das ehrliche Bemühen
Auch bei der Suche nach Kängurus merkte man, wie sehr James wollte, dass wir Erfolg haben. Jede Ecke, jeder mögliche Spot wurde angesteuert. Motivierend, zugewandt, immer wieder versuchend, die Gruppe mitzunehmen.
Kein Dienst nach Vorschrift. Sondern echtes Engagement.
Nationalpark, gesperrte Wege – und eine großartige Idee
In einem Nationalpark legten wir ebenfalls einen Stopp ein. Leider konnten wir dort nicht richtig gehen, da Teile des Parks nach starken Regenfällen aus Sicherheitsgründen gesperrt waren. Schade – aber nachvollziehbar.
Was mir dort trotzdem sofort aufgefallen ist:
Überall stehen fest installierte Barbecue-Grills, betrieben mit Gas, jederzeit nutzbar. Man kommt in den Nationalpark, bringt sein Essen mit – und alles andere ist schon da.
Ich finde das eine fantastische Idee.
Familien kommen zusammen. Freunde treffen sich. Niemand muss groß investieren, niemand muss etwas mitbringen außer Essen und Zeit. Der Rahmen ist da – der Rest entsteht von selbst.
Ganz ehrlich:
Das ist etwas, was man bei uns unbedingt übernehmen sollte. Es bringt Menschen zusammen, niedrigschwellig, unkompliziert, selbstverständlich.
Meine Tochter würde vermutlich sagen:
„Das sind doch nur Bäume.“
Stimmt. Aber es sind wahnsinnig schöne Bäume.
Die Zwölf Apostel – und dann plötzlich abheben
Auf dem Weg zu den Zwölf Aposteln kam von James während der Fahrt dieser eine Satz:
„Wenn jemand Lust hat – wie wäre es mit einem Hubschrauberflug?“
Ich habe spontan Ja gesagt. Erst allein. Dann sagte Rosa – R-O-Z-A – aus Kanada ebenfalls Ja.
Und dann saßen wir im Hubschrauber.
Mein erster Hubschrauberflug überhaupt.
Der Start fühlte sich an wie eine Achterbahn. Ein kurzer Moment Nervosität. Und dann: Weite. Ruhe. Perspektive.
Die Zwölf Apostel von oben – das ist keine Sehenswürdigkeit mehr. Das ist ein Erlebnis.
Sensationell. Anders lässt sich das nicht sagen.
So besonders, dass ich versuche, ein Video hochzuladen. Wenn es klappt, könnt ihr diesen Flug ein Stück weit nachvollziehen.
Das war das Highlight des Tages. Vielleicht sogar der bisherigen Reise.
Zu viel Weg, zu wenig Tiefe – meine ehrliche Wahrheit
Und trotzdem bleibt es dabei:
Dieser Tag war sehr anstrengend.
Zu viel Fahren.
Zu viele kurze Stopps.
Ranfahren, aussteigen, Foto, weiterfahren – das passt nicht zu mir.
Ich brauche Begegnung. Zeit. Gespräche. Nicht das Abhaken von Punkten auf einer Liste. Deshalb würde ich diese Art von Ausflug so nicht noch einmal machen wollen.
Menschliche Gesten machen den Unterschied
Was den Tag für mich getragen hat, waren die menschlichen Momente:
Er hatte drei Souvenirs besorgt – für meine drei Prinzessinnen zu Hause. Sehr passend. Sehr aufmerksam. Mehr verrate ich nicht, sie lesen hier mit. Aber das hat mich ehrlich gefreut.
Ausblick: Morgen beginnt das Outback
Morgen fliegen wir ins Zentrale Australien.
Der zweite Teil der Reise startet.
Über 40 Grad, Fliegennetze, Outback. Richtiges Abenteuer.
Der Bericht dazu folgt morgen – vom Flughafen.
Fazit des Tages:
Ein Tag zwischen Erschöpfung und Ekstase.
Zwischen Asphalt, Adrenalin und kleinen Ideen, die hängen bleiben.
Nicht leicht, nicht rund – aber mit einem Moment, der alles überstrahlt hat:
der Hubschrauberflug über die Zwölf Apostel. ( Den Film liefere ich noch nach - muss den noch imwandelnnin eine passende Datei)
Nachtrag zum Abend in Melbourne
Nach unserer Ankunft sind Erik und ich noch gemeinsam essen gegangen. Später standen wir auf der Brücke in Melbourne und haben meine Familie angerufen. Meine Schwägerin und meine Frau waren ebenfalls in der Leitung, sodass wir kurz zeigen konnten, wie Melbourne bei Nacht aussieht. Auf das erwartete Feuerwerk und Lichterspiel mussten wir verzichten – das hätte erst zwischen 21 und 23 Uhr stattgefunden. Trotzdem sind großartige Bilder entstanden, die ich euch gegebenenfalls noch nachreiche.
Der Abend selbst war sensationell. Der Austausch mit Erik war intensiv und persönlich. Wir haben schnell gemerkt, wie ähnlich wir über Familie denken und wie vergleichbar wir Verantwortung und Nähe leben. Zwei Menschen, die sich auf Anhieb verstehen und offen austauschen können. Emotional, ehrlich und einfach ein richtig schöner Abend.
Jetzt geht es gleich weiter: Es ist 4 Uhr morgens, wir sind bereits aufgestanden, denn der Flug ins Outback startet früh.
