Veröffentlicht: 27.11.2025
Heute war einer dieser Reisetage, die man nicht plant, die man aber so schnell auch nicht vergisst. Schon auf der Rückfahrt von Great Keppel Island hat es mich komplett erwischt: Während der Überfahrt zur Fähre bin ich bis auf die Haut durchnässt. Kein trockener Faden mehr am Körper. Und weil der Bus direkt weiter musste, um später die Piloten abzuholen, blieb mir nichts anderes übrig, als mich mitten auf dem Parkplatz umzuziehen. Die nassen Klamotten in der Hand, frische Sachen an – kein angenehmer Moment, aber notwendig.
Die anschließende Dreiviertelstunde Busfahrt habe ich dann halb feucht überstanden. Am Flughafen fühlte ich mich immer noch schmuddelig, habe aber zumindest eine Kleinigkeit gegessen. Im Flugzeug bin ich, wie meine Frau schon ahnt, sofort eingeschlafen. Es war nur eine Stunde Flugzeit nach Brisbane, pünktlich zur Landung war ich wieder wach.
Doch das eigentliche Abenteuer begann erst danach.
Das Abenteuer auf der „anderen Seite“
Nach den englischen Vertragsunterlagen am Mietwagenschalter stand ich vor meinem Wagen – und damit vor einer Premiere: Das Lenkrad war rechts. Für Australier ganz normal, für mich mit meinen 60½ Jahren völliges Neuland. Ich habe erst einmal einige Minuten im Auto gesessen, Navigation und Telefon gekoppelt, mich orientiert und tief durchgeatmet.
Dann ging es los. Und ich kann sagen: Es ist ein vollkommen anderes Fahren. Die andere Straßenseite, die Kreisverkehre in die entgegengesetzte Richtung, der Blick immer nach rechts. Aus der Familie weiß ich, dass mein Neffe hier schon einmal versehentlich auf der falschen Spur gelandet ist – genau das wollte ich unbedingt vermeiden. Also bin ich mit größter Vorsicht und voller Konzentration gefahren.
Am Ende lief alles gut. Keine falsche Spur, kein falsches Abbiegen, selbst das Rückwärtseinparken im engen Parkhaus – mit Lenkrad auf der anderen Seite – hat funktioniert. Aber dieses erste Fahren war ein echtes Erlebnis. Da wird einem ganz anders, so viel Adrenalin hatte ich heute schon lange nicht mehr. Gegen diesen Moment wirkt sogar ein Tauchgang, bei dem theoretisch Lebensgefahr bestehen könnte, fast entspannt.
