Feelgood-Day
Der heutige Tag stand allen Reiseteilnehmern zur freien Verfügung. Die Herangehensweise hätte dann auch unterschiedlicher nicht sein können. Von der Schlafmütze über den...

Veröffentlicht: 14.07.2026
Ich bekam heute Morgen die Nachricht, dass meine bestellten Schuhe zur Anprobe bereit waren. Statt wie üblich mit dem Grab-Taxi zu fahren, entschied ich mich dann doch für einen Mietroller. Die Bestellung via WhatsApp war unkompliziert und 45 Minuten später stand mein 110 ccm Feuerstuhl vor dem Hotel bereit. Die Bedienung eines Automtik-Rollers ist nun wirklich keine Raketenwissenschaft, eine gründliche Einweisung gabs trotzdem. Bevor ich mich endlich auf mein Moped schwingen durfte, kam der freundliche Herr noch ein weiteres Mal mit ernster Miene auf mich zu: "Marek, noch etwas wichtiges." "Ja", sagte ich und schaute ihn erwartungsvoll an. "Immer daran denken, die wichtigste Verkehrsregel in Vietnam ist, dass es keine Verkehrsregel gibt." Er lächelte und ging. Gut, dann haben wir ja alles geklärt. Motor an - und los ging die wilde Fahrt.
Mein Weg in die Altstadt von Hoi An führte mich am Fluss Thu Bồn und an vielen Reisfeldern vorbei. Der Verkehr war gut zu handeln und es war keineswegs zu chaotisch. Es fühlte sich zunächst ungewohnt an, wenn man auf allen Seiten überholen darf, Ampeln einfach nur bunte Lichter sind oder an einer Kreuzung zunächst alle in die Mitte fahren um dann zu klären, wer Vorrang hat. Üblicherweise läuft das dann so: Ein-, zweimal gehupt, Visier nach unten klappen und dann das Handgelenk auf 90 Grad. Volle Fahrt voraus. Keine Sorge: Ganz so wild bin ich nicht gefahren. ;-)
Angekommen bei "Miu Miu Custom Made Shoes" ging es gleich zur Anprobe. Rein optisch war ich zufrieden, an der Größe musste allerdings noch gefeilt werden. Hier etwas enger, da etwas kürzer - "no Problem, no Problem." Zwei weitere Stunden sollte es dauern, bis die Änderungen vollzogen wären.
Die Zeit bis zur erneuten Anprobe nutzte ich um mit meinem Roller durch die Gegend zu cruisen. Einmal durch die Altstadt, welche auch bei Tage rege besucht war und dann ab durch die Reisfelder. Es hat Spass gemacht, etwas aus den touristischen Orten heraus und ohne wirkliches Ziel umherzufahren. Auf den Feldern wurde rege gearbeitet und einige Bauern trieben ihre Kühe und Wasserbüffel über das Land. Schön war´s!
Zurück beim Schuster schlüpfte ich erneut in die Galoschen und war sehr zufrieden, sie passen nun wie angegossen. Top Grain Leder innen wie außen und alles genäht und nicht geklebt klingt erstmal gut, ob die Schuhe dann auch halten was versprochen wird, werden wir noch herausfinden.
Auf dem Rückweg habe ich dann die Damen im Beachclub besucht und ihnen angeboten ohne große Aufnahmerituale meinem kleinen Bikerclub beizutreten. Naja, so richtig Feuergefangen haben die beiden allerdings nicht. Nichtsdestotrotz empfehle ich eine Ausfahrt mit dem Roller. Mit einem Preis von ca. 5 Euro am Tag wird das Reisebudget kaum belastet, die Eindrücke, die man sammeln kann sind hingegen unbezahlbar.
Morgen geht´s nach Da Nang auf den Golfplatz. Ick freu mir!
In diesem Sinne: Dran bleiben!